„Review – Elysium“

Elysium - LogoDas Jahr 2154: Während die Erde ein gewaltiger, überbevölkerter Slum und Niedriglohngebiet für die Industrie ist, leben die Privilegierten und Superreichen auf der Raumstation Elysium, wo jede Krankheit binnen Sekunden durch molekulare Rekonstruktion behandelt werden kann. Aber immer wieder schaffen es Erdflüchtlinge auf abenteuerlichste Weise nach Elysium zu kommen, weswegen Verteidigungsministerin Delacourt (Jodie Foster) mit dem Gedanken eines coup d’état spielt, da die aktuelle Regierung zwar keine illegalen Einwanderer will, aber auch keine Toten in den Medien, was die Effektivität der Maßnahmen doch stark einschränkt. Dazu bräuchte sie allerdings die Hilfe von John Carlyle (William Fichtner, u.a. Drive Angry), dem Exec von Armadyne, dem Hersteller der Elysium-Infrastruktur.

Elysium01Währenddessen wird Ex-Sträfling Max DeCosta (Matt Damon, u.a. Contagion und Green Zone) in einer von Armadynes Sklavenfabriken Opfer eines Strahlenunfalles und umgehend gefeuert. Mit nur noch fünf Tagen zu leben entschließt sich Max seine kriminellen Connections zu nutzen, um irgendwie nach Elysium zu gelangen. Der Chef der Kriminellen, Spider (Wagner Moura), schickt Max auf die Jagd nach Geschäftsinformationen und Zugangscodes im Gehirn von Armadynes Exec John Carlyle, wobei Max auf ein Override-Programm für Elysiums Betriebssystem stößt. Verteidigungsministerin Delacourt schickt panisch C.M. Kruger (Sharlto Copley, u.a. The A-Team), einen ihrer Ax Crazy BlackOps-Söldner, auf die Jagd nach Max, um das Programm zu sichern. Nach einem ersten Blutbad geht Kruger die Sache anders an und besorgt sich Max‘ Freundin aus Kindertagen, Frey Santiago (Alice Braga, u.a. Repo Men), und deren Tochter als Faustpfand. Unaufhaltsam strebt alles auf einen finalen Kampf auf Elysium hinaus.

Elysium03Elysium ist Neill Blomkamps zweite abendfüllende Regiearbeit nach dem hochgelobten District 9 und schließt nahtlos an dessen Thematik an. Mit mehr Budget. Und teilweise subtil wie ein Vorschlaghammer. Dabei verpackt Blomkamp wieder ernste, moralische Fragen, eine dystopische Crapsack-Welt und Action zu einem gefälligen Ganzen. Seine Welt ist dreckig, benutzt und gespickt mit coolem, aber immer leicht verstörendem Technikkram.

Elysium02Matt Damon geht als Joe Normal-Held gut durch, Sharlto Copley ist ein wunderbarer Over-the-Top Comicbösewicht und Jodie Foster darf wieder einmal die französische Nation demütigen, denn natürlich sprechen böse Politiker französisch. Die Story selbst ist weder neu noch pures Gold, aber sie wurde selten optisch so gut und glaubwürdig umgesetzt. Jeder SciFi-Fan sollte alleine aufgrund von Exo-Skeletten, Nanokatanas, Airburst-Munition, Militär-VTOLs und Ring-Raumstationen den Film anschauen, obwohl gerade der erdgebundene Slum von L.A. – gedreht auf der größten Müllkippe Mexikos – eigentlich ein wesentlich interessantes Setting ist.

Elysium05Dafür durften sich auf der Raumstation Elysium die Industriedesigner beim Syd Mead-Gedächtnis-Tag austoben. Der Gewaltfaktor ist gar nicht so besonders hoch, dafür sitzen die plötzlich auftretenden, ziemlich harten Gewaltspitzen und Body Horror-Momente, was weitaus effektiver ist als so manch andere Produktion, welche die lokalen Kunstblutreserven auf Jahre aussaugt.  Der große Wurf ist Elysium trotzdem nicht ganz geworden, aber es ist ein verdammt interessanter SciFi-Actioner mit etwas Gehirn und Agenda, eine Kombination die heutzutage doch eher selten ist. Mit etwas Nachsicht 4 von 5 knalligen Genrepunkten, realistischer sind insgesamt allerdings eher 3 von 5 Punkten.

>>> Trailer Elysium

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