„Ein Bach voller Halbmonde und Kreuze“

Dirk Bach ist tot. Seine TV-Sendungen habe ich mit Bedacht nicht gesehen. Einige Interviews mit ihm deuten auf einen außerhalb der Privat-TV-Bühne durchaus nachdenklichen und intelligenten Menschen hin, der sich vollkommen bewusst war, dass er TV-Trash machte. Weshalb er als Ausgleich auch, wo es ging, Theater spielte. Nach seinem Tod war aber hauptsächlich wieder davon die Rede, dass er bekennend homosexuell war und dies offen ausgelebt hat, was anscheinend viele Leute immer noch stört. Einige Leute stört es aber weitaus mehr als andere. Diese Leute haben die Befürchtung, dass wenn man Homosexuelle nicht alle umbringt, sie selber am nächsten Tag aufwachen und das Bedürfnis haben Schwänze zu lutschen[Link]. Am Ende ist Überraschungssex mit Frauen noch sowas abwegiges wie eine Vergewaltigung! [Link] Dass diese Befürchtung in besonders religiösen Kreisen besonders häufig vorkommt, lässt tief blicken.

Besonders hervorgetan hat sich dabei auf christlicher Seite die katholische Extremistenseite Kreuz.net mit einem Als Artikel getarnten Auswurf mit dem Titel „Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle!„. Vom Titel an geht es übrigens bergab. Wobei der Bach-Artikel sich im normalen Rahmen des üblichen Umgangs auf Kreuz.net bewegt. Kreuz.net ist eine antisemitische, rechtsextreme, homophobe und frauenfeindliche Sammelstelle für Klerikalfaschisten, die in einschlägigen Kreisen nicht umsonst den Spitznamen „Hakenkreuz.net“ hat und weit rechts der Pius-Bruderschaft steht – die katholische Kirche musste dann auch erst mehrfach getreten werden um sich lauwarm davon zu distanzieren. Deshalb werden sie auch lobend bei PI-News erwähnt[Link]. Ist nämlich alles derselbe Abschaum. Aber auch die Halbmondfraktion will sich bei solch einem Thema nicht verstecken[Link] und holzt rum. Wir sollten dankbar dafür sein, denn solche Ereignisse beweisen ein ums andere Mal, dass es vollkommen egal ist ob Christ oder Muslim. Die „Wahren Gläubigen“ ticken alle gleich. Alle außer ihnen selbst sind Untermenschen, besonders Frauen und Homosexuelle und alle Ungläubigen haben den Tod verdient. Weswegen wir diesen Fanatikern immer wieder entgegentreten und zeigen müssen, dass wir sowas nicht zulassen werden.

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16 Antworten zu „Ein Bach voller Halbmonde und Kreuze“

  1. Wallace schreibt:

    Als ich neulich in einem Imbiss in Köln auf mein Essen warte, diskutierten die anwesenden Prolis auch Dirk Bachs Tod und streiften dabei nebenher seine offene Homosexualität.
    „Gibt ja Gerüchte, dass er Aids hatte.“
    „Ach, das ist doch Blödsinn.“
    „Ich denke auch. Wobei: Angeblich soll er ja auch nichts anbrennen lassen haben.“
    „Naja, man will ja auch was davon haben berühmt zu sein.“
    Keine dummen Witze, keine abfälligen Bemerkungen. Wenn wir irgendwann überall in Deutschland so weit sind, kreuze ich den Tag im Kalender rot an.

  2. sirdoom schreibt:

    Da bist du aber garantiert an der Intellektuellen-Gutmenschen-Currywurst-Bude gewesen. 😉 Wäre aber schön, wenn das Klima^^ allgemein so wäre! Ich war ja auch sehr stolz auf die Hamburger, dass denen das vollkommen egal war, dass der Beust homosexuell ist und man Law&Koks Ronald Schill einvernehmlich abserviert hat.

  3. Ben Teddy schreibt:

    Homosexualität war Dirk Bachs Aushängeschild und ohne sie wäre er wohl nicht berühmt geworden. Klar ist, das er mit dieser Art bei manchen Leuten aneckte, die sich z.B. nicht über seine bunten Gay-Kostüme belustigen konnten. Das soll den Artikel von Hakenkreuz.net aber nicht entschuldigen.

    Homosexuelle sollen ihre Sexualität leben können, ohne diskriminiert zu werden,
    jedoch ist in den letzten Jahren mit Hilfe der Medien die Homosexualität zu einer Art Populärkultur geworden. Jeder Künstler, der etwas auf sich hält, ist auf einmal homosexuell, oder mindestens bisexuell. Wer eine „Hete“ ist, ist langweilig.

    Manchmal vermute ich sogar, dass so manche(r) Heterosexuelle(r) aus reiner Frustration über das andere Geschlecht, sich für die Homosexualität entscheidet.

    Es ist richtig, dass Homosexualität auch in der Natur vorkommt, doch die Natur bringt stets Variationen hervor und manche dieser Variationen werden als „Missbildung“ oder „Defekt“ bezeichnet. Auch die Natur ist nicht perfekt. Das mag zwar etwas hart klingen, aber jedem wird klar sein, dass homosexuelle Paare sich nicht auf natürliche Art und Weise Fortpflanzen können und damit ihre Gene nicht weitergeben können. Trotzdem sind sie natürlich achtenswerte und würdevolle Menschen.

