„Review – Evil Dead (2013)

Evil Dead - LogoMia (Jane Levy) muss auf kalten Entzug, fernab der Zivilisation, in einem abgelegen Wald wo ihre Freunde Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci),  Natalie (Elisabeth Blackmore) und ihr Bruder David (Shiloh Fernandez) auf sie aufpassen sollen. Leider liegt da auch das „Buch des Todes“ – das Naturom Demonto, eine sumerische Variante des Necronomicons –  rum und bald treibt ein Dämon sein Unwesen, der das Ziel hat die Gruppe psychisch und körperlich zu vernichten.

ED02Da ist es nun, das Remake von Tanz der Teufel oder im Original Evil Dead (Bluray-DVD-Start 2. Oktober 2013!). Bei der ersten Ankündigung schrien die Fans in Panik auf, die Bestätigung der Evil Dead-Überväter Sam Raimi und Bruce Campbell als Produzenten sorgte aber für einen sanften Übergang zu einer vorsichtigen Erwartungshaltung. Diese wird einerseits übertroffen und andererseits dann doch nicht erfüllt. Während Tanz der Teufel immer auch irgendwo auf schwarz-humorige Art und Weise einen gewissen Witz und Charme versprühte, interpretiert Regieneuling Fede Alvarez den Stoff eiskalt und brutal. Und technisch gibt es an dem Film auch absolut nichts zu meckern, ganz zu schweigen vom Splattergehalt. Denn hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Neben Evil Dead sieht Tanz der Teufel wie ein Kindergeburtstag aus. Was hier an Blut-Geysiren und Körperteilfontänen durch die Landschaft fliegt, sucht schon seinesgleichen und man fragt sich ernsthaft, wie Evil Dead seine FSK18-Freigabe bekommen hat. Erst zum letzten Akt hin erlaubt man sich dabei aber ein gewisses nostalgisches Gefühl des Comic-haften, wenn Kettensäge und Blutregen zum Einsatz kommen.

ED01Am Cast um Suburgatory-Darling Jane Levy gibt es nichts zu meckern, auch wenn sich da niemand auf der diesjährigen Oscar-Liste befinden wird. Was bleibt: Für das Remake eines Genre-definierenden Kultklassikers schlägt sich Evil Dead verdammt gut. An den Charme des Originals kommt man hingegen keinesfalls heran und von der Subversivität eines brillanten The Cabin in the Woods ist man weit entfernt. Allerdings gibt es durchaus einen unterschwelligen Subtext und kein reines Abschlachten, wobei ich zu bezweifeln wage, dass besonders vielen Zusehern auffallen wird, dass in Evil Dead [Spoiler] die Männer für das Blutbad verantwortlich sind, dann unentschlossen reagieren und am Ende eine Frau sich zusammenreißen und den ganzen Kram blutigst beenden muss [/Spoiler].

ED03Als Ausgleich wurde der Splatterfaktor up to eleven gedreht. Muss man jetzt nicht mögen, kann man aber. Im Endeffekt gibt es 3 von 5 gruseligen Waldhütten, 5 von 5 Blutbank-Platin-Karten und das Prädikat blutigster Film des Jahres, egal was da noch kommen sollte. Nebenbei: Ich will eine Army of Darkness-Fortsetzung!

Update: Lief Evil Dead noch uncut im Kino mit einer 18er Freigabe, verweigerte die FSK die Freigabe für den Heimmedienbereich. Weshalb Evil Dead dann ohne FSK-Siegel mit SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung erschien. Mit Wirkung vom 29. November 2013 gilt das Remake nun offiziell als indiziert. Festgestellt wurde eine einfache Jugendgefährdung, weshalb die Indizierung auf Listenteil A erfolgt. D.h. unterm Ladentisch ist die uncut Fassung noch erhältlich, aber fallt bitte nicht auf die geschnittene FSK 18-Fassung herein. [Quelle]

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11 Antworten zu „Review – Evil Dead (2013)

  1. Wallace schreibt:

    Wow, da ist der Film bei Dir aber mal deutlich besser weg gekommen als bei mir. Ich fand den an sich nur Scheiße. 😀

    Mein Hauptproblem: Die Charaktere sind in meinen Augen alles Vollidioten und eingebildete Arschgeigen. Da macht es mir aber so was von mal gar nichts, wenn sie grausam ums Leben kommen. Endlich wieder eine von den Nervensägen weniger. Unter der Voraussetzung funktioniert ein Horrorfilm bei mir einfach nicht mehr und um als anständige Splatter-Comedy durch zu gehen, ist das Timing einfach viel zu schlecht.

    Von mir hätte das Ding daher höchstens eine von fünf Kettensägen bekommen. Und die ohne Benzin.

  2. sirdoom schreibt:

    Du meinst „eine von 5 gruseligen Waldhütten“ denn genug Blutbank-Platin-Karten und Kettensägen waren ja trotzdem vorhanden 😛

    Ansonsten schau dir mal das Original an, da ist das mit der Genre Savvyness auch nicht weit her und noch weