„Review – Lincoln (2012)“

Lincoln (2012) - LogoDer Sezessionskrieg steht Ende 1864/Anfang 1865 kurz vor seinem Ende. Die Konföderierten Staaten sind so geschwächt, dass sie im Begriff sind, in Kapitulationsverhandlungen einzutreten. Präsident Abraham Lincoln, der gerade wiedergewählt worden ist, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Sklaverei per Verfassungszusatz zu verbieten. Der Senat hat dem 13. Verfassungszusatz bereits im April 1864 zugestimmt. Für dessen Verabschiedung braucht er eine Zweidrittelmehrheit im Repräsentantenhaus. In dieser Kammer, wie auch in seinem eigenen Kabinett, stößt Lincoln auf heftige Gegenwehr. Im Repräsentantenhaus sind die Motive unter anderem rassistischer Art, im Kabinett will man den Bürgerkrieg so schnell wie möglich beenden und ist auch bereit, dafür die Sklaverei beizubehalten. Lincoln und seine Helfer versuchen mit Bestechung und notfalls auch moralischer Überzeugung die fehlenden Stimmen zusammenzubekommen, während das Zeitfenster sich immer schneller schließt.

Lincoln01LINCOLN war ja einer der große OSCAR-Favoriten und ist da arg gestrauchelt. Vollkommen berechtigterweise. Was nicht heißt, dass Spielberg Lincoln versemmelt hätte. Aber der Film bleibt trotzdem weit unter seinen Möglichkeiten. Die Schauspieler (Day-Lewis, Tommy Lee Jones, James Spader, uvm.) sind großartig, Ausstattung und Effekte lassen auch keine Wünsche offen. Aber trotzdem verhageln einem zwei Punkte den Film ein wenig. Immer wenn es um die familiäre Situation der Lincolns geht, wird es kitschig, langatmig und nicht mehr zwingend. Und auch wenn Lincoln vom Kern des Films – der Umsetzung des Verfassungszusatzes – auf den breiten Rahmen des Bürgerkrieges schwenkt, wird es unscharf und ausufernd.

Lincoln02Natürlich muss man Kompromisse eingehen, da man nicht alles in den Film stopfen konnte. Aber hier wäre weniger mehr gewesen. Denn Lincoln ist ganz wunderbar atmosphärisch  dicht und spannend, wenn es sich auf die Jagd nach den Stimmen und den Winkelzügen um den Verfassungszusatz konzentriert. Und natürlich musste man das Lincoln-Attentat am Ende einbauen, was im Angesicht von Die Lincoln-Verschwörung irgendwas zwischen erzwungen und unnötig erscheint. 30 Minuten weniger und ich würde nicht meckern, aber so zieht es sich halt doch teilweise ziemlich. Trotzdem noch ein guter Film, aber kein verdammt guter…

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