„Eine Propaganda-Nummer zu viel“

Was den gläsernen Bürger und die Vorratsdatenspeicherung angeht ist den der dahinterstehenden Lobby kein Einhalt zu bieten. Man will alle Daten, gar nicht mal um Verbrechen aufzuklären, sondern weil es die Sache einfacher macht, weil sich da mittlerweile eine Multimillionen-Euro-Industrie entwickelt hat und weil es ins Weltbild der Verfechter passt, dass JEDER SCHULDIGIG IST. Und da das Thema durchaus belastet ist, muss halt Propaganda dafür betrieben werden.

Eine Propaganda-Nummer zu viel - LogoDer aktuell ekelerregendste Fall findet in er FAZ statt. Bei „Ein Mordfall und Mobilfunkdaten – Eine Nummer zu viel“ von  Karin Truscheit wird so richtig Mordfallmäßig auf die Tränendrüse gedrückt, um dann anzuschieben, dass nur mit einer STASI-Komplettüberwachung Mordfälle aufzuklären sind. Die übliche Verdächtigen kommen zu Wort und betonen ausführlich, dass man sowas nur für schwere Verbrechen brauchen würde. SO ausführlich, dass man sofort weiß, sie lügen. Gegenargumente kommen im Propagandageschwafel gar nicht vor, warum auch, denn mit Journalismus hat der textliche Abfall eh nichts zu tun.

Man könnte sich fragen, wie früher überhaupt irgendeine Straftat aufgeklärt wurde, wenn die Behörden ohne Datenüberwachung so aufgeschmissen sind? Man könnte fragen, ob die anlasslose Totalüberwachung nicht gegen die Unschuldsvermutung verstößt und das gesamt Volk vorsorglich als Verbrecher gesehen wird [siehe dazu auch EU-Studie: Überwachung untergräbt Unschuldsvermutung]? Man könnte fragen, was die Unterschiede zu China oder der DDR sind, wenn die Methoden dieselben sind? Aber nein, ohne anlasslose Totalüberwachung werden wir alle sterben und am Ende werden damit Ladendiebe gejagt.

Es scheint aber sowieso gerade wieder Kampagnen-Zeit zu sein. Computer-BLÖD war beim BKA, um sich „Hacking for Justice“ [<<< Link zur WELT Online-Fassung] anzuschauen. Jeder White Hat Hacker bekommt da das Grausen. Aber passt ja, schließlich ist heute Europäischer Datenschutztag, was natürlich der passende Zeitpunkt für Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ist, um mehr Überwachung zu fordern, weil wir sonst alle sterben

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3 Antworten zu „Eine Propaganda-Nummer zu viel“

  1. XDragoon schreibt:

    Willst Du etwa andeuten, dass mein Herz nicht stehen bleibt, wenn ich nicht Tag und Nacht von unserer allgeliebten friedliebenden Regierung mit Kameras beschützt werden würde?

  2. sirdoom schreibt:

    Natürlich ist es theoretisch möglich, dass dein Herz stehenbleibt, wenn die Kameras aus sind, aber es ist doch recht unwahrscheinlich, trotz gegenteiliger Aussagen gewisser „Sicherheitsexperten“ 😉

  3. DarkISI schreibt:

    Bin ja immer noch der Meinung wir sollten Kameras auf (und in) den Toiletten sowie den Schlafzimmern dieser Demagogen anbringen.
    Einfach mal um zu sehen, ob sie dann immer noch dafür sind.

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