„Next Level – Sony und MS bei der Konsolenschlacht“

Während Nintendo immer weiter in der Versenkung verschwindet, rüsten sich Sony und Microsoft für die nächste Runde der Konsolenkriege. Nachdem Sony in den letzten Jahren im Unterhaltungsbereich merklich Federn gelassen hat, sei es Linux-Fans verprellen oder die Rootkit-Sauerei, sah es bei Microsoft eher sonnig aus. Wie schnell sich sowas ändern kann, kam wohl auch für MS überraschend.

Sony MS Konsolenschlacht - Logo

Bei Microsoft lief im Zuge der Hype-Vorbereitungen zur Vorstellung der neuen Xbox One so ziemlich alles falsch, was man falsch machen konnte. Der Konkurrent PS4 ist den Grafikchip betreffend auf dem Papier um fast 50 Prozent schneller, aber sowas kann man für Otto-Normal-Verbraucher noch halbwegs geschickt verbergen und die volle Grafikleistung werden die Konsolen eh erst in einigen Jahren rausholen, wenn sich die Programmierer eingelebt haben. Weitaus schlimmer war Entscheidungen von MS wie Gerauchtspielsperre mit teurer Neuaktivierung, Always On Internetzwang,  Wohnraumüberwachung durch die Kinect-Kamera, usw. Vor allem da Sony hier im Gegensatz zu Microsoft einen unglaublich hellen Moment auf Managementebene hatte.

Sony verkündete nämlich stolz, dass die PS4 keinen Always On Onlinezwang haben wird und Gebrauchtspiele auf Disc ohne Probleme getauscht, verliehen oder weiterverkauft werden können. Dazu derselbe Festplattenspeicherplatz wie bei der Xbox One, ansonsten weitaus schneller und ganz einfach mal 100€ preiswerter als die Konkurrenz. Und auf einschränkende Regionalcodes verzichtet man bei Sony im Gegensatz zu Microsoft auch [Link]. Sowas nennt man „Treffer – versenkt„. Dass MS sich eindeutig auf die USA konzentriert – wo man die Xbox One eh mehr als TV-Unterhaltungsgerät sieht, statt als richtige Spielekonsole – und Europa und Asien im Grunde genommen aufgegeben hat, ist ein weiterer Indikator, dass man in Redmond durchaus weiß, was Sache ist. Auf dem Papier und in den Herzen der  Gamer haben Sony und die PS4 den Krieg jedenfalls längst gewonnen. Microsoft kann nur auf die Uninformiertheit der Masse und die Treue der Fanboys hoffen. Ansonsten werden das ein paar richtig üble Geschäftsjahre…

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11 Antworten zu „Next Level – Sony und MS bei der Konsolenschlacht“

  1. pseudo-anonymous schreibt:

    Sony hat Loco Roco.
    MS hat – keinen Kaufgrund, der mir einfällt.
    Ist dieser „Krieg“ nicht schon seit etlichen Konsolengenerationen entschieden gewesen? 😉

  2. Agent Pöhlemann schreibt:

    Gekoppelt mit den aktuellen NSA-Nachrichten ist Online-Only ein verstärktes Marketingdebakel. 😀

  3. The Nightwatcher schreibt:

    Ja es ist einfach auf jemanden einzutreten, wenn er, wie MS, schon am Boden liegt. Und ja, es macht auch Spaß, weil sich derjenige selbst dank großer Attitüde dort hin begeben hat, aber man sollte kurze Schwäche nicht mit totalem Versagen verwechseln. MS ist bei weitem nicht so am fertig mit der Welt, wie immer gerne unterstellt wird!

    Zunächst: Ich bin kein MS-Fanboy, wobei ich zugegebener Maßen die 360 der PS3 vorziehe, aber auch beide im Wohnzimmer stehen habe. Also bitte keine Beschudligungen.

