„Uli Hoeneß – Mir Gäid san mir Gäid!“

Uli Hoeneß, Europameister ’72, Weltmeister ’74, Abteilung Attacke und Präsident des FC Bayern München, Wurstwaren-Patriarch und Liebling der Politiker der CSU. Und neuerdings wahrscheinlich ein Steuerkrimineller.

Mir Gäid - LogoIm April 2013 wurde bekannt, dass gegen Uli Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt wird. Auslöser der Ermittlungen war eine im Januar 2013 durch seinen Steuerberater eingereichte Selbstanzeige beim Finanzamt. Zuvor erschien im Stern am 17. Januar ein Artikel mit dem Titel „Das geheime Fußballkonto„. Unklar ist derzeit, ob die Selbstanzeige vor oder nach Erscheinen des Artikels erfolgte. Die Verknüpfung von Uli Hoeneß mit dem „geheimen Fußballkonto“ erfolgte durch den Focus, dessen Herausgeber Helmut Markwort Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern München ist. Laut anderen Presseberichten hat Hoeneß mehrere hundert Millionen Euro bei der Schweizer Bank Vontobel AG angelegt hat. Wobei die Höhe der Beträge auf Hoeneß Festgeldkonto auch noch interessant werden dürfte. Ein höherer, zweistelliger Millionenbetrag, eventuell sogar ein niedriger dreistelliger, dürften durchaus mit seiner Firma und seinen Gehältern bei geschickter Investition erklärbar sein. Die kolportierten Summen hingegen nicht. Allerdings geht Uli Hoeneß selber von „Exzessen in der Berichterstattung“ aus.

Mit Uli Hoeneß erwischt es einen der prominentesten Deutschen, der sich zusätzlich auch immer nach dem Prinzip „klare Kante, keine Tricks“ präsentiert hat. Ein erfolgreicher Unternehmer mit sozialem Gewissen, der es sich erlauben konnte, sowohl auf die „bösen Banker„, als auch auf die „faulen Arbeitslosen“ verbal zu schießen. Damit hat sich Hoeneß seine eigene, moralische Falle gebaut. Egal wie schlimm die ganze Sache ausgeht, sein Ruf ist nachhaltig ruiniert, er ist absolut unglaubwürdig geworden.

Interessant sind die „Argumente“ der verbliebenen Hoeneß-Verteidiger, denen Hoeneß eigentlich vollkommen egal ist. Da wird von „Steuerhatz„, dem „herumhacken auf den armen Reichen“ und „Räuberei“ durch Staat und EU gesprochen. In diesen Kreisen ist nicht Hoeneß der vermeintlich Schuldige, sondern der Staat, weil man überhaupt Steuern zahlen muss. Nach dem Prinzip: Wenn Mord keine Straftat wäre, dann würde es auch weniger Mörder geben. Ohne jetzt Steuerhinterziehung mit Mord vergleichen zu wollen, es geht nur um das Argumentationsprinzip.

Ob die Steuern nun wirklich zu hoch sind – und für wen – und wie sie verschwendet werden ist ein ganz anderes Thema, was nichts mit dem Sündenfall des Uli Hoeneß zu tun hat. Aber es bietet sich halt an, vor allem wenn man sich noch zusätzlich über die „linksversiffte, rotlackierte Presse“ auslassen kann, die es wagt über dieses Thema überhaupt zu berichten.

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13 Antworten zu „Uli Hoeneß – Mir Gäid san mir Gäid!“

  1. Agent Pöhlemann schreibt:

    Hähähä!!!
    <- Schadenfreudiger Lacher eines kleinen Schluckers.

  2. XDragoon schreibt:

    Es ist schon krass, dass es Menschen gibt, die mehr an Steuern hinterziehen können als die meisten in ihrem gesamten Leben je einnehmen.

  3. sirdoom schreibt:

    Mal eine gemäßigte Fassung, warum Uli Hoeneß eigentlich unschuldig ist: Uli Hoeneß und die Dummheit der deutschen Eliten

  4. XDragoon schreibt:

    Passend zum Thema gab es vorhin in einem Seminar etwas Lustiges. Eine Hälfte des Kurses sollte den Sozialismus erarbeiten, die andere Hälfte den Liberalismus. Und anschließend gab es eine Art TV-Talkshow mit je vier Experten pro Seite. Das war ein ziemlich belebtes Hin und Her.

