Review: Kill Decision von Daniel Suarez“

Inhalt: Sie leben nicht. Aber sie töten. Blutiger Drohnenangriff auf eine Pilgerstätte im Irak. Ein weiterer Angriff trifft eine kalifornische Universität. Die Biologin Linda McKinney ahnt nichts davon: Sie erforscht in Afrika gerade eine besonders aggressive Spezies von Ameisen, als sie mitten im Dschungel gekidnappt wird. Ihr Entführer gehört zu einem Spec-Ops-Team, welches ihr mit der „Entführung“ das Leben rettet, kurz bevor ihre Unterkunft in Rauch aufgeht. Wer sind die Mächte, die Lindas Forschungen zur Schwarmintelligenz für ihre dunklen Zwecke nutzen und sie aus dem Weg haben wollen? Während sich in den USA grauenhafte Bombardements häufen und in den hintersten Winkeln des Planeten Millionen fliegender Tötungsmaschinen vom Band laufen, machen sich das Spec-Ops-Team und McKinney daran, abseits aller offiziellen Kanäle die Welt vor einem globalen Konflikt zu bewahren.

Kill Decision - LogoWenn die FAZ und Frank Schirrmacher ein SciFi-lastiges Buch pushen, heißt es normalerweise Vorsicht – auch wenn ich mich immer freue, wenn überhaupt ein deutsches Mainstreammedium SciFi anfasst! Man kann nämlich als SciFi-Fan davon ausgehen, alles schon mal besser und interessanter gelesen zu haben. Insofern war ich von Daniel Suarez‘ KILL DECISION sehr positiv überrascht. Aber kommen wir erst mal zu den negativen Punkten. Die deutsche Übersetzung ist zumindest problematisch und hakt jedes Mal, wenn es militärisch-technisch wird. Andererseits würde ich selber auch nicht der arme Übersetzer sein wollen, der versuchen darf US-Militär-Akronyme sinnvoll und griffig zu übersetzen, ohne das es sperrig wird, ganz davon ab, dass es sich hier um ein Gebiet handelt, wo ein großer Teil des Vokabulars noch gar kein deutsches Äquivalent hat. Unter diesen Gesichtspunkten geht das also in Ordnung, dem des Englischen fähigen Leser empfehle ich trotzdem die Originalausgabe.

Daniel Suarez - Kill Decision - CoverStilistisch reiht sich Suarez irgendwo zwischen Tom Clancy und Michael Crichton ein, was an sich nicht unbedingt schlecht ist, aber er pickt sich leider auch deren Schwachpunkte mit heraus, insbesondere eine eher flache Charakterisierung und gerne auch mal die ein oder andere Peinlichkeit, was die Namensgebung angeht. Kill Decision wird immer dann gut, wenn es um den Near Future-Aspekt geht und aktuelle Technik extrapoliert wird. Hier werden dann Szenarien und Situationen so aufgebaut und spannend erläutert, dass es eine Freude ist. Dazu gibt es Blockbuster-Action und etwas Humor. Wenn man sich also damit abfindet, dass Kill Decision seine provokanten und warnenden Botschaften in Mission Impossible-Manier verpackt, dann kann man nur eine Empfehlung aussprechen. Wer mehr erwartet wird leider enttäuscht. Gerade vom technischen Background und den dargestellten Szenarien sollte man aber trotzdem mal einen Blick riskieren.

TED Talks: Daniel Suarez – The kill decision shouldn’t belong to a robot

> Kill Decision in der FAZ
> Kill Decision beim Hessischen Rundfunk
> Kill Decision auf der Phantastik-Couch

>NSA-Affäre: Daniel Suarez – Wenn du überwacht wirst, bist du politisch kastriert

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