„Review – Man of Steel“

MoS - LogoClark Kent (Henry Cavill) ist ein junger Mann mit Superkräften jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft, der sich  gerade deswegen allein und isoliert fühlt. Vor Jahren hat ihn sein Vater Jor-El (Russell Crowe) von dem im Untergang befindlichen Planeten Krypton zur Erde geschickt und nun sieht sich Clark ständig mit der Frage konfrontiert: Wieso bin ich hier? Geprägt von den Werten seiner Adoptiveltern Martha (Diane Lane) und Jonathan Kent (Kevin Costner) entdeckt Clark bald, dass Superkräfte zu haben Verantwortung mit sich bringt und es stellt sich die Frage, wie die Menschen auf seine Andersartigkeit reagieren werden, wenn seine Kräfte allgemein bekannt würden. Was kurz bevor steht, da Reporterin Lois Lane (Amy Adams) Clark Kents Geheimnis‘  auf der Spur ist. Doch als die Welt vom finsteren General Zod (Michael Shannon) angegriffen wird, braucht sie ihren Superman dringender als jemals zuvor – ob sie nun dafür bereit ist oder nicht.

MoS - FlightWenn man sich Zack Snyders‘ (der grandiose Watchmen, das gelungene Dawn of the Dead – Remake, 300 oder auch den zumindest von mir gemochten Sucker Punch) Man of Steel einfach nur anschaut, dann hat das schon was. Tolle Schauspieler, wunderbare Optik, wuchtige Filmmusik, epische Landschaften und eine – fast zu lange – Zerstörungsorgie zum Finale, die auch die letzten zehn Blockbuster, wo „New York“ vernichtet wurde, verblassen lässt. Superhelden-Monumentalfilm auf höchstem Niveau. Und dann macht man einen Fehler: Man denkt darüber nach, welcher Subtext unterhalb der Zerstörungsorgie eigentlich abgeliefert wird. Und da wird es verdammt ekelig

MoS - ZodSuperman war schon immer eine Heilsfigur mit religiösen Untertönen, aber was die Drehbuchautoren Christopher Nolan und David S. Goyer hier abliefern geht einen ganz gewaltigen Schritt weiter. Es wird explizit im Film erwähnt, dass Superman 33 Jahre alt ist (Jesus), Vater Kent ist der Handwerker, dessen Filmtod unglaublich dämlich ist, Mutter Kent die von Gott Erweckte, Supermans richtiger Vater Jor-El ist Gott, der sich nicht zu direkt in die Geschicke der Menschen einmischen kann und darf, General Zod ist ein „atheistischer“ Satan, welcher der Wissenschaft und Technik am Ende doch nur ausgeliefert ist und nicht anders kann, während die „Guten“ durch Glauben vorankommen. Eine von Zods‘ Scherginnen darf „die Evolution“ verteidigen und ausführen, dass die „böse“ Evolution nur den Sieg von Satan Zod und seinen Truppen zulassen kann. Im Grunde ist der ganze Film nichts anderes als evanglikale Glaubenspropaganda.

MoS - LoisUnd Maria, ich meine natürlich Lois Lane, darf Superman auch nur einmal züchtig küssen, ansonsten muss das schmachtende Weib auf die Hochzeit warten. Glaube ist gut und richtig, Wissen und Logik sind der ultimative Pfad in die Verdammnis und die größte Beleidigung überhaupt: Wer kein Christ ist, der kann gar keine Ethik und Moral haben, das ist ausgeschlossen. Als sich dieses gewollte Bild in meinem Kopf ausbreitete, ist mir doch fast die Coke wieder die Speiseröhre hochgekrochen, während ohne jegliche Rücksicht auf Kollateralschäden „New York“ vernichtet wird… und wer mir das nicht glauben will: Es gibt sogar eine offizielle Man of Steel Homepage für Prediger, damit sie den Film in ihre Predigt einbinden können. Link: Man of Steel – Ministry Ressources

