„Day Off – Des Zensors freier Tag“

Mario Monti ist seit dem 16. November 2011 Ministerpräsident Italiens. Nebenbei ist er internationaler Berater bei Goldman-Sachs und Coca Cola. Und war ein wichtiges Rädchen der EU-Kommission. Am Wochenende hat sich Monti zur Lage in Europa geäußert und dabei vergessen, dass der Zensor am Wochenende frei hat, weswegen leider Äußerungen in Umlauf kamen, die eher negativ aufgefasst wurde.

So unterstützte er Mario Draghi, den Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), der immer dann aktiv wird und über die EZB Staatsanleihen kaufen will, wenn es in Italien mal wieder eng wird. Aber als ehemaliger EU-Kommissar, der es nicht gewohnt ist auf Bürger, Landesparlamente oder Gesetze Rücksicht zu nehmen, ist Mario Monti noch etwas anderes rausgerutscht:

Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration.“

Dies kam nicht allzu gut an und rief in politischen Kreisen einen echten Shitstorm aus. Aber das Wochenende ist vorbei und der Zensor sitzt wieder am Arbeitsplatz und arbeitet die Sachen ab, die vom Wochenende übriggeblieben sind. Prompt kommt folgende Meldung:

Die Autonomie des Parlaments gegenüber der Exekutive steht nicht zur Debatte.“ Bei den Verhandlungen von Regierungen auf europäischer Ebene könne „eine gewisse Flexibilität nötig sein, um zu Einigungen zu gelangen„. Dies müsse aber innerhalb der mit dem Parlament vereinbarten Grenzen geschehen. Regierungen müssten sich erklären und mit den Parlamenten „dynamisch, transparent und effizient“ interagieren.[Quelle]

Vollkommen realitätsfremd, das Gegenteil der Aussage davor und absichtlich vage. Der Zensor macht wieder seinen Job…

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3 Antworten zu „Day Off – Des Zensors freier Tag“

  1. sirdoom schreibt:

    Bei den ganzen Marios muss ich übrigens immer an Maria Marionette von DNN denken, der der Nachrichtensprecher bei „Die Dinos“ ist.

  2. Ben Teddy schreibt:

    Mario Draghi ist zudem Mitglied der “Gruppe der 30“, ein Interessenverband von oeffentlichen und privaten Banken, welche ja von den Eurorettungsschirm am meisten profitieren. Man kann also sagen, die EZB ist in der Hand der privaten Grossbanken.

  3. sirdoom schreibt:

    Pah, das sind doch alles spinnerte Verschwörungstheorien. Nur weil es dazu Fakten gibt, die zumindest negative Rückschlüsse naheliegen, heißt das ja noch gar nichts und überhaupt…

    Man sollte ja eigentlich meinen, dass solche Interessenskonflikte von vornherein umgangen würden, damit da nicht mal der Hauch eines Verdachtes aufkommt…

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