„Quoten-Sprachlosigkeit“

Bei der Frauenquote in Berufen sagt die eine Seite: „Es geht um Chancengleichheit und Gleichberechtigung: Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung und sie sind genauso gut ausgebildet wie Männer. Unternehmen, deren Führungsspitze aus Männern und Frauen besteht, erzielen bessere Ergebnisse. Ein Großteil der Kaufentscheidungen wird von Frauen getroffen. Durch einen höheren Frauenanteil verbessert sich das Betriebsklima, die von Männern geprägten Spielregeln in Kommunikation und Karriereverhalten ändern sich mit mehr Frauen an der Spitze. Männer fördern eher Männer – und weil die Führungspositionen überwiegend mit Männern besetzt sind, rücken Frauen bei der Besetzung der Spitzenposten weniger ins Blickfeld. Es handelt sich um ein sich selbst erhaltendes System.

Frauen sind aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisierung oft nicht so stark darin, ihre Stärken und Erfolge zu kommunizieren. Sie machen weniger stark auf sich aufmerksam. Es gibt viele Karrierenetzwerke und Eliteclubs, zu denen nur Männer Zutritt haben. Hier findet informelles Mentoring statt und hier werden die entscheidenden Karrierekontakte gemacht. Weil Frauen keinen oder nur schwer Zugang zu den Männernetzwerken haben, können sie von den Netzwerken kaum profitieren.

Quoten Sprachlosigkeit - LogoDie andere Seite sagt: „Eine Frauenquote diskriminiert Männer. Eine gesetzliche Quote greift in die unternehmerische Freiheit ein. Durch die Quote wird Geschlecht zum Kriterium für die Besetzung einer Spitzenposition. Dabei sollte die Leistung und die Qualifizierung entscheidend sein. Frauen werden als Quotenfrau in Unternehmen stigmatisiert. In einigen Branchen und Unternehmen gibt es nicht ausreichend qualifizierte Frauen, um eine Quote einzuführen und einzuhalten. Mädchen und junge Frauen wählen immer noch traditionelle Frauenberufe, aus denen heraus eine Karriere in eine Führungsposition unwahrscheinlich ist.

Und der Bundestag hat sich heute dann auch nochmal lächerlich gemacht. „Rebellinen“ der CDSU wollten eventuell für die Quote stimmen, gegen den bisherigen Parteikonsens. Also ist die CDSU eingeknickt und hat einen Hinterhofdeal eingefädelt, dass man ab der nächsten Legislaturperiode doch für eine Quote ist, bloß jetzt noch nicht, weil man der FDP versprochen hat dagegen zu sein. Die Opposition hat daraufhin ihren Antrag einfach abgeändert. Und zwar so, dass er quasi wortgleich zum Hinterhofdeal ist. Wurde trotzdem abgelehnt, weil man halt NOCH dagegen ist, mit eingebautem Verfallsdatum. [Link]

Slightly related: Eigentlich soll man ja keinen argumentativen Schindluder treiben, aber es gibt Leute die fordern das einfach heraus. Es gibt nämlich durchaus noch den Typus „heterosexual alpha male„: Anmaßend, arrogant und Frauen können nichts. Wenn einem sowas mal zu sehr auf die Nerven geht, gibt es eine recht einfache Methode ihn auszuhebeln. „Warum willst du denn keine Frauen in der Firma? Das hört sich schon etwas merkwürdig an. Jeder Mann(TM) würde sich doch über viele Frauen im Umfeld freuen. Es sei denn er ist ne kleine Schwuchtel! Ist ja heutzutage auch gar nicht schlimm, darf ja jeder wie er will, aber dass DU Männer so viel mehr als Frauen „magst„, hätte ich jetzt nicht gedacht.

Dann herrscht Ruhe, manchmal kommt noch Gestotter. Bringt aber alles nix. Kleine Warnung: In streng strukturierten, religiösen Milieus (Muslime, Evanglikale, etc.) sollte man sich auf eine Schlägerei oder das auslösen eines Sprengstoffgürtels einstellen. Die mögen es nicht, wenn sie enttarnt werden…

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14 Antworten zu „Quoten-Sprachlosigkeit“

  1. eismann2060 schreibt:

    Also ich kenne auch „homosexual alpha males“.

  2. sirdoom schreibt:

    Da funktioniert das^^ dann natürlich nicht 😉

  3. XDragoon schreibt:

    Ich würde ja jetzt hier antworten, aber nach Geschäftsordnung muss ja erst jemand ohne Penis etwas sagen.

  4. sirdoom schreibt:

    Da können wir dann hier ja lange warten. Daher setze ich die Geschäftsordnung außer Kraft: Have Fun 😀

  5. 3-6 schreibt:

    Also „bei uns“ gibt es ja schon eine Quote. In der Theorie ist das sicher ganz toll, aber in der Praxis:

    – müssen Quoten erfüllt werden, egal wie das Bewerberaufkommen ist;
    – bedeutet dies automatisch, dass eben NICHT nur bei gleicher Qualifikation die Frau bevorzugt wird, sondern generell;
    – führt das automatisch dazu, dass Frauen Rosinenpicken betreiben können.

    Brutal gesagt habe ich also einen Haufen Frauen, die sich in wenigen Verwendungen stapeln. Und wo es dann echte Personalprobleme gibt, wenn sie Kinder bekommen.
    Die nächste Lebenslüge ist dann, dass es auch in Spitzenpositionen kein Problem ist, Familie zu haben und sich um seine Kinder zu kümmern. Ha-Ha.

  6. sirdoom schreibt:

    Der Haken ist, dass man das durchaus pragmatisch lösen könnte, bzw. auch schon längst vor 20 Jahren hätte lösen können. 30%-40% Frauenquote, 10% pro 10Jahre. Man lässt die gesellschaftliche Entwicklung für sich arbeiten und kümmert sich endlich um die Kinderbetreuung. Mit dieser Streckung verhindert man auch, dass händeringend IRGENDEINE Frau eingestellt wird und damit den Gegnern genau die Munition in die Hand gibt, die sie erwarten…

  7. Agent Pöhlemann schreibt:

    Ich bin für Frauenquoten im Rollenspiel- und Tabletopsektor.
    (Und nein, damit meine ich nicht die Charaktere!)

    Ausserdem unterstütze ich den aktuellen Trend einer Frauenquote im Männerfussball.
    Diese Sportart zeigt wie man auch ohne gesetzliche Vorschriften, sondern nur mit dem Willen aller Beteiligten eine gesellschaftliche Veränderung herbeiführen kann.

    Jetzt aber noch die politisch unkorrekte Gretchenfrage: Was machen wir denn mit Homo- und Transsexuellen? Können die wählen für welchen Teil der Quote sie gelten wollen?
    Probleme über Probleme…

  8. Agent Pöhlemann schreibt:

    Und noch im Nachgang: Was ist eigentlich aus der Männerquote geworden?
    Gerade in Berufsfeldern wie Hebamme, Stripclubs oder Hundefriseursalons sind Männer frappant untervertreten.
    Wie soll so eine gleichberechtigte Gesellschaft entstehen können?

  9. sirdoom schreibt:

    Wobei ja im Bereich Grundschule und Kindergarten dringend männlicher Mitarbeiter gesucht werden, um da ausgewogene Rollenvorbilder zu präsentieren. Wird bloß meist zu mies bezahlt und es gibt immer noch genug Leute die einen Mann ziemlich schräg anschauen, wenn der Kindergärtner wird…

  10. Agent Pöhlemann schreibt:

    Damit könnten man die Langzeitarbeitslosen beschäftigen: Schon die Kleinen kriegen so realistische Rollenvorbilder und die Härte des echten Lebens vermittelt.
    Nix mehr mit Plüschhasi und Barbiepuppen!

  11. sirdoom schreibt:

    Wenn du eine Partei im Wahlkampf wärst, würde ich dir jetzt attestieren die 5% nach unten gebrochen zu haben 😉

  12. Agent Pöhlemann schreibt:

    Ah verdammt – meine ganze Chance auf einen Sitz im deutschen Parlament vergeben 😀

  13. Nyx schreibt:

    Meine Chance, mich in die eidgenössische Politik einzubringen, wurde ja auch vertan, als die SVP mit die zu verteilenden Werbematerialien für die Rückkehr des Franken auf den Goldstandard vor 1 1/2 Jahren nicht nach Niedersachsen zusandte. 😦

    Ein Jammer, ein Jammer. 😉

  14. sirdoom schreibt:

    Da wurde echt eine Chance vertan! 😀

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