„GEMA Gegenmaßnahmen“

Unser aller Freund GEMA befindet sich in Bedrängnis. Seit Jahren wird der Gegenwind immer härter und dies nur wegen vollkommen berechtigter Aktion, wie dem Abkassieren von Kindergärten für das Singen von Kinderliedern, dem Sperren von Youtube-Videos, auch gerne solchen, wo keine Rechte bei der GEMA liegen, undurchsichtigen Umverteilungspraktiken zugunsten alteingesessener Vollmitglieder, oder ganz aktuell die Neuregelung der Gebührenordnung für Discotheken, die eine Kostensteigerung bewirkt, die gerade für die kleinen und mittleren Betrieben das Aus bedeuten könnte. Diese LKW-Ladung an schlechter Presse und hat auch die GEMA sensibilisiert, was Aktionen gegen sie angeht.

Das Aktionsbündnis Kultur retten hat für den 06.09.2012 einen Aktionstag angesetzt, um gegen die die Gebührenerhöhung für Clubs und Discotheken vor den lokalen GEMA-Einrichtungen zu protestieren. Die GEMA hat nun eine kleine Emaillawine an alle Karteileichen in ihrer Datenbank losgeschickt, um einerseits zu beruhigen, ihre Taktik vorzustellen und die Adressaten aufzufordern, unbezahlte Positivmeldungen für die GEMA zu verbreiten. Das Anschreiben der GEMA und der dazugehörige Argumentationsleitpfaden liegen mir vor. Leider kann das ihn nicht zum Download stellen, weil aus Erfahrung davon auszugehen ist, dass man dann wegen „Urheberrechtsverletzungen“ bzgl. des Positionspapiers von der GEMA angeklagt wird. Zum Glück kann man Dinge aber umschreiben und noch gibt es ja ein Zitatrecht.

Die GEMA ist natürlich schrecklich unerfreut über den Aktionstag und will gezielt dagegen vorgehen. Wobei die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland für die GEMA ein echtes Ärgernis darstellen.

Ein rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist […]aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich.“

Deswegen müssen Maßnahmen getroffen werden, wie man anders dagegen vorgehen kann.

Unser Ziel ist es, die Diskussion zu versachlichen.

Wer die Übersetzung von „versachlichen“ genau erklärt haben möchte, wird hier erleuchtet.

Wir bereiten uns kommunikativ sowie medial darauf vor – im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert.

Positiv zu vermerken: Die GEMA ist technisch nicht mehr im 18. Jahrhundert steckengeblieben. Ansonsten kann man es wie folgt zusammenfassen: Wir haben uns eine Propagandaabteilung zusammengebastelt, die gelenkte Informationspolitik betreibt und versucht die Presse zu manipulieren. Gegen die Dynamik des Webs setzen wir auf Astroturfing und Gegenmeinungen unter falscher Flagge. Zumindest ist dies meine Interpretation. Allerdings kann man jetzt schon einen Anstieg von pro-GEMA Meinungen wahrnehmen. Wenn man für sowas bezahlt, will man ja auch was für sein Geld bekommen, oder?

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Eine Antwort zu „GEMA Gegenmaßnahmen“

  1. sirdoom schreibt:

    Hier noch mal schön aufgedröselt warum das GEMA-Prinzip auch für Mitglieder nicht funktioniert und dringend reformiert werden muss…

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