„Kairo 2013 – Putscharbeiten!“

Nachdem Arabischen Frühling und der Inbetriebnahme einer irgendwo demokratischen Regierung in Ägypten, unter Vorherrschaft der Islamisten der Muslimbruderschaft hat es Staatspräsident Mursi in kurzer Zeit geschafft den Karren gegen die Wand zu fahren. Mit seinem autokratischen Politikstil  verprellte er erst seine ehemaligen Verbündeten der demokratischen Opposition und später sogar viele seiner Anhänger. Die Wirtschaft sackte immer weiter ab und ständig tauchten neue  Skandälchen auf, während die Islamisierung vorangetrieben wurde.

Protesters gather as they chant anti-President Mohamed Mursi slogans during a protest in Tahrir square in CairoAber die säkulare Opposition hat sich nicht einschüchtern lassen, hatte sie doch noch einen Trumpf in der Tasche, der nach dem Aufgebot auf dem Tahrir-Platz, welches diesmal noch größer ausfiel als während des Arabischen Frühlings, auch gleich freudig ein Statement gen Muslimbrüder sandte: Ihr habt zwei Tage die Sache zu regeln, dann ist Showtime – Die Ägyptischen Streitkräfte! Die Islamisten wissen: Bei erzwungenen Neuwahlen werden sie dramatische Verluste erleiden. Der Respekt für die seit 1928 meist verbotene und verfolgte Organisation beim Volk ist weitgehend verflogen. Wie die Extremisten unter ihren Anhängern darauf reagieren bleibt abzuwarten, aber mit Gewalt ist zu rechnen…

Link: 48h to Counter-Revolution

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11 Antworten zu „Kairo 2013 – Putscharbeiten!“

  1. Cunningham schreibt:

    Als überzeugter Demokrat darf ich solchen Sätzen ja nichts abgewinnen, aber der kleine einem Teufel ähnliche Militarist in mir tanzt gerade ums Lagerfeuer herum.
    Wobei hier anscheinend nur die nächste kurrupte Regierung aus dem Amt gejagd wird und ich theokratien per se erstmal nichts abgewinnen kann.

  2. XDragoon schreibt:

    Es wäre mir auch lieber, wenn es mit anderen Mitteln liefe, aber so langsam mag ich das ägyptische Militär.

  3. sirdoom schreibt:

    Man darf nicht vergessen: Das ägyptische Militär ist immer noch ein Haufen ewiggestriger, kleptokratischer, korrupter und in großen Teilen inkompetenter Reaktionäre. ABER sie sind auch die ultimativ bewaffnete Bastion der säkularen Kräfte. Schnapps, Drogen, Alkohol, Prostituierte und Korruption sind in unter Scharia eher tödlich, ganz davon ab, dass man natürlich alle Offiziere durch linientreue Islamisten ersetzen würde. Was den jetzigen Militärs als nicht besonders tolle Idee erscheint, verständlicherweise. Da spielt also gaaaanz viel Eigeninteresse rein ud gaaaanz wenig Freiheitsliebe. ABER in der derzeitigen Situation wäre mir deren Motivation eigentlich auch eher so egal… 😉

  4. Cunningham schreibt:

    Nicht jeder kann mit einem türkischen Militär gesegnet sein. Wobei man auch da sehr vorsichtig sein muss.

  5. Cunningham schreibt:

    In Ägypten wurde gehandelt. Mursi steht unter Hausarrest und wie es scheint ist die Armee durchaus bestrebt die Macht wieder abzugeben.

  6. sirdoom schreibt:

    Etwas Background: Mursi und die Muslimbrüder haben durchaus versucht, im Militär die Führung auszutauschen, sind dabei aber auf gewaltige Hindernisse gestoßen. Von der Führungsriege konnten sie nur einen austauschen und haben Armeechef Mohammed Hussein Tantawi durch General Abd al-Fattah al-Sisi ersetzt. Kleiner Haken, den sie nicht bedacht haben:

    Sisis soll zwar ziemlich gläubig sein, versteht sich allerdings als treuer Anhänger des säkularen, autoritären Gamal Abdel Nasser, dem Übervater und Atatürk des modernen Ägyptens und einem Kritiker der Muslimbruderschaft.

    Und Sisi hat auch vom letzten Mal gelernt. Anstatt selbst das Ruder zu übrnehmen und in einen Haufen Fettnäpfchen zu treten, hat er eine nationale Front aus allen Parteien abseits der Muslimbruderschaft gebildet, hat eine große Show abgezogen, dass das Militär quasi zum Eingreifen gezwungen wurde und hat dafür gesorgt, dass schnell jemand anders die politische Verantwortung übernimmt. Der Mann hat Ahnung oder gute PR-Berater.

  7. Cunningham schreibt:

    Ich könnte schwören, dass das Foto von al-Sisi auf Wikipedia vor kurzen noch nicht ganz so „weltmännisch“ aussah.

  8. sirdoom schreibt:

    ^^gute PR-Berater 😉
    new management

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