„Gott sortiert die Fremden schon aus!“

Das System der Bekenntnis- und Konfessionsschulen ist in seinem derzeitigen Zustand ein grundsätzliches Ärgernis. Lehrer, Angestellte und Schüler müssen den richtigen Glauben aufweisen, sonst werden sie nicht angestellt, bzw. dürfen die Schule nicht besuchen. Das heißt, Schüler werden auseinandergerissen und müssen teils extrem weite Wege in Kauf nehmen, um eine andere Schule zu besuchen. Religionszugehörigkeit auch als Mittel der sozialen Ausgrenzung. Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt „Aber die Kirchen bezahlen doch Lehrer und Einrichtungen, da dürfen die doch tun was sie wollen, oder?„, dann liegt diese Person falsch. Selbst wenn die Kirchen dafür aufkommen würden, wäre es falsch, aber das tun sie ja nicht mal. Der Staat bezahlt für alles!

Gott sortiert die Fremden schon aus - LogoDabei ist die Bekenntnisschule in der heutigen Zeit sowieso ein weltfremdes Relikt. Machen die Katholiken und Protestanten noch Ausnahmen für die gegenseitige Aufnahme sind Atheisten, Muslime und alle anderen fällig. Aktueller Fall: In NRW hat ein Oberverwaltungsgericht mal wieder im kirchlichen Sinne entschieden und die Landesverfassung über das deutsche Grundgesetz gestellt [Link], was natürlich in den Kommentaren von bürgerlichen Nazis und nächstenliebenden Christen bejubelt wird. Wie üblich prickelnd. Zeit Online wirft einen näheren Blick auf das Problem in NRW: Wie der Taufschein Nachbarskinder entzweit.

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9 Antworten zu „Gott sortiert die Fremden schon aus!“

  1. Cunningham schreibt:

    Seit 9/11 haben wir Religionskrieg auf dieser Welt! Es wird verdammt nochmal Zeit, dass die Christlichen Kirchen nachziehen.

    Es wird Zeit, dass wir christliche Nächstenliebe auch wieder christlich paktizieren: TOD ODER TAUFE!!

    *die Scheiße abzuseiern macht viel weniger Spaß als ich dachte, mist*

  2. sirdoom schreibt:

    Also ich kenne christliche Gruppierungen die GENAU SO argumentieren und das ernst meinen. 😉

  3. Carl Frieder schreibt:

    Ich muss gestehen, dass ich persönlich mit einer Schule der Kirche (Internats-/Heimschule in evangelischer Trägerschaft), die ich von der vierten bis zur 8 Klasse besucht habe, eine andere Erfahrung gemacht habe: dort gab es selbst verständlich evangelischen und katholischen Religionsunterricht, nicht getaufte Schüler konnte sich für eins von beidem entscheiden (allerdings nicht nach einem oder mehreren Schuljahren wechseln), und es gab tatsächlich sogut wie keinen sozialen Druck, sich taufen zu lassen, wenn man das vorher nicht war. – Gottesdienstbesuche beschränkten sich in der Regel auf Weihnachten, Erntedank- und Sommerfest sowie wenn einer oder eine aus der Wohngruppe Konfirmation bzw. Erst-Kommunion oder Firmung hatte und waren auch dann eher eine lockere Angelegenheit. – Faktisch wurde niemand ausgegrenzt, weil er keine oder die falsche Religion hatte. – Tüllingen mag in anderen Dingen recht altmodisch und streng gewesen sein, Zwang in Sachen Religionsausübung und Bekenntnis habe ich dort nicht erlebt.

  4. sirdoom schreibt:

    Daran ist ja auch nichts auszusetzen und afaik nehmen die Beschwerden und Probleme auch erst in den letzten Jahren vermehrt zu. Einerseits steigt der Anteil an Nichtgläubigen und Muslimen und andererseits scheint sich die früher meist relativ entspannte Haltung der Kirchen da mittlerweile geändert zu haben. Im Beispiel oben sieht man ja, dass die geschwister des Jungen ohne Probleme die Schule besuchen konnten, aber seitdem es eine neue Schulleiterin gibt, die die Angelegenheit fundamentalistischer sieht… und dieses Phänomen nimmt leider zu.

  5. Cuningham schreibt:

    Das war mal wieder mein morgendlicher WTF Moment…

  6. sirdoom schreibt:

    Immer gerne zu Diensten, mon Colonel! 😀

  7. lawgunsandfreedom schreibt:

    Die Gloria von Thurn und Taxis hat ja schon mal wörtlich (wenn auch im halbernsten Scherz) gesagt: „Wir würden die Scheiterhaufen schon wieder anzünden, gell?“ und prompt den Journalisten verklagt, der sie zitiert hat.

    Da wird einem ganz anders. Mir sind ja schon so einige fundamentalistische Christen sowohl IRL als auch virtuell über den Weg gelaufen. Was die teilweise absondern, das lässt Erinnerungen an’s tiefste Mittelalter hochkommen. Fundis (egal ob christlich oder muslimisch) nehmen sich nix. Die wollen mit aller Gewalt ihre Vorstellungen von Richtig und Falsch durchsetzen und Toleranz gibt’s da nicht.

  8. sirdoom schreibt:

    Word!*

    *Ein Amen erschien mir unangebracht 😉

  9. XDragoon schreibt:

    Ramen!

    Erinnert mich mal wieder daran, dass ich der Giordano-Bruno-Stiftung unbedingt einen Besuch abstatten muss.

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