„Double Feature: Battleship – Soldiers of Fortune“

Menschen senden Signal an Sonnensystem mit möglicherweise bewohnbarem Planeten. Was könnte dabei wohl schiefgehen? Währenddessen versucht der hitzköpfige Held, Feuerleitoffizier eines Zerstörers, um die Hand seiner Freundin bei deren Vater zu fragen. Der ist allerdings Admiral und kann den Held nicht ausstehen. Außerdem steht mit PacRim ein internationales Flottenmanöver an. Mittendrin landen die Aliens, bauen einen Schutzschirm auf und Hawaii ist eingeschlossen. Zerstörer und Militärkram fliegen in die Luft. Der Held lernt Verantwortung durch Schmerz und als der Zerstörer zu Brei geschossen wird, stellt sich die Frage, wo man Ersatz her bekommt. Irgendwo muss doch noch ein Schlachtschiff rumliegen, oder? Denn man muss da noch eine Sendephalanx auf einem Berg zerstören, mit der die Aliens Verstärkung herbeirufen wollen. Und natürlich haben die Aliens auch noch was anderes dabei, als ihre kleinen Angriffsbote.

Wenn man davon ausgeht, dass Battleship auf dem Brettspiel Schiffe versenken(HASBRO-Lizenz, die ja auch Transformers machen, weswegen der SFX-Look identisch ist) basiert und die Autoren damit schon genug zu kämpfen hatten, um sich noch groß um Dinge wie Dialoge oder Logik zu kümmern, ja dann macht Battleship sogar Spaß. Ändert natürlich nichts daran, dass die Charaktere aus dem Kaugummiautomaten gezogen wurden, durch die Lücken in der Handlung ein Schlachtschiff quer durch passt und trotz der Krachwumm-Action teilweise gepflegte Langeweile aufkommt. Die Schauspieler (Held Taylor KitschJohn Carter, Admiral Liam Neeson, blondes Fotomodell, Popsternchen als toughe Matrosin, Vampir Eric Northman aus True Blood als Bruder vom Held) machen sogar noch halbwegs was aus ihren Holzschnittrollen. Gut wird es dadurch nicht, aber man hat schon Schlechteres gesehen. Warum sollte man sich dieses Machwerk also überhaupt antun? Okay, es gibt sogar 1-2 echt lustige Momente im Film, der sich glücklicherweise auch nicht vollkommen Bierernst nimmt. Aber der eigentliche Grund sind das Meer und die Schiffe! Die US-Navy hat wirklich alles aufgefahren, was im Werbebudget drin war. Marine-Porn bis zum abwinken. Und die USS Missouri noch mal in Action zu sehen ist schon was. Da freut sich der Seekriegs-Fan und kann endlich solchen Rotz wie Pearl Harbor und U-571 vergessen.

Eine verdammte Schande, diesen guten Cognac für eine Fleischwunde zu verschwenden!

Captain Craig McCenzie vermasselt in Afghanistan eine schwarze CIA-Aktion, um einen Kameraden zu retten und wird unehrenhaft entlassen. Jahre später und vollkommen pleite nimmt er das Angebot einiger Rebellen an, die ihre Revolution irgendwo im Niemandsland am Schwarzen Meer gegen einen abtrünnigen, russischen Warlord damit finanzieren wollen, dass sie Multimillionäre ins etwas Krieg spielen lassen. Natürlich unter Aufsicht. McCenzie nimmt widerwillig an und natürlich geht alles schief und er muss dafür sorgen, dass er und seine nicht mehr ganz so arroganten Schützlinge da wieder rauskommen.

Okay, was passiert wenn man Dr. Zefram Cochrane, Meriadoc „Merry“ Brandybock, Chief Miles O’Brien und Lord Eddard Stark zum Urlaub ans Schwarze Meer einlädt, damit sie ein bisserl mit VingCon Air – Mission ImpossibleRhames und ChristianBroken ArrowSlater Party machen und Sachen in die Luft jagen dürfen auf Kosten des ukrainischen Militärs, während sich der ukrainische Pressesprecher als Regisseur versuchen darf und dafür die nicht genutzten Scriptseiten von „The Expendables“ benutzt? Dann kommt dabei ein Film Namens Soldiers of Fortune raus, der merkwürdigerweise gar nicht mal so schlecht ist und sogar teilweise echt Spaß macht. Okay, es ist immer noch B- bis C-Movie-Ware, aber aus diesem Bereich durchaus hochwertig mit ordentlich Wumms, Explosionen, 1-2 gelungenen Onelinern und sogar einem inhaltlichen Zusammenhalt, dem man dem Film gar nicht zugetraut hätte. Andererseits gibt es das wohl sinnloseste Jetski-Rennen aller Zeiten, brutalstes Versager-Acting einiger Nebendarsteller und die Abschlussszene wurde beim abendlichen Catering der VIP-Schauspieler gedreht, bevor man sie wieder in den Flieger gesetzt hat. Wer hier immer noch mitliest kann sogar glatt mal einen Blick drauf werfen, ist im Endeffekt The Expendables Light und man muss halt so ein bisschen auf Trash stehen.

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16 Antworten zu „Double Feature: Battleship – Soldiers of Fortune“

  1. Cunningham schreibt:

    „The Expendables Light und man muss halt so ein bisschen auf Trash stehen.“

    Also auch wenn mir beide Teile von The Expandables gefallen haben und der zweite noch mehr als der erste ABER MEHR LIGHT GEHT DOCH WIRKLICH NICHT!!!

  2. sirdoom schreibt:

    Doch, geht… Rechne Budget raus, statt dem Cast von Expendables nimmst du die Leute^^ oben und lässt dir das Drehbuch vom Presseoffizier des ukrainischen Militärs schreiben, dann schon… 😀

  3. sirdoom schreibt:

    Was jetzt übrigens nicht heißt, dass das Script von Battleship besser wäre…

  4. Cunningham schreibt:

    Du meinst, wenn ich das Budget kürze und Stallone und Co durch echte Schauspieler ersetze, dann kann das was werden?

  5. Ben Teddy schreibt:

    Battleship ist echtes Popcorn-Kino! Vor allem weil das Popcorn zeitweilig interessanter ist als der Film.

  6. sirdoom schreibt:

    @Cunningham: Nein, aber man könnte es mal weiter versuchen. Bei Soldiers of Fortune ist es jedenfalls nicht der Fall 😉

    @Ben Teddy: Ignorant! Ich sag nur SCHLACHTSCHIFF!!! 😀 Das reicht vollkommen. Wobei wahrscheinlich Pearl Harbor auch ein guter Film gewesen wäre, wenn man ihn auf 60 Minuten, also den Angriff auf Pearl Harbor gekürzt hätte…

  7. Andai schreibt:

    Hm battleship war noch löchriger als Transformers von der Story her und Rihanna sollte dabei bleiben Musik zu machen und sich privat verprügeln zu lassen.
    Expandables fand ich richtig mies, zum Glück habe ich keine Story erwartet und die Sprüche haben leider nur zur Hälfte gezündet (gut der Auftritt von Chuck Norris war es alleine schon wert, aber irgendwie hab ich dann doch zu viel erwartet schätze ich). Allerdings kommentierte ein Freund den Film wie folgt: „Billy, wir kannten dich 5 Minuten und dein Hund wurde erschossen, wir sind so traurig…“
    Also alleine DAS hätte man doch etwas sinnvoller gestalten können, wenn man schon ein Redshirt haben muss…aber gut, vielleicht bin ich da doch zu anspruchsvoll.
    Lacher hatten beide Teile, der zweite noch etwas mehr, als der Erste.
    Soldiers of Fortune kannte ich vorher nichtmal, vielleicht gucke ich rein, mal sehen.

  8. Agent Pöhlemann schreibt:

    Soldiers of Fortune: Wann stirbt Sean Bean?

  9. sirdoom schreibt:

    SoF ist eigentlich kein Film, sondern ein Betriebsausflug der C-Movie-Stars(mit Ausnahme Sean Bean, die ist gute B-Qualität) ans Schwarze Meer, wo dann rein zufällig bei der Party auch 1-2 Aufnahmen mit dem ukrainischen Militär entstanden sind… Insofern muss Sean Bean nicht unbedingt sterben…

    @Andai: Wenn du Expendables schon Kernschrott findest, brauchst dir SoF nicht anschauen 😉 Wobei SoF immerhin lustiger ist als „Special Forces„… Und hört mir mit dem Battleship-Gebashe auf, da spielt die Missouri mit!!!

  10. Andai schreibt:

    Na gut die Szene hatte was, auch mit den ganzen alten Marine-Offizieren, aber ansonsten war der Film zumindest nicht Kino-relevant. DVD/BluRay hätte es auch getan^^. Gleiches gilt halt für Expandables.

  11. sirdoom schreibt:

    >>> Schlachtschiff – M.I.S.S.O.U.R.I. [!!!] 😉 *

    *Bestärkung der Aussage ohne Argumente durch lautes Schreien und Wiederholung der Aussage

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