„Review – The Dark Knight Rises“

Nach dem Tod des Staatsanwalts Harvey Dent, alias Two-Face, nahm Batman die Schuld von dessen Verbrechen auf sich, um Dents Ruf zu schützen. Er wurde vom Gotham City Police Department gejagt [The Dark Knight] und zog sich daher als Privatmensch Bruce Wayne auf sein wiedererrichtetes Anwesen Wayne Manor zurück. Acht Jahre später: Gotham’s Problem mit organisierter Kriminalität ist quasi nicht mehr existent, aber die Armut ist immer noch spürbar und die Elite der Stadt lebt in ausschweifender Dekadenz. Bruce Wayne hingegen, merklich gealtert und von zahlreichen, nicht ausgeheilten Verletzungen gezeichnet, lebt als Eremit im Wayne Manor. Erst als ihn die Diebin Selina Kyle  bestiehlt, ist Bruce Wayne wieder bereit aktiver zu werden. Doch bevor er das Spiel durchschaut taucht Bane in Gotham auf, startet einen Angriff auf die Börse und nimmt Bruce Wayne Wayne Enterprises mit Hilfe eines skrupellosen Investors weg. Dann schaltet er vorerst Polizei-Commissioner Jim Gordon aus. Aber all dies ist nur der Auftakt für Banes großen Plan. Ganz im Sinne der Gesellschaft der Schatten und im Vermächtnis von Ra’s al Ghul [Batman Begins], plant er Gotham City zu vernichten. Bane platziert eine Neutronenbombe in Gotham, sprengt die Brücken zum Festland und ruft die totale Anarchie als Befreiung aus. Und ein gebrochener, Bane in keinster Weise gewachsener Batman, soll dabei zusehen, wie alles wofür er gekämpft hat untergeht. Aber Batmans Wille ist noch nicht ganz gebrochen…

Vorweg: Stärkere Spoiler versuche ich wo es geht zu vermeiden, bzw. kennzeichne sie. Was in der Inhaltsangabe steht, sollte jeder schon irgendwo mitbekommen haben und verdirbt einem auch nicht den Spaß.

Da ist er nun, das langerwartete Finale der Dunklen Ritter-Saga von Chris Nolan, The Dark Knight Rises. Was ist im Vorfeld nicht geunkt worden. Anne Hathaway als Selina Kyle ist voll doof, Tom Hardy als Bane ist kein Ersatz für Heath Ledger als Joker. Gotham City ist zu eindeutig als New York zu erkennen und Boston/Chicago wäre ja viel besser, obwohl Nolan New York ganz absichtlich eingebaut hat. Und dann kam ein Attentat in Texas dazu, was seitdem immer im Kontext eingeflochten wird. Ich benutze es nicht mal als Überleitung. Und dazu kommt eine ganze Liste an angeblichen Schwachpunkten. Im Großen und Ganzen ist das alles Meckerei auf hohem Niveau und ziemlich irrelevant. Wer Batman Begins und The Dark Knight gesehen hat und mochte kommt an The Dark Knight Rises eh nicht vorbei. Ich hab ihn mit Pause gesehen und fand ihn auch keineswegs zu lang. Man könnte höchsten argumentieren, dass man auch zwei Filme daraus hätte machen können. Optisch gibt es eh nichts auszusetzen, Nolan gelingt ein weiteres Mal eine schon grandiose Rückbesinnung auf echte Stunts und einen gewisse Art von Realismus, die zu dieser Batman-Fassung dazu gehört. Natürlich trieft dadurch auch ab und an der Pathos schon recht stark durch die Poren des Films, aber da kann man auch drüber meckern, dass der Hulk grün ist. Und die absurdest-realistische Flugzeugentführung der Kinogeschichte muss man Nolan auch erstmal nachmachen.

tdkr04Ein „love it or hate it“ gibt es beim Sound. Hans Zimmer ist im dritten Teil an dem Punkt angekommen, wo man die Grenze zwischen Soundeffekt und Filmmusik teilweise nicht mehr feststellen kann. Ich fand es sehr gelungen, aber das ist definitiv nicht jedermanns Sache. Christian Bale spielt Batman wesentlich flexibler als im Vorgänger, was natürlich auch daran liegt, dass im nicht andauernd die Show gestohlen wird. Bane mit dem Joker zu vergleichen, ist schwierig und auch irreführend, da beide Charaktere vollkommen anders angelegt sind. Tom Hardy macht seine Sache auch richtig gut und beeindruckt vor allem durch seine körperliche Präsenz. Einzig die deutsche Synchro ist bei Bane teilweise wirklich schwer erträglich. Anne Hathaway als Catwoman, was natürlich nie gesagt wird, ist eine der positiven Überraschungen des Films. Sie versucht sich erst gar nicht an einer Michelle Pfeiffer-Imitation, sondern liefert ihre eigene Interpretation ab, die auch wesentlich besser in Nolans Batman-Universum passt.

