„Review – Red Tails“

Eine Gruppe afroamerikanischer Jagdflieger der 332nd Fighter Group wird 1944 nach Italien in den Kampfeinsatz geschickt, nachdem sie während Rekrutierung und Ausbildung zahlreichen rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt waren. Als sogenannte Tuskegee Airmen müssen sie mit veralteten und verschlissenen Curtiss P-40 Warhawk Angriffe auf Straßentransporte und Eisenbahnzüge fliegen – statt gemäß ihrer Qualifikation über dem Reich gegen die Luftwaffe zu fliegen.

Red Tails LogoAufgrund der hohen Verluste der Bombermissionen werden schließlich die Tuskegee Airmen herangezogen und bekommen nagelneue North American Aviation P-51 Mustang, deren Heck blutrot lackiert wird, weswegen sie bekannt werden als die Red Tails.

Seit ungefähr 20 Jahren wollte George Lucas einen Film über die afroamerikanischen Piloten der Red Tails machen. Aber Schwarze die heldenhaft Weiße abknallen, auch wenn diese Nazis sind, sind bei Mainstreamproduktionen Hollywoods nicht allzu weit oben auf der Beliebtheitsskala. Also hat George Lucas am Ende die grob 40mio U$D Produktionsbudget selber aufgebracht und einfach angefangen zu drehen, da der Film sonst wahrscheinlich nie gedreht worden wäre.

Red Tails03Lucas stated that the long delay in the production of the film was because major film studios balked at financing and marketing a film with an all-black cast and no major white roles. He went on to explain that studios receive 60% of their profit from overseas, and the studios feel there is no market there for films with all-black casts.

Red Tails02Aber kommen wir zum Film. Da darf man storytechnisch nicht zu viel erwarten. Alles relativ vorhersehbar, die Dialoge sind ein bißchen hölzern, aber gehören noch zu den besseren in Lucas‘ Repertoire. Es gibt auch keine große Differenzierung: Die Nazis sind böse und werden weggeballert, die Helden sind die Helden und es gibt immer wieder den „guten Weißen„, der sie unterstützt. Nebenbei sammeln sich kleinere bis mittlere historische Ungenauigkeiten an (aus einem Patrouillenboot wird da auch mal ein von einem Jagdflugzeug versenkter Zerstörer) und der betont „moderne“ Soundtrack ist auch nicht immer passend.

Red Tails01Dazu kommt noch eine kleine Stalag 13-Einlage und jede Menge Luftkämpfe. Und damit sind wir beim wirklich positiven Teil angelangt: Unter Federführung von ILM gibt es endlich mal wieder Luftkämpfe die den Namen verdienen und ganz hervorragend aussehen und sich teilweise richtig lebendig anfühlen. Und leicht nach den alten Star Wars-Teilen riechen, was durchaus unter positiv zu werten ist.

Wer also mal endlich wieder einen WW2-Actionfilm mit beeindruckenden Luftkämpfen sehen will, wo der Rest nicht wirklich stört, dem kann man Red Tails nur empfehlen und wird gut unterhalten. Wer da „Der Soldat James Ryan“ oder gar „Band of Brothers“ mit Flugzeugen erwartet, ist hingegen an der falschen Adresse.

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Eine Antwort zu „Review – Red Tails“

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