„Review: Iron Man 3“

Nach Iron Man (2008), der Fortsetzung Iron Man 2 (2010), Der unglaubliche Hulk (2008) [Der 2003er Hulk bleibt mal lieber außen vor] , sowie Thor (2011), Captain America – The First Avenger (2011) und dem großen und grandiosen Zusammentreffen in The Avengers (2012) kommt mit Iron Man 3 der erste Phase 2“ – Film aus dem Marvel „Cinematic Universe. Natürlich hätte man bei Disney/Marvel alles in den gleich Bahnen lassen können, aber gerade nachdem Iron Man 2 im Vergleich zum Vorgänger teilweise schon stark am schwächeln war und The Avengers so abgeräumt hat, war das keine wirkliche Option. Und da kommt Shane Black, 80er Drehbuchschreiberlegende und Regisseur des wunderbar bissigen Kiss Kiss Bang Bang, ins Spiel.

Iron Man 3 - LogoTony Stark (Robert Downey Jr.), der eben erst zusammen mit den anderen Avengers New York City vor der Zerstörung bewahrt hat, leidet unter Schlaflosigkeit, Angstzuständen und bräuchte dringend eine Auszeit. Ganz zu schweigen von seinen dadurch hervorgerufenen Problemen mit Pepper Potts (Gwyneth Paltrow), die Besuch von einem alten Bekannten namens Killian (Guy Pearce) bekommt, der anscheinend ein doppeltes Spiel spielt. Aber ein Attentat, bei dem sein Freund und Sicherheitschef Happy Hogan (Jon Favreau) schwer verletzt wird, bringt ihn in direkten Konflikt mit dem Mandarin (Ben Kingsley), Kopf der internationale agierenden Terrorgruppe „Die zehn Ringe“, der ein unfassbares Phantom zu sein scheint, dass durch keine Sicherheitsmaßnahme davon abzuhalten ist, jederzeit Chaos und Vernichtung hervorzurufen. Starks Herausforderung des Mandarin führt zur Vernichtung von Tonys Anwesen in Malibu und er muss sich alleine und ohne Rüstung auf die Spurensuche begeben, bei dem ihm nur sein Einfallsreichtum, sowie seine guten Instinkte helfen können. Schließlich führt ihn die Suche in seine eigene Vergangenheit, zu seinen eigenen Fehlern, den Monstern die er selbst in sich und mit anderen erschaffen hat. Am Ende läuft es darauf hinaus, ob Tony Stark nur ein Held ist, wenn er Iron Man ist, oder ob er ein Held ist, der zusätzlich auch einen Kampfanzug besitzt…

Ein „Problem“ der Iron Man – Reihe bleibt uns erhalten: Sie tendiert stetig zur One-Man-Show von Robert Downey Jr. Da die Filme aber eigentlich immer am besten sind, wenn sich Downey Jr. ungebremst austoben darf, verbuchen wir das mal unter „verschmerzbar„. Was man hingegen ziemlich schnell bemerkt, ist der wohltuende und belebende Einfluß von Shane Black. Die Sprüche und Rededuelle sitzen wie angegossen, die Action ist übersichtlicher und man nimmt sich mehr Zeit als bei The Avengers, wo der Plot doch teilweise etwas gehetzt wirkte. Und bei Tony Starks Ausflug in die ländliche Pampa kommt sogar richtiges Buddy-Movie-Feeling aus den 80ern auf und Black schafft es eine Kinderrolle einzubauen, die nicht nervt, was zusammen den wohl höchsten Schwierigkeitsgrad ergibt, der locker gemeistert wird. Downey lebt Tony Stark und ich bedauere jeden armen Tropf, der dieses Erbe eventuell mal versucht zu übernehmen. Gwyneth Paltrow darf zumindest zum Ende hin etwas aus ihrer passiven Rolle raus und Don Cheadle (War Machine/Iron Patriot) könnte morgen mit Black und Downey einen Lethal Weapon-Teil drehen.

Iron Man 3 - 02Auf der der Bösewichtseite findet sich bei Ben Kingsley eine durchaus kontroverse Interpretation des Mandarin, an der sich einige Fans durchaus stören könnten. Und die bösartige Dekonstruktion des medial-überzüchteten Terrorfürsten zum Schluß hin, samt Beschuss des American Way of Life, könnte einigen ebenfalls im Hals stecken bleiben. Persönlich empfand ich es als sehr gelungene Neuinterpretation durch Black. Darunter etwas leiden muss leider Guy Pearces Killian, der bei der Gegenüberstellung mit Iron Man und dem Mandarin, doch etwas leichtgewichtig rüberkommt. Aber es passt in die Story und ist jetzt kein Beinbruch. Bei den Spezialeffekten gibt es absolut nichts zu meckern und im Gegensatz zu The Avengers sieht vieles handgemachter und „echter“ aus. Die 3D-Konvertierung ist nicht zum schreiend wegrennen, aber man kann sich das Geld dafür wirklich sparen. Ein kleines Minus ist auf der Soundtrackseite zu verbuchen, so richtig eingängig und markant geht anders. Wie üblich gilt: Auf die Szene nach dem Abspann warten, denn es passiert nur selten, dass jemand zwischendurch einschläft, wenn Tony Stark eine Geschichte erzählt.

