„Ein Tsunami aus Terror“

Göttingen versinkt im Terror. Tausende von marodierenden Junggrünen ziehen durch die Straßen und verprügeln wehrlose Bürger und zwingen sie Soja-Bratlinge zu essen. Diese Grüne Gestapo, diese Öko-RAF, diese Panzertruppe Hanf ist der Auftakt zu Weimar im 21. Jahrhundert und den daraus zu erwartenden Konsequenzen. Stimmt natürlich alles nicht, aber wenn man einige Berichte liest, könnte man auf diese Idee kommen. Auch die FAZ schafft es in einem Glanzstück propagandistischer „Berichterstattung“ den Eindruck zu erwecken und der Leserkommentarbereich quillt geradezu über [Link: AfD sieht sich Angriffen ausgesetzt].

Ein Tsunami aus Terror - LogoAber fangen wir mal von vorne an. Die Alternative für Deutschland ist eine konservativ-liberale Protestpartei, die in den Medien gerne als „Anti-Euro-Partei“ bezeichnet wird, auch wenn das so gar nicht mal stimmt. Wie bei jeder neuen Parteigründung zieht es die Spinner dabei wie die Motten zum Licht und die AfD kämpft mit „Zuwanderung“ aus dem ultrarechten Lager. Auf Bundesebene distanziert man sich davon und will natürlich nicht unterwandert werden, wobei man ob einiger ideologischer Kämpfer des sozialdarwinistischen Paleolibertarismus in der AfD schon im Auge behalten sollte, welcher Flügel da die Vorherrschaft erlangt. Auf Landes- und Lokalebene hingegen, sind die Sympathien da schon anders verteilt. Je nach Region haben rechtsextreme Kräfte sich schon in den Eingeweiden festgefressen. In Göttingen, dem home turf von Onkel Dittmeyer Trittin, rief die Grüne Jugend Göttingen zu wohlgemerkt friedlichen Protesten gegen die AfD auf [Link], da gerade bei der Göttinger AfD gewisse Zweifel an der Ausrichtung bestehen, um es mal möglichst unbestimmt zu sagen [Link: Neonazi-Problem bei der Göttinger AfD?]. Was im linken Untergrund Göttingens dann doch zu brachialeren Methoden führte. Die Terror-Masterminds dieser Geschichte sind aber natürlich und eindeutig die Grünen, wie sowohl die Zuschriften an die Grüne Jugend Göttingen darlegen [Link], als auch ein weiterer, hochgeistiger Kommentar von der selbsternannten „Lichtgestalt“ der deutschen Mischung aus Paleolibertarismus und der Schnittmenge nationalkonservativ/rechtsextrem, dem Herausgeber und Chefredakteur von eigentümlich frei, André F. Lichtschlag [Link: Göttinger Sumpf: Grüner Terror?].

Dabei finde ich folgendes hochinteressant: Wenn die NPD ihre Schlägertrupps losschickt und Asylantenheime anzünden lässt und Menschen sterben, dann sind das nicht beweisbare Einzelfälle und – Achtung! – wenn die NPD verfassungsfeindlich wäre, dann wäre sie ja verboten. Da sie das nicht ist, darf man sie auch nicht verbieten, da sie ja nicht verfassungsfeindlich ist. Was natürlich ein typischer non sequitur ist. Aber wenn der Veggieday droht – staatliche Totalüberwachung und NSA-Affäre sind ja wesentlich unwichtiger – und ganz normale Protestveranstaltungen von einer grünen Jugendgruppe initiiert werden, dann ist dem Faschismus Tür und Tor geöffnet. Da sollte man vielleicht mal einen kleinen, persönlichen Systemcheck machen…

Disclaimer: Der Autor ist nicht Mitglied der Grünen, wählt nicht grün und sieht gesetzlich angeordnete Veggiedays als nicht zielführend an. Der Autor billigt auch explizit nicht den Einsatz von Gewalt im politischen Umfeld. Dafür hatte der Autor schon ein paar Mal das Vergnügen im Göttinger Umfeld auf AfDler zu treffen, die man wohl durchaus als U-Boote gewisser anderer Parteien bezeichnen könnte…

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7 Antworten zu „Ein Tsunami aus Terror“

  1. pseudo-anonymous schreibt:

    Was mich immer wieder an Weltfremdheit und Naivität beeindruckt ist der Vorschlag, Tofu und anderen Soja-Produkten statt Fleisch und tierische Eiweiße den Vorzug zu geben. Irgendwie haben die grünen, schwachköpfigen Schafe und Papageie sich nie mit dem kommerziellen Anbau von Soja in zum Beispiel Brasilien und dem Produkt Round-Up beschäftigt – ware auch unangenehm, wenn man sich ein moralisches Eigentor nach dem anderen schießt, also lieber Augen zu und schön mit Parolen gegen die bösen Fleischfresser und Umweltsünder wettern. *`kopfschüttel*

  2. pseudo-anonymous schreibt:

    *seufz* +n +n +n -a +ä 😉

  3. sirdoom schreibt:

    Altes Problem: Bei allem Wunsch danach was Gutes zu tun zu übersehen, dass Überreaktionen in beide Richtungen eher negativ geraten.

    Nebenbei: Ich wäre durchaus für einen oder mehr Veggiedays zu haben, das sollte bloss die Kantine mit den Kunden einmal jährlich abstimmen und es sollte kein Gesetz für einen Veggieday geben.

  4. lawgunsandfreedom schreibt:

    Tja – „gut gemeint“ bedeutet nicht gut gemacht. Tatsächlich ist es eher das Gegenteil von gut gemacht. Die Grünen versuchen den Bürgern ihr gut gemeintes, aber oft lebensfernes Ideal per Dekret oder Verbot überzustülpen. Ich hab‘ aber was gegen paternalistische Parteien und Leute, die glauben, daß ihre persönliche Ideologie das Heil aller anderen Menschen bedeutet.

    Egal ob die Missionare nun in religiöser oder ideologisch-politischer Absicht kommen – ich tue gerne das Gegenteil davon, was die von mir verlangen. Nur um sie zu ärgern. Mich überzeugt man eher mit gutem Beispiel und echten Argumenten. Die haben die Grünen aber eher selten.

  5. sirdoom schreibt:

    Jemand mit Vorbild und Argumenten überzeugen, gerade was alte Gewohnheiten angeht, ist auch mühsam und dauert lange. Mit Hammer aufn Tisch und befehlen geht da durchaus schneller. Abseits von Diktaturen funktioniert das aber meistens nicht ganz so gut wie vorgestellt. Wobei man ja mal feststellen muss, dass unsere Grünen im Vergleich zu eigentlich allen Parteien in Großbritannien wahre Waisenknaben sind, was sowas angeht! 😉

  6. lawgunsandfreedom schreibt:

    Wenn’s nach den Grünen ginge, dann hätten wir schon lange eine totalitäre Diktatur der Öko-Taliban. Wenn man ihnen Zeit und Stimmen gibt, dann werden sie genau das tun, was ihnen gefällt. Nachdem sie vorher jedem eingeredet haben, das wäre „alternativlos“.

    Kaum zu glauben, daß die Grünen mal als Bürgerrechtspartei angetreten sind. 4 von 9 verfassungsfeindlichen „Sicherheitsgesetzes-Paketen“ haben sie während der rot-grünen Regierung mit durchgepeitscht. Der „Marsch durch die Institutionen“ ist beendet – die Grünen sind genau so geworden wie die, die sie eigentlich bekämpfen wollten. Sie haben es sogar geschafft sie in einigen Punkten zu übertreffen.

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