    Fakt ist Sony steht momentan recht gut da UND DAS MUSS anhalten, denn so gut geht es der Unterhaltungssparte durch aus nicht. Vor nicht allzu langer Zeit wurde erst das HQ in NewYork verscherbelt, um kurzfristig wieder an Geld zu kommen. Microsoft hat da den deutlich längeren Atem.
    Neben dem finanziellen Aspekt kommt noch das fleißige Netzwerken, das MS da im Hintergrund betrieben hat. Sport und Pay-TV sind in Amerika sehr beiliebt und wer sich eh eine Set-Top-Box ins Wohnzimmer stellt, der kann auch gleich zur XboxOne greifen, zumal die aller Wahrscheinlichkeit über das Abo finanziert werden kann. Das man dann noch damit spielen kann wird für viele ein weiterer Anreiz sein, da auch die Amis sparen müssen.
    Ein ähnliches Modell ließe sich auch in Deutschland über die Telekom, Vodafone oder Sky realisieren. Letztere haben zwar dementiert, aber das gehört ja schon fast mit zum guten Ton.
    Dazu kommt, dass selbst wenn sich MS nur auf den Nordamerikanischen Kontinent konzentrieren würde, es einer, wenn nicht der größte Markt in diesem Sektor ist. Das reicht noch, um gut Geld zu verdienen.
    Sony hingegen muss jetzt nach den Worten auch Taten folgen lassen. Klar, kein DRM, Region-Free und nicht Always-On klingen jetzt gut, aber trifft das auch auf die Publisher zu? Lässen sich EA, Ubisoft und die anderen wirklich darauf ein oder hat Sony nur für sich selbst gesprochen oder muss man, um das neue Dragon Age spielen zu können, doch permanent On sein?
    Dazu kommen noch zwei andere wichtige Faktoren:
    1. Was bieten mir die Spiele dieser Generation, was mir die der Letzten nicht bieten konnten?
    –> Recht wenig. Der tatsächliche Mehrwert der neuen Titel liegt vor allem in der Grafik und vielleicht in der Gegner KI. Der Sprung von der letzten auf diese Generation war schon deutlich kleiner, als der davor und jetzt wird er noch geringer ausfallen. Warum also wechseln?
    Womit wir zum 2. Punkt kommen, dem Launch-Titeln.
    –> Bisher sind ein neues Killzone, ein Rennspiel und ein Jump’N’Run offiziell von Sony bestätigt.
    Nicht gerade das, was mich persönlich aus den Socken haut. Nintendo würde für ein deutlich umfangreicheres Line-Up schon verbal geteert und gefedert. Das muss Sony noch ein paar Schippen draufpacken!

    Bleibt noch BigN, die die E3 zur Initialzündung für die WiiU hätten nutzen können, aber stattdessen wieder den Motor fast abgewürgt hätten.

    So langsam komme ich mir vor, wie auf einem jährlichen Schultanz:
    Nintendo ist dabei der vor einem Jahr von den Mädels als ganz niedlich befundene Junge, der jetzt mit Akne übersäht ist und sich dank Hormonüberschuss hemmungslos an alle, die bei 2 nicht das Weite gesucht, haben mit billigen Anmachsprüchen heranwanzt.
    Microsoft der missverstandenen Wilde, der durch seine Art alle vor den Kopf stößt, aber trotzdem von einigen heimlich beäugt wird.
    … und Sony ist das Mauerblümchen, das eigentlich gar nicht kommen wollte, sich dann doch umentschieden hat und nun mit übertriebener Offenheit um Aufmerksamkeit buhlt.
    Alles drei Teilnehmer, die mir schon im echten Leben als Ausrede gedient haben mich von diesen Veranstaltungen fern zu halten.
    … aber halt, da ist ja noch wer – der PC, der mit non-konformer Mucke und getunter Karre auf dem Parkplatz steht und mir ein Bier aus seinem Kofferraum anbietet. Ganz ohne Tamtam!

