„Six Strikes“

Schon 2011 hatten sich die führenden US-Internetprovider mit der Motion Picture Association of America(MPAA) – bekannt als Teil der M.A.F.I.A. u.a. zusammen mit der RIAA, deren Kriminalität u.a. hier gut dokumentiert ist – auf einen Maßnahmenkatalog gegen Urheberrechtsverletzungen geeinigt. Ab 2013 soll dieser privatwirtschaftliche Vertrag in den USA auch umgesetzt werden. Bislang war allerdings unbekannt, wie die genauen Maßnahmen aussehen sollen. Zumindest Verizons Pläne sind vor ein paar Tagen geleakt worden[Link].

Verizon Six Strikes - LogoWenn Verizon oder Urheberrechtsinhaber VERMUTEN, dass über einen Anschluss Urheberrechtverstöße begangen werden, dann bekommt der Kunde einen automatischen Warnanruf nach Hause und eine Email mit einem Link zu einer Seite von Verizon, wo man Informationen erhält, wie man herausfindet, ob auf dem Rechner illegale Filesharingprogramme installiert sind und wie man sie deinstalliert. Verizon deklariert dabei anscheinend alle Filesharingprogramme unabhängig von den getauschten Dateien als illegal. Sollte der Verdacht nicht aus dem Weg geräumt werden oder sich weitere „Anzeichen“ sammeln, geht es zur nächsten Stufe. Man wird zwangsweise auf Verizonseiten umgeleitet, wo man ein Video zu sehen bekommt, wie böse Urheberrechtsverletzungen sind und wie gut die Industrie. Ab da geht es dann bergab. Herabsetzung der Bandbreite oder eine Untersuchung durch eine Schlichtungsstelle, was allerdings 35U$S kostet.  Dies alles ohne jeden Beweis, ohne Gerichtsanhörung in einem Akt von „privatisiertem“ Recht. Einige werden jetzt wieder sagen „dann geh doch zu einem anderen Anbieter„. Da aber alle großen Anbieter, die landesweit Anschlüsse anbieten, diese Vereinbarung unterschrieben haben und damit ein schwer vermeidbares Oligopol bilden, ist dies auch keine Option. Man kann natürlich Geld in die Hand nehmen, sich nach Schweden tunneln und von da aus „online“ gehen, aber eine Lösung des problematischen Sachverhaltes ist dies nicht.  Man sollte auch nicht spotten, dass sowas nur in den USA passieren kann. Die EU arbeitet auch schon daran, privatwirtschaftliche Verträge anzuschieben, mit denen man Ablehnungen in den Parlamenten unterlaufen und Menschenrechte beschneiden kann. Begründung in der EU: Terrorismus und Kinderpornographie. Bezahlt wurden die beteiligten Politiker allerdings von Vertretern der M.A.F.I.A. oder wie Freunde des Cyberpunks sie nennen: OCP

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9 Antworten zu „Six Strikes“

  1. The Nightwatcher schreibt:

    Da gibt es nur eine Lösung um unsere *hust* höchst LEGALEN Dateien *hust* in Zukunft zu tauschen. Jeder kauft sich eine externe 2TB-Festplatte und dann schicken wir uns gegenseitig Päckchen … ^^

  2. sirdoom schreibt:

    Lach nicht, dieses Methode wird schon länger wieder genutzt. 😉

  3. Joachim schreibt:

    Ebenso wie alle ernsthaften Terroristen, wenn es denn welche gibt die nicht vom Verfassungsschutz bezahlt werden, sicher nicht per mail kommunizieren. Mit handschriftlichen Briefen können NSA-Computer sicher nichts mehr anfangen…

  4. sirdoom schreibt:

    Wobei die Abfangstationen direkt im Postamt – die es trotz Briefgeheimnisses auch in (West-)Deutschland gab und wo alles durchgeschaut wurde – lassen sich ja schnell wieder einrichten. Der Haken ist natürlich der Aufwand. Ist wahrscheinlich auch viel zu teuer.

    Mein aktueller Liebling was geheime Kommunikation angeht sind Boards von Onlinespielen oder auch Ingame Kommunikation. Sowas wie die kommende Team Rainbow 6 Neuauflage lässt sich prima zum Anschlag planen nutzen. Also theoretisch, nicht dass ich über sowas je nachdenken würde…*hust*

  5. The Nightwatcher schreibt:

    Ich beantrage hiermit Aufnahme in die Mailingliste.

    Was das Mitlesen betrifft, so kann man ja auch auf den guten alten Zitronensaft zurückgreifen … 😉

  6. Joachim schreibt:

    Urin!

  7. sirdoom schreibt:

    Auf die Gefahr hin von der NSA angehört zu werden, ich bleibe lieber doch bei PGP-Emails und verzichte auf den Urin 😛

  8. Cunningham schreibt:

    Notiz: externe Festplatten, nicht internetfähige Rechner und Bargeld für illegal erklären lassen.

  9. sirdoom schreibt:

    An Bargeld sind sie doch schon dran, oder? [Link]

    Andererseits zahlen wir doch alle eine Urheberrechtsabgabe auf Festplatten, also müsste das doch legal sein*g*

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