  5. sirdoom schreibt:

    Du bist lebend da raus gekommen? Nach vorherschender Meinung kann so eine Konfrontation doch nur mit blutigen Ausschreitungen enden, oder? 😉

  6. Joachim schreibt:

    Ähm-was heißt das kuffluffisch da? Mir gäid san mir gäid?
    (kleingeschrieben): ich komme doch aus Deutschland und verstehe das nicht! Und nachdenken hat nix gebracht…

  7. XDragoon schreibt:

    Naja, die Zuteilung war ja zufällig – dadurch waren auch eigentliche Sozialisten in der Gruppe der Liberalisten.

  8. sirdoom schreibt:

    Ach, es wurde geschummelt, ja dann. Denn es ist ja erwiesen, dass sowas in echt nicht gutgehen kann!!!*g*

  9. sirdoom schreibt:

    Auf Hochdeutsch heißt es: Mein Geld ist mein Geld! 😉 Ich hab da aber vorher auch nen Dialektforscher hinzugezogen*g*

  10. Joachim schreibt:

    Nach jahrzehntelanger Befassung mit Bayerns Politik, Justiz, „Kultur“ und überhaupt bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass zumindest die führenden Schichten da herunten am besten in die Unterart „Balkanprimaten“ einzordnen sind.
    Vom 52. Breitengrad aus gesehen fängt der Balkan kurz hinter Kassel an.

  11. Gondrino schreibt:

    Sehr „differenzierter“ Beitrag. Zu welcher Primatenart zählst denn Du?

  12. sirdoom schreibt:

    Nana, als Norddeutscher, der die Südgrenzen gen Bayern – und damit auch das Niemandsland Hessen – bewacht kann ich das durchaus nachvollziehen. Als aufgeschlossener Weltbürger gebe ich mir allerdings Mühe da so tolerant wie möglich zu sein 😉

  13. Joachim schreibt:

    Zugegeben, das war nicht sehr differenziert. Immerhin habe ich mich auf die führenden Schichten beschränkt. Aber da ein großer Teil des bayrischen Volkes uns ganz selbstverständlich als „Saupreissn“ bezeichnet, darf man auch selbst nicht so empfindlich sein. Aber mal im Ernst: ich halte den unverhältnismäßig hohen bayrischen Einfluss auf die Bundespolitik insgesamt schon für schädlich. Als Einen-Fuß-in-Schweden-Habender sehe ich einen Riesenunterschied in der gesellschaftlichen Diskussion und Entwicklung, und m.M. nach ist das praktisch völlige Fehlen des katholischen Einflusses (der in D. eben übermäßig stark über bayrisches Wirken transportiert wird) ein ganz wesentlicher Faktor. Persönlich stört mich, dass es inzwischen in Niedersachsen fast unmöglich ist, ein Fest aufzusuchen, dass nicht Oktoberfest heißt, blau-weiß-dekoriert ist und mit bayrischen Schmankerln aufwartet. Das muss ich allerdings eher meinen Landleuten anrechnen, nicht den Bayern. Weiter: 30 km von mir entfernt liegt die Asse, die von einer hochkriminellen bayrischen Firma als Atomklo mißbraucht wurde. Ist ja egal, ist ja nicht im schönen Bayern! Gleiches gilt für die Megamasten, Zitat bayr. Ministerpräsi: kein bayrischer Stromkunde zahlt einen Cent mehr, nur damit in Niedersachsen erdverkabelt wird!
    So, jetzt höre ich erstmal auf, es gäbe da noch einiges. Die Außenwahrnehmung unterscheidet sich erhelich von der Innenwahrnehmung, das gilt auch für Bayern. Aber wenn du dich persönlich beleidigt fühlst, bitte ich um Entschuldigung-ich weiß ja, dass auch in Bayern etliche anständige Menschen wohnen.

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