    Naja, vieleicht leiste ich ihm noch etwas Gesellschaft oder ich schnapp mir doch das zur Schlampe mutierte Mauerblümchen … mal sehn …

  4. DarkISI schreibt:

    Hab vor zwei Wochen auch mal über die X-Box One gebloggt. Da jedoch weniger Fokus auf die Technik und mehr auf die Überwachungsproblematik gelegt. Die, gerade in Deutschland, auch zu abstrusen rechtlichen Problemen führt.
    X-Box One Besitzer können nämlich niemanden in ihre Wohnung lassen, ohne vorher ein Freigabeformular bzgl. der Video- und Audioüberwachung unterschreiben zu lassen. Theoretisch könnte das sogar schon für den Paketboten gelten, wenn die X-Box auf die Wohnungstür ausgerichtet ist.

    http://www.darkisi.de/2013/05/uberwachungsgerate-frei-haus/

  5. The Nightwatcher schreibt:

    Hmm, interessant geschrieben, DarkISI und leider auch ein irgendwie realistisches Szenario – selbst wenn man nur die Marken erkennt, die man so im Haushalt hat … „Aha, Famile Meyer trinkt viel Pupsi Cola, denen werden wir gleich mal die passende Werbung andrehen!“
    Aber hier ist eben auch die Eigenverantwortung jeden Einzelnen – Wer lacht da? – gefordert, was im Endeffekt heißt „Nicht kaufen!“. Auf der anderen Seite geben genügend Leute ihr komplettes Leben auf Facebook, Youtube oder mittels Blog – die will ich mal nicht auslassen, soll aber keine Anspielung sein – bekannt, so dass ihnen eine Kamera mehr nun auch egal ist. 😉

  6. sirdoom schreibt:

    ^^Guter Kommentar! Und klar war ich etwas einseitig, aber MS hatte auch gerade sowas von verdient! *grlm*

    „… aber halt, da ist ja noch wer – der PC, der mit non-konformer Mucke und getunter Karre auf dem Parkplatz steht und mir ein Bier aus seinem Kofferraum anbietet. Ganz ohne Tamtam!“

    😛 Wird eingerahmt!

    ^^Was die Eigenverantwortung angeht: Stimmt, solange es eine Wahl gibt. Indem Moment wo alle großen Unternehmen es machen entsteht ein de fakto Monopol, dem man nicht mehr ausweichen kann und es wird zum Zwang. Und klar, man kann immer noch Eremit werden, aber bleiben wir mal realistisch und gehen von einer normalen Mediennutzung aus.

  7. The Nightwatcher schreibt:

    Weil wir hier so schön zusammen sind:
    Ich habe gerade die Bestätigung davon gelesen, was viele – inklusive mir – schon vermutet haben. Sony hat bestätigt, dass die ganze „wir sind so offen, haben kein DRM, Region-Free und nicht Always-On“-Scheiße wirklich nur auf Sony bezogen ist. Die Publisher können da völlig frei schalten, walten und den Kunden verarschen wie sie möchten.
    Da muss sich Sony auch mal die Frage stellen lassen wer jetzt scheinheilig ist? … oder wenn ich mal den Vergleich nochmal aufgreifen darf:
    Nachdem man das scheinbar bereitwillige Mauerblümchen abgeschleppt hat, will Dir nur Knutschen. Fummeln und was sonst noch ist nicht, ganz so hat sie es nun doch nicht gemeint!

    P.S.:
    Man darf nicht vergessen die PS4 wird auch mit einer Kamera ausgliefert! So langsam wirds objektiv wieder eng für Sony …

  8. sirdoom schreibt:

    Na ja, noch führt Sony, es stellt sich bloß immer mehr die Frage, ob sich die Ballschönheit nicht als Transvestit herausstellt, was sich jetzt aber noch nicht abschließend beantworten lässt 😉

    Afaik verkauft Sony die Kamera doch nur gesondert, oder?

  9. sirdoom schreibt:

    Update DRM/Always On/etc.: Da war man wohl etwas voreilig beim aus dem Kontext reissen. Auf Nachfrage hat Sony bestätigt:

    Es geht darum, gebrauchte Spiele online zu spielen, Stichwort: Online-Pass. In dieser Hinsicht wird sich auf der PlayStation 4 gegenüber der PS3 nichts ändern.