Iron Man 3 - 01Fazit: Iron Man 3 ist weitaus besser als Teil 2, mit Teil 1 auf Augenhöhe, merklich anders – deshalb nicht schlechter – als The Avengers, ein Pflichtprogramm für alle Marvelfans und einfach ein ziemlich guter und unterhaltsamer Film!

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13 Antworten zu „Review: Iron Man 3“

  1. sirdoom schreibt:

    Gegenanzeigen: Ich hab auch so einige negative Kommentare zu Iron Man 3 mitbekommen. Nicht bombastisch genug, Tony Stark läuft zu wenig in Rüstung rum, usw.

    Wenn man sich wirklich viel Mühe gibt, dann kann man das so sehen. Aber da musste man schon verzeifelt suchen oder dachte Iron Man 3 wird The Avengers mit mehr Bumms und nur Iron Man…

  2. Andai schreibt:

    Ich fand gerade diesen Schritt weg von der Rüstung und hin zu Tony Stark deutlich besser, Leider war das 3D sehr schwach, wie ich finde und der Mandarin wie du schon sagtest eher Kontrovers, wobei Kingsley eine faszinierende Interpretation geliefert hat. Trevor war schon durchaus sehr unterhaltsam.
    Besser als 2, aye, Augenhöhe zu 1, wenn man aus den augen lässt, dass 1 damals *neu*war. Ich liebe Tonys Gimmicks und Downey Jr. spielt die Rolle einfach herrlich, da schadet das + an Tony Screentime nicht. Anfangs fand ich die Dialoge und Sprüche etwas künstlich, aber das besserte sich schnell.

    Und der Abspann wie immer ein kleiner, lustiger Opener für zukünftiges.

  3. sirdoom schreibt:

    Ich sag übrigens mal besser „schwaches“ 3D, was nicht zu sehr stört, als ein Grauschleier-Fuckup mit aus dem Bild hängenden Hintern. *g* Aber wie gesagt, hier ist die 2D-Fassung zu bevorzugen^^

  4. Thomas Römer schreibt:

    Hab ihn in 2D gesehen und das war wirklich ordentlich. Der braucht auch, bei allen zusammenstürzenden Containerterminals und Iron-Men-Geschwaderballett, kein 3D. Musik fand ich OK, aber irgendwo hat Black Sabbath gefehlt, Sound war bei uns im Kino ein bisschen dünn.
    Die Mandarin-Dekonstruktion fand ich, mit allen Bezügen auf die Medienlandschaft, richtig gelugen. (Aber ich kenne ja glücklicherweise auch diese amerikanischen Schundheftchen nicht – Frankobelgien FTW! –, also kann mir das Original glücklicherweise scheiß-e-gal sein.

  5. sirdoom schreibt:

    Bokelberg siehts ähnlich wie meinereiner

  6. Pingback: “Green Lantern – Review” |

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  8. Pingback: “Review – Guardians of the Galaxy” |

  9. lawgunsandfreedom schreibt:

    Endlich gesehen. Kam mir im Vergleich zu Teil 1 und 2 ein bisschen „unrund“ vor, wenn auch die Story ziemlich gut war. Auch wenn Teil 2 zum ersten abfällt, ist das der Teil den ich gerne mal nebenher gucke. Unterhaltsam, unobtrusiv, schön egozentrisch, usw.

    Der 3. Teil ist stellenweise anspruchsvoller und auch anstrengender. Nix zum nebenher gucken. Trotzdem zündet der bei mir nicht so, wie Teil 1 + 2.

    Die Iron-Man-Comics kenne ich nicht. Deshalb stört mich die Filminterpretation z.B. vom Mandarin (die ich ziemlich gut fand) nicht so, wie die Thor-Adaption, von der ich die Vorlagen kenne.

  10. Pingback: “Review – Avengers: Age of Ultron” |

  11. Pingback: “Review – Jurassic World” |

  12. Pingback: „Review – The First Avenger: Civil War“ |

  13. Pingback: „Review – The Nice Guys“ |

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