„Adblocker – Bitte seid nicht so fies zu uns, wenn wir euch zumüllen“

Adblocker oder Werbefilter blockieren einen Großteil der Werbung auf Webseiten. Sie beschleunige damit den Seitenaufbau, helfen Ressourcen zu sparen (siehe auch Drosselkom), verbessern die Sicherheit beim surfen und verhindern, dass zwei komplette Rechenkerne ins Nirwana takten, weil irgendwelche Flashanwendungen Leistung bis zum Erbrechen ziehen. Außerdem tragen sie zum Datenschutz bei, in dem sie das massenhafte Sammeln von Besucherdaten verhindern.

Der Haken für die Seitenbetreiber: Ein Großteil der Werbung wird ausgeblendet und es gibt keine Einnahmen. Deshalb gibt es gerade eine Kampagne der Betreiber(u.a. Spiegel Online und der Zeit), den Kunden nett darum zu bitten, ihren Adblocker auszuschalten.

Adblocker - Logo Und wer das macht ist ein gutgläubiger Vollidiot. Denn wer im Netz ohne Adblocker surft wird von aufploppender, blinkender Dauerwerbung mit Lautstärke Düsenjet nur so dichtgebombt. Ganz abgesehen von den Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Adblocker sind Notwehr des Users gegen vollkommen amokgelaufene Werbeabteilungen!

Nun kann man Adblocker auch gezielt für einzelne Seiten deaktivieren. Und für Golem.de mache ich das auch, denn die geben sich wenigstens Mühe, dass ihre Seite auch mit Werbung erträglich bleibt, weil sie sich an Regeln halten: „Keine Layer-Ads, die sich ungefragt über Inhalte legen und erst weggeklickt werden müssen. Unterbrecherwerbung, die vor beziehungsweise zwischen einzelne Seiten geschaltet ist und erst nach gewisser Zeit oder auf Klick zu den eigentlichen Inhalten weiterleitet, erlauben wir nicht. Werbung darf sich nur großflächig über die Inhalte legen, wenn der Nutzer die Werbung explizit anklickt. Fährt man nur mit der Maus über die Werbung (Mousover), sind nur Effekte in kleinem Umfang erlaubt, die auch von allein schnell wieder verschwinden. Solche Werbung wird bei uns aber extrem selten geschaltet. Werbeformen wie die grünen Links von IntelliTXT mitten im Text, die auf Mousover reagieren, erlauben wir zwar, zeigen sie aber nur auf älteren Artikeln an, um unsere Stammnutzer zu schonen. Werbung darf nicht ungefragt Ton abspielen. Auch das ist nur nach einem Klick auf die Werbung erlaubt. Videos, die in die Werbung eingebettet sind, dürfen nur einmal abgespielt werden, nicht in einer Endlosschleife.

Adblock SPON ZeitWerbung, die beim Laden oder Verlassen der Seite neue Fenster öffnet – Pop-ups oder Pop-under -, ist nicht erlaubt. Werbung, die offensichtlich unseriös ist, lassen wir auf Golem.de nicht zu. Das war in der Vergangenheit vor allem bei Werbung, die über Google Adsense eingespielt wird, immer mal ein Problem. Wir haben aber auf entsprechende Hinweise reagiert und die Werbenden auf eine Blockliste gesetzt, wie so mancher Nutzer bestätigen kann. Werbung, die die CPU übermäßig belastet, wird abgeschaltet, bis eine Version vorliegt, die unsere Kriterien erfüllt. Auch das kommt immer mal wieder vor. Sollte es Probleme mit Anzeigen auf bestimmten Geräten oder in bestimmten Browsern geben, wird die Werbung für diese Geräte/Browser deaktiviert, bis eine Korrektur vorliegt. Die Zahl der gleichzeitig sichtbaren Banner auf unseren Seiten ist eng begrenzt. Wir animieren unsere Werbekunden eher dazu, eine großflächige und aufwendig gestaltete Anzeige zu schalten als kleine, blinkende Banner. Werbung sollte nicht mehr Raum einnehmen als unsere Inhalte. Da aber bei jedem Seitenaufruf der Adserver automatisch entscheidet, welche Werbung wo angezeigt wird, kann es passieren, dass diese Regel verletzt wird. Dann sind wir für Hinweise samt Screenshots dankbar. Nur so können wir eingreifen. Wir verzichten darauf, nicht verkaufte Werbeplätze mit blinkender Billigwerbung zu füllen. An einigen Stellen setzen wir Textanzeigen ein, andere bleiben komplett leer.“

Also SPON und Zeit, ganz einfache Geschichte: Setzt eine solche Selbstverpflichtung auf und haltet euch dran, dann können wir gerne drüber reden.

adblock FAZ - SüddeutscheUpdate: FAZ und Süddeutsche ziehen nach. Irgendwie scheint das abgesprochen gewesen zu sein. Die Reaktionen der Leserschaft ist übrigens anscheinend ziemlich negativ. Entweder grundsätzlich, oder nachdem sie für die jeweiligen Seiten ihren Adblocker ab- und ganz schnell wieder eingeschaltet haben, weil unerträglich.

Update 2: Laut Aussage der Macher von Adblock Plus ist die Kampagne der Verleger ein voller Erfolg: Für Adblock Plus…

Adblock Plus Twitter - Erfolg der Adblock-Abstell-Kampagne der Verleger

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5 Antworten zu „Adblocker – Bitte seid nicht so fies zu uns, wenn wir euch zumüllen“

  1. Wallace schreibt:

    Übrigens ist Flash aus informatischer Sicht ein Haufen stinkender Abfall, der -wenig überraschend- einer beliebter Angriffsvektoren für Viren ist. In der Vergangenheit haben solche Angriffe auch schon über Flash-Werbung auf eigentlich seriösen Seiten stattgefunden. Adblocker sind also nicht nur ein Mittel zum entspannten surfen sondern auch ein Sicherheitsfeature.

  2. sirdoom schreibt:

    Gerade da viele Nachrichtenseiten viele ihrer Werbefenster über ominöse externe Dienstleister mit Flash vollknallen. Womit wir dann diverse Drittanbieter als Einfallstor haben.^^

  3. Pingback: “SPON, INSM und die Gerechtigkeit” |

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