    »Das Online Pass-Programm für PlayStation-Spiele von Sony selbst wird auf der PlayStation 4 nicht fortgesetzt. Genauso wie auf der PS3 werden wir aber aber unseren Publishing-Partnern nicht diktieren, wie ihre Strategie mit dem Online-Modus gebrauchter Spiele aussieht. Wie letzte Nacht angekündigt, wird die PS4 über keine Einschränkungen bei der Verwendung von Spiele-Discs verfügen. Wenn ein Spieler ein PS4-Spiel auf Disc kauft, hat er das Recht dieses zu verwenden, im Laden einzutauschen, es an andere Personen zu verkaufen, an Freunde zu verleihen oder für immer zu behalten.«, so die Erläuterung von Dan Race, Senior Director of Corporate Communications bei Sony.

    Damit ändert sich nach dem aktuellen Stand auf der PlayStation 4 gegenüber der aktuellen Praxis auf PS3 und auch Xbox 360 nichts. Wer bei einem gebrauchten Spiel den Online-Modus verwenden will, muss damit rechnen, dass der Publisher einen Online-Pass verwendet hat, den es nachzukaufen gilt. Sony selbst wird bei hauseigenen Titeln auf diese Praxis verzichten, Electonic Arts mottete den Online-Pass bei eigenen Spielen vor Kurzem ebenfalls ein. [Link]

    @Xbox One: MS bewirbt im Zusammenhang erstaunlich oft die Xbox360, sobald sie unangenehme Fragen gestellt bekommen. Und wenn die Xbox One nicht funktioniert, darf man sich keiner Sammelklage anschließen. Obwohl ich mir grad nicht sicher bin, ob dieser Passus nicht auch in den USA ungültig ist. [Link]

  10. The Nightwatcher schreibt:

    Ich könnte mich irren, aber …
    »Die Entscheidung, DRM zu verwenden, liegt in den Händen der Third-Parties [Anm: also EA, Ubisoft und Co.]. Das ist nichts, was wir diktieren, kontrollieren, vorschreiben oder implementieren werden.«
    … tönt jetzt eher nach dem, was ich da geschrieben habe, selbst wenn er es auf Free2Play-Titel bezieht, so steht es doch auch den normalen Publishern ebenso offen!

    … und hier zeigt sich dann auch noch die „Überraschung“ unter dem Rock …
    „Damit geht Sony davon aus, dass sich in einigen Jahren das Thema DRM sowieso von selbst erledigen wird, wenn ein Großteil der Spieler nur noch auf Downloads setzt, die sowieso gezwungenermaßen an einen Account verknüpft sind. Doch bis dahin soll auf der PS4 alles seinen gewohnten Gang gehen, was gebrauchte Spiele betrifft.“

    Diese Tuner-Karre sagt mir irgendwie immer mehr zu … auch die Musik kommt mit so richtig viel Druck. Da ist Dampf hinter!
    … und wenn schon bashen, dann bitte in alle Richtungen, die es verdienen! 😉

    Was die Empfehlung für die 360 angeht, der schließe ich mich gerne an. Preislich derzeit richtig günstig (MediMax bei uns: 360Slim mit 250GB für 180,-€) und mit einem extrem großen Spieleangebot, das mittlerweile auch recht günstig zu haben ist.

    Auch wieder so ein Eigentor von Nintendo, deren Kiste bietet vergleichbare Grafik zu höhrerem Preis und ohne großartigen Softwaresupport.

  11. sirdoom schreibt:

    Ah, Microsoft rudert um 180° zurück: Kein Always-Online-Zwang, die Konsole muss sich nicht länger alle 24 Stunden ins Internet einwählen, alle Spiele-Discs werden mit der Xbox One so funktionieren, wie man es von der Xbox 360 kennt, eine Internet-Verbindung ist nur notwendig, wenn man die Konsole das erste Mal in Betrieb nimmt, alle heruntergeladenen Spiele werden sowohl online als auch offline gleichermaßen funktionieren (mit Ausnahme von Multiplayer-Funktionen natürlich), es gibt keine zusätzlichen Restriktionen für Gebrauchtspiele oder das Eintauschen von Spielen, es wird keinen Region-Lock geben. [Link] Allerdings gibt es keine Garantie, dass das auch längerfristig so bleibt.

    KINECT-Pflicht und Day One Patch bleiben allerdings [Link]

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