MoS - SupermanMan of Steel, als bildgewaltiges Superhelden-Epos, erreicht 4 von 5 roten Capes. Man of Steel mit Subtext und Story bekommt gerade noch 1 von 5 roten Capes. Nebenbei: Was leider viel zu kurz kam – wenn auch verständlicherweise – war die Gesellschaft auf Krypton, die politischen Hintergründe, wie es genau zur Selbstzerstörung des Planeten und dem Aufstand kam. Den Film würde ich echt spannend finden! Ich frage mich auch, wie man eine Fortsetzung von Man of Steel drehen will, nachdem man allen „epic stuff“ schon verbraten hat. Und Russel Crow sieht die ganze Zeit wie ein jüngerer Götz George aus, was allerdings kein Problem darstellt, es fiel mir nur auf…

>>> Man of Steel Trailer

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kunst&Kultur, Legende abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu „Review – Man of Steel“

  1. derseltsamedoktor schreibt:

    Ich empfehle dem Imperator als Konterlektüre um den Film wieder zu vergessen den Sonderband Genosse Superman, im englischen Orginaltitel Superman: Red Son.
    In diesem alternativen Universum landet der kleine Kal-El nicht im mittleren Westen der USA bei gottesfürchtigen US Patrioten sondern auf einer landwirtschaftlichen Kolchose in der Ukraine in der Sowjetunion. Sehr empfehlenswert 🙂

  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ich weiß schon, warum warum ich eher zu Batman oder anderen Superhelden tendierte. Superman ist oberflächlich gesehen ganz nett, aber so sauber und moralisch, daß man kotzen muß.

    Kein Film für mich. Ich kann so schwer das Hirn abschalten und gegen evangelikale Bessermenschen habe ich sowieso was.

  3. sirdoom schreibt:

    Danke übrigens für Anwesenheit, hat mich animiert mal wieder Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb zu schauen 🙂 Und der Superman – Red Son hört sich wirklich interessant an, gerade weil „Sauberman“ da mal in die ethische Problemzone kommt!

  4. sirdoom schreibt:

    Also man kann das sicherlich ausblenden. Mir fiel es bloß recht plötzlich und brachial auf, als eine von Zods Scherginnen ihren „Evolution! Wir glauben an die Wissenschaft! Wir sind die Bösen! Und gewinnen *muhahahahahaha*“ – Dialog hielt, bevor Superman sie umhaut. Und ab da… Ansonsten ist der Film nämlich wirklich optisch toll, die Schauspieler gut, jede Menge Action, usw. Wobei ich auch zugeben muss, dass Superman auch für mich immer schon der langweiligste der Superhelden war.

  5. sirdoom schreibt:

    Der Mann aus Stahl trifft den dunklen Ritter: 2015 werden Superman und Batman erstmals gemeinsam in einem Kinofilm zu sehen sein – allerdings nicht in friedlicher Koexistenz, wie Regisseur Zack Snyder jetzt schon mal verraten hat</strong>.

  6. farmerboy schreibt:

    Da fällt mir gerade ein….

    Auch sehr nett ^^ http://www.youtube.com/watch?v=8er83h9Bbn8

    Der Film war übrigens wirklich durchwachsen.. als Actionfilm nett, die biblische Komponente hingegen…..

  7. sirdoom schreibt:

    ^^*hihi* Wie geil, 100 Nerd Credibility Points! 😀

  8. Pingback: “Movies of the Year 2013″ |

  9. Pingback: “Review – American Hustle” |

  10. Pingback: “Review – Noah” |

  11. Pingback: “Review – Jack Ryan: Shadow Recruit” |

  12. Pingback: “Review – Avengers: Age of Ultron” |

  13. Pingback: “Review – Codename U.N.C.L.E.” |

  14. Pingback: “Review – Batman v Superman: Dawn of Justice” |

  15. Pingback: „Triple Feature Review – Hardcore – Sully – Das Jerico Projekt“ |

  16. Pingback: „Triple Feature Review: Arrival – Boston (Patriots‘ Day) – The Great Wall“ |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s