„Illegale Nutzung“

Ein Haus, dass der über Umwege der Stadt Mainz gehört(Mainzer Stadtwerke), verrottet jahrelang und keinen kümmerts. Eine Aktionsgruppe will daraus einen Kulturtreff machen und plötzlich ist Alarm.

Wo kommen wir denn da hin, wenn vorhandene, städtische Räumlichkeiten genutzt werden, anstatt sie verfallen zu lassen? Jedenfalls zieht die Stadt jetzt alle juristischen und verwaltungstechnischen Register(von denen sich einige auch schon wieder als vorgeschoben oder schlichtweg falsch erwiesen haben). Ich bin ja kein großer Freund der Hausbesetzerszene, aber mir kommt es einfach grundsätzlich falsch vor, städtische Gebäude verfallen zu lassen, aber eine wie auch immer sinnvolle Nutzung, mit aller Kraft verhindern zu wollen… Mal schauen wie das weitergeht und was man sich als nächstes einfallen lässt. Und wenn Kurt „Nürburgring“ Beck rechtsstaatliche Gründe vorschiebt, dann wird mir noch viel schlechter… wahrscheinlich pflichtet ihm morgen Stefan Mappus bei…

(mehr Infos bei der Allgemeinen Zeitung und der Mainzer Rhein-Zeitung/Suchbegriff Austraße/ Homepage der Aktionisten)

Vollkommen unzusammenhängend will ich noch kurz von einem alten Trick im kriminellen Milieu von Lokalpolitik und Immobilienbranche berichten. Stadt lagert ein eigentlich durchaus wertvolles Grundstück an eine ihr gehörende Gesellschaft aus, die es total verfallen lässt. Damit kann man dann mit etwas kreativem Geschick, den Preis für das Grundstück ganz gewaltig runterrechnen und die Stadt selbst hat mit dem Deal nichts mehr direkt zu tun. Dieses plötzlich sehr preiswerte Grundstück wird dann an die Kumpels aus dem Golfclub der Immobilienmafiabranche verkauft, die dort dann munter Wohnungen oder Gewerbe errichten. Die vollkommen unbeteiligten Lokalpolitiker bekommen Beratungshonorare. Umgangssprachlich läuft dies unter Betrug an Staat und Bürger. Dieses weit verbreitete Vorgehen hat aber nichts mit dem oben geschilderten Fall zu tun…

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21 Antworten zu „Illegale Nutzung“

  1. Cunningham schreibt:

    Ja mensch und wir beschweren uns über die Bananenrepubliken bei den Afrikikis*…

    *eigentlich wollte ich ja noch politisch inkorrekter sein.

  2. XDragoon schreibt:

    @Cunny: Hö?

  3. Cunningham schreibt:

    Also, nehmen wir mal den letzten Absatz von doomi, dann haben wir da einen recht eindeutigen Fall von Korruption.

    Im gleichen Atemzug beschwert sich aber bei uns Josef Jedermann und Susi Schneckenschiss über die Afrikaner, die Griechen und all die anderen 3-Welt-Menschen, dass bei denen nichts klappt, dass man dort erstmal Geld auf den Tisch legen muss um Geschäfte zu machen und wie unmöglich die Zustände dort sind.
    Und seit keine Ahnung mehr wann, geht es bei uns Berg ab und wir verwandeln uns so langsam aber sicher in eine Bananenrepublik mit Billiglohn-Niveau und unsere Fürsten entwickeln eine Tendenz zum Polizeistaat.

    Betreffs der Afrikikis, da wollte ich eigentlich einen Ausdruck von meinem Vater aus der Seefahrt verwenden… aber das wäre nicht wirklich nett gewesen.

  4. sirdoom schreibt:

    ^^Zustimmung. Wobei ich extra noch mal erwähnen muss, dass es in diesem Fall wohl wirklich nicht um das oben erwähnte Immobilien“modell“ geht, auch wenn es sonst leider oft genug passiert. Memo: unsichtbare Ironietags rausnehmen.

  5. XDragoon schreibt:

    Ja, hier wurde „nur“ ein Grundstück ungenutzt dem Verfall preisgegeben (keine Sicherung des Geländes) wodurch man nun in den Gebäuden kaum noch ein Kabel findet und Installationen wie Waschbecken und Regenrinnen demoliert wurden. Auf Dauer sollten diese Gebäude abgerissen werden und stattdessen das neue Rohrlager der Stadtwerke errichtet werden. Eine Zwischennutzung bis dahin wäre aber möglich – dafür setzt sich inzwischen auch die Fraktion der GRÜNEN im Stadtrat ein (http://www.abgeordnetenwatch.de/markus_groeninger-169-45990.html). Unterstützer sind außerdem ÖDP, DIE LINKE und PIRATEN (letztere nicht im Stadtrat).
    Seit gestern gibt es übrigens wieder einen Wasseranschluss und da muss man auch von Toleranz sprechen, denn dieser läuft über einen Hydranten, der von den Stadtwerken gemietet wurde und das Ordnungsamt hat die Absicherung überprüft und genehmigt.

  6. sirdoom schreibt:

    Was ich als positives Zeichen und zumindest Bereitschaft zu einem Kompromiss deute!

  7. 3-6 schreibt:

    In solchen Fällen (Gebäude wird nicht genutzt und nicht erhalten), müsste die Stadt das Teil einfach verkaufen. Aber solange man den Leutchen in der Verwaltung nichts kann, ist „Wir tun erstmal nix“ natürlich immer Plan A.

    Damit ihr euch aufregen könnt: Leute, die ohne Berechtigung Eigentum anderer verwenden, gehören verhaftet, angeklagt, verurteilt ^^

  8. sirdoom schreibt:

    Was soll ich mich da aufregen: Wer fremdes Eigentum angreift, gehört bestraft. Hier geht es aber um öffentliches Eigentum, dass anstatt zu verrotten, der Öffentlichkeit zu dienen hat.

    BTW: Willst du nicht lieber was zu Todd Akin und der Reps sagen? 😀 2 Artikel weiter unten…

  9. sirdoom schreibt:

    Wow, diese gewaltbereiten Randalierer stellen eindeutig eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar… Und dann noch diese Gewalt-Comic-Zeichnung mit dem Pony…

  10. 3-6 schreibt:

    Öffentliches Eigentum ist gehört aber nur mittelbar den Leuten, die jetzt davon ausgehen, dass der Rest der Allgemeinheit ihre „tollen Ideen“ zur Nutzung cofinanziert. Allein schon wenn ich dieses Antifa-Geschmiere sehe, kommt mir das Essen hoch.

    Wenn sie irgendwas hochziehen wollen, sollen sie arbeiten, Geld sammeln, und dann eine Immobilie dafür ordentlich mieten. Bekommen andere Vereine ja auch hin.

    Aber beim Arbeiten hört es dann bei vielen schon auf *g*

  11. sirdoom schreibt:

    ^^@3-6: Du sagst also es ist gesellschaftlich in Ordnung öffentliche Gebäude verfallen zu lassen und nicht zu nutzen und wenn jemand ein öffentliches Zentrum draus machen will, dann ist das grundsätzlich falsch, weil man da einen Verein Gründen soll. So wie diverse Schützenvereine, die quersubventioniert werden, was hier aber in diesem Fall ganz ganz schlecht ist? o.O

    Ich warte immer noch auf was zu Todd Akin 🙂 Ich muss mich hier andauernd für meine „Bekannten“ verantworten, verantworte du dich auch für deine… 😀

  12. 3-6 schreibt:

    Nein. In meinen Augen sollte man diese ungenutzten Objekte verkaufen. Habe ich ja schon geschrieben 😉
    Abgesehen davon, wie „öffentlich“ linksalternative „Projekte“ wirklich sind – ja, die sollen ebenso wie der Schützenverein erstmal selbst Geld sammeln und dann sehen, ob sie Förderung bekommen. Aber das ist bestimmt viel zu spießig, wenn man doch Antifa ist …

    Später, erstmal Sportschau.

  13. XDragoon schreibt:

    Es wurde gekauft um es irgendwann später zu nutzen. Allerdings auch nur das Grundstück – die Gebäude wollen die Stadtwerke ja abreißen. Eine Vereinsgründung um dann als Verein als Mieter für eine Zwischennutzung auftreten zu können wird diskutiert bzw. von den Befürwortern innerhalb der Gruppe auch schon geplant. Geld wird schon gesammelt, Fördermittel wurden bislang nicht gefordert. Nebenkosten würden sie tragen wollen, Miete jedoch nicht zahlen (bzw. etwa einen symbolischen Euro im Monat oder sowas).

    Heute gab es eine von den Hausbesetzern organisierte Demo durch Mainz (vom Hauptbahnhof über die Stadtwerke bis zum besetzten Haus) mit geschätzt über 100 Teilnehmern (meine Schätzung). Auf dieser habe ich auch das My Little Pony-Banner getragen 😉

  14. XDragoon schreibt:

    Wahrscheinlich wird morgen geräumt:
    https://sqtmz.phoenix.uberspace.de/

  15. 3-6 schreibt:

    Wenigstens in Mainz geht noch was.

  16. sirdoom schreibt:

    o.O Du feuerst die Antifa zu Gewalttaten an, ich bin schockiert!!! 😀 😉

    Und ich entschuldige mich natürlich, falls ich die Aussage falsch verstanden haben sollte*g*

  17. 3-6 schreibt:

    Nee, ich beglückwünsche das Ordnungamt der Stadt.

  18. sirdoom schreibt:

    Sag das doch, das konnte man so leicht falsch verstehen 🙂

  19. XDragoon schreibt:

    Das Ordnungsamt war garnicht da, dafür reichlich Bereitschaftspolizei und Spezialeinsatzkommando. Überhaupt war meines Wissens nach das Ordnungsamt nur ein einziges Mal vor Ort – um den korrekten Wasseranschluss via Hydrant zu überprüfen (wurde anstandslos abgenickt).







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