Gary Oldman als Jim Gordon bekommt überraschend viel Screentime, Morgan Freeman immerhin mehr als im letzten Teil. Dazu kommt noch Joseph Gordon-Levitt als John Blake, dem Protegé von Commissioner Gordon und dem wohl unpeinlichsten Helfer von Batman ever, gerade in Hinblick darauf, wie sein richtiger Vorname ist [Spoiler], und Marion Cotillardwomit Nolan dann auch bis auf den Hauptdarsteller alle aus Inception an Bord hat – über deren Rollen man an dieser Stelle nicht weiter reden sollte, die aber weitaus wichtiger ist, als zuerst erkenntlich und von Cotillard ganz wunderbar dargestellt wird.  Natürlich wird auch viel in den Film hineininterpretiert. In den USA spricht die linke Ecke von NeoCon-Propaganda und die rechte Ecke von Occupy Wallstreet als Terroristen und Bane-Anhängern.  Nolan erzählt hingegen einfach eine Geschichte über Maßlosigkeit, den Backlash und wie Extremisten aller Couleur dazu beitragen, die Gesellschaft wie ein Kartenhaus einbrechen zu lassen, wenn nicht einige aufrechte Menschen den Mut haben gegen dieses anzukämpfen. Passend dazu ist Scarecrows [Cillian Murphy] „Volkstribunal„, welches sich sowohl in den blutigen Aufräumarbeiten nach der französischen Revolution verordnen lässt, aber auch eine klare Freisler-Referenz darstellt.

Abschließend: Ich kann durchaus verstehen, warum einige Leute nicht wirklich zufrieden mit dem Abschluss der Dark Knight-Saga sind, aber ich persönlich wurde bestens unterhalten und kann The Dark Knight Rises nur empfehlen: 4 von 5 epischen Fledermäusen!

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27 Antworten zu „Review – The Dark Knight Rises“

  1. Ben Teddy schreibt:

    Ist es moralisch vertretbar in einen Film zu gehen, bei dessen Premiere Menschen getoetet worden sind?

    • sirdoom schreibt:

      Muss jeder selber wissen, aber wenn ich mich davon abhalten lassen würde, dann würde ich doch diesem gestörten Psychopaten sowas wie einen Sieg zugestehen.

      Wenn religiöse Fanatiker sich in einer Menschenmenge in die Luft sprengen, weil ihr Gott beleidigt wurde, dann ist meine Reaktion darauf garantiert nicht zu deren Glauben zu konvertieren und ihn zu preisen. Eher das Gegenteil. Bei Erpressungen mache ich nicht mit…

    • Cunningham schreibt:

      Darf ich jetzt vielleicht auch keine Filme mit Charlton Heston mehr gucken?

      • sirdoom schreibt:

        Das Planet der Affen Remake von Burton muss man auch nicht schauen. ^^

      • Ben Teddy schreibt:

        Cunningham, wenn du es für dich selbst verantworten kannst, darfst du alles gucken.😉

        Der Erfolg des neuen Batmanfilms, wurde durch den Amoklauf tatsächlich gedämpft. Sei es, weil einige die Lust verloren, oder weil einige sogar Angst vor erneuten Amokläufen haben.
        In einigen Kinos gab es sogar Taschenkontrollen und Kostümverbote.

        Ich persönlich würde mich jetzt auch nicht davon abhalten lassen in diesen Film zu gehen. Ich warte aber noch’n bissl, nicht um jetzt sicher zu gehen, lediglich nur weil ich überfüllte Kinosäle nicht mag und um den Lehnentretenden-Popcornschmeißenden-Dauerquatschern zu entkommen.😉

  2. Wallace schreibt:

    Ich fand den Film dann doch etwas lang und von den drei Dark-Knight-Filmen auf jeden Fall am schwächsten. Wobei er damit immer noch ein ziemlich guter Film ist. Wie Doom sagte: Wer die ersten beiden gesehen hat, kommt an dem hier nicht vorbei.

    In einigen Massenszenen muss ich allerdings wohl genau an die falschen Stellen geguckt haben. Irgendwie hatte ich immer genau die Statisten im Blick, die erst völlig unmotiviert an zwei Gegnern vorbei rennen, beim Dritten offensichtlich absichtlich in die Luft hauen, und dann anfangen sich ziemlich ungelenk mit dem Vierten zu balgen.😀

    SPOILER!!!
    Schön auch, dass Batman ganz am Ende – als eigentlich schon alles zu spät ist – auch auf die Idee kommt, die ich bereits rund eine Stunde vorher hatte und die Bombe an seinen Hubschrauber hängt und einfach irgendwo hin bringt, wo sie nicht viel anrichtet. Die armen Fische. Und: Wieso haben sie eigentlich so einen guten Robin eingeführt, wenn es keinen weiteren Film geben wird? Oder plant man da am Ende einen Nightwing-Film? Weiss irgendwer was, damit ich nicht selber googlen muss?🙂
    /SPOILER!!!

  3. sirdoom schreibt:

    Ich finde ihn „unrunder“ als TDK, aber besser als BB. Aber im Endeffekt reden wir hier teilweise auch nur über Nuancen, imho. Was mir hingegen sehr gefällt, ist dass Nolan so ein Continuity-Fascho ist und die Vorgänger so zwnagsläufig einbezieht.

    SPOILER!!!

    ^^Grundlegende Gedanken dazu/Nolan dazu. Zusammenfassung: Im Bereich des möglichen😉

    /SPOILER!!!

  4. sirdoom schreibt:

    Kleine technische Anekdote: Ich finde es ja ganz herrlich, dass TDKR in 2D läuft, womit die Digitalkinos endlich mal ihre 4k-Auflösung ausspielen können. Allerdings fiel während der Werbung vor dem Film, eine ganz massiv ab. Die Werbung für CoD – Black Ops 2 war gleich in zweierlei Hinsicht ganz fies. 1. ist die CoD-Engine wirklich schon stark angestaubt. 2. Die X-Box 360, von der die Spielszenen stammen schafft eh nur maximal 1080p, was für Heimkino natürlich vollkommen ausreichend ist. Bei anspruchsvolleren Grafikszenarien ist manchmal auch schon bei 720p Schluss.

    Ratet wie es nun aussieht, wenn mit der Engine^^ ein 720/1080 Trailer auf einer großen Leinwand läuft und alle Spots drumrum in 4k gezeigt werden. Ja, es sieht unglaublich scheiße aus😉

    • Wallace schreibt:

      Ich hab‘ den Film in einem richtig grossen Kino in einem richtig grossen Saal auf einer richtig grossen Leinwand in Dublin (also O-Ton) gesehen. Schön aus der ersten Reihe. Mittendrin statt nur dabei… und da lohnt sich die krasse Auflösung richtig. Ich sag Euch: Scheiss was auf 3D.

  5. 3-6 schreibt:

    Ich fands cool, dass der Joker mitgespielt hat …

  6. sirdoom schreibt:

    Garghs, klar, stimmt ja. Hab aber natürlich im Zusammenhang zuerst an was anderes gedacht und mich gewundert^^

  7. Medizinmann schreibt:

    Ich hab Ihn Gestern (eher durch Zufall) im OV gesehen
    Ich hatte extreme Probleme damit Bane & Batman zu verstehen , aber auch mein Sitznachbar, &der war gebürtiger Amerikaner.
    Ich fand der Film hatte extrem viele Logiklöcher und Bane (seine Truppen) waren immer & Überall zugegen.
    Bei Einem RPG hätte Ich Railroading geschrien.
    Zudem waren soooooviele Sachen unglaubwürdig(und Ich kann vieles Glauben, bin schließlich Rollenspieler) Nicht zuletzt das Ende.
    Nur ein Beispiel:
    Batman kann (durchtrainiert ) nicht soweit springen wie ein 10 jähriges Mädchen ???
    ach bevor Ich mich in Beispielen ereifere und damit spoilere hör ich lieber auf
    Action war Ok (keine Ruckelkamera und Superschnellen Schnitte)deshalb 3 von 10 Tanzschritten

    HougH!
    Medizinmann

  8. sirdoom schreibt:

    Der Sprung war ja nun kein physisches sondern ein psychisches Problem. ^^

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  11. Korsar schreibt:

    Okay, spät, aber doch noch geguckt. Vor allem mit ner Woche Arkham City in den Knochen ist der Film vor allem eines: Cool, wenn auch irgendwie nicht ganz so flüssig im Bereich der Kampfszenen. Und da kann ich noch nicht mal so wirklich den Finger drauf legen. Wobei, doch: Das Spiel gibt die Kampfszenen wesentlich flüssiger wieder, als es je einem Menschen möglich wäre und daran musste ich mich erstmal gewöhnen.
    Ansonsten: Super Cast, und er hat mich mal wieder dran erinnert, warum ich Gordon und Nightwing liebe😀
    Nach Diktat wieder Arkham City zocken gegangen um später den No Mans Land-Zyklus mal wieder zu lesen…

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