  4. sirdoom schreibt:

    21. Jahrhundert, man kann sich auch im Labor fortpflanzen. Ob nun demnächst aus 2 männlichen oder 2 weiblichen DNAs ein Embryo gebastelt wird oder ganz altmodisch ein/e Leihmutter/Leih-Ei genommen wird. 😉

    Explizites „schaut her, ich bin bin schwul/lesbisch“ geht zumindest mir ziemlich auf den Senkel.Mich nerven aber auch „Promi“ – News ganz allgemein…

  5. XDragoon schreibt:

    Ich bin anscheinend der einzige, der erst von Dirk Bachs Existenz durch seinen Tod erfahren hat.

  6. sirdoom schreibt:

    Bei aktiver Schwerstvermeidung von Mainstream-Media-Deutschland ist das möglich, wenn auch unwahrscheinlich 😉

  7. 3-6 schreibt:

    Köln ist allerdings eine ganz andere Baustelle als Deutschland ^^

  8. sirdoom schreibt:

    Kommt drauf an WO in Köln. Köln mag da allgemein eher „jeck“ eingestellt sein, aber auch da gibt es Gebiete wo offen homosexuelle Menschen sich besser nicht aufhalten. Nennen wir es mal „Grundrechtsbefreite Zonen“…

  9. 3-6 schreibt:

    Du meinst die Multikültür?

  10. Wallace schreibt:

    In Köln stellt sich durch die große Anzahl und vor Allem die große öffentlich Präsenz von Homosexuellen einfach eine totale Gleichgültigkeit unter den „Normalbürgern“ ein. Das hat IMHO weder was mit Gutmenschentum noch mit besonderer Toleranz der kölner Bevölkerung an sich zu tun. Es ist einfach viel zu anstrengend und zu zeitraubend, jedes Mal die Nase zu rümpfen. Einmal über die Domplatte gelaufen und man hat schon Nasenrümpf-Muskel-Muskelkater. 😉

    Davon abgesehen kann man sich auch kaum dagegen wehren homosexuelle Nachbarn, Arbeitskollegen, Bekannte, oder Freunde von Freunden zu haben. Naja, und dann merkt man plötzlich: Sind ja ganz normale Menschen. Manche sind etwas beknackter als andere und viele sind stinklangweilig. Und dann hat man plötzlich homosexuelle Freunde und hat es gar nicht gemerkt. So ist das dann ganz schnell einfach kein Thema mehr – genau so wie es sein sollte.

  11. sirdoom schreibt:

    Eigentlich ein sehr schöner Grund^^

    @ 3-6: Nope, Monok(ü)ltur, sprich Taliban-Salafisten und archaische Großclans von vor 800 Jahren. Bei anständiger prozentualer Verteilung der Bevölkerungsgruppen ohne ghettoisierung würden solche Probleme ja gar nicht so auftreten. Was nicht heißt, dass ich weiß wie man das Problem elegant ohne den Einsatz thermonuklearer Waffen löst. 😉

    In Marseille, dem Kabul von Frankreich hat man ja ernsthaft schon über den Einsatz des Militärs nachgedacht…

  12. XDragoon schreibt:

    Naja, bei inzwischen fast sieben Jahren ohne Fernseh-Anschluss und die weitgehende Umgehung der Webseiten deutscher Fernsehsender (außer ab und an mal n-tv) kommt das einer solchen Schwerstvermeidung durchaus gleich.

  13. lawgunsandfreedom schreibt:

    In Marseille, dem Kabul von Frankreich hat man ja ernsthaft schon über den Einsatz des Militärs nachgedacht…
    Nicht nur nachgedacht. Ein Freund von mir ist bei der Legion. In Marseille ist seit einem halben Jahr angeblich (ich glaube ihm, kann’s aber nicht nachprüfen) ein voll ausgerüstetes Detachement der Legion stationiert. Für den Fall, daß die Kacke mal wirklich am dampfen ist. Das Detachement soll aus speziell für Aufstandsbekämpfung, Häuserkampf und Geiselbefreiung ausgebildeten Legionären bestehen.

    Halte ich für plausibel, auch wenn ich keine Möglichkeit habe, das zu belegen. Die Einheit soll übrigens direkt in Marseille Quartier haben und nicht in Aubagne (das sitzt das Oberkommando und das 1. Regiment der Fremdenlegion) .

  14. sirdoom schreibt:

    Kann ich nix zu sagen. Mein Google-Fu mit meinen eher vernachlässigten Französischkenntnissen hat da keine Treffer gebracht. Ich würde es aber auch nicht grundsätzlich in Abrede stellen wollen, denn der Vergleich Kabul/Marseille ist nicht so weit hergeholt wie man denken mag… leider, sowohl was Marseille als auch Kabul betrifft.

  15. 3-6 schreibt:

    Kanns mir nicht vorstellen. Die sind doch so nah dran, die halbe Stunde Fahrtzeit macht den Kohl nicht fett.

  16. lawgunsandfreedom schreibt:

    Wie gesagt, kann’s nicht belegen. Außerdem wäre ein „offener“ Einsatz von Militär auch in Frankreich umstritten. Allerdings weiß ich, daß z.B. in Amiland bei Geisellagen nicht selten reguläre Armee-Scharfschützen zusätzlich zum SWAT antanzen … zum üben. Ist aber wahrscheinlich nicht vergleichbar.

    Aktuell: http://www.news.ch/Weiteres+Opfer+in+Bandenkrieg+in+Marseille/554937/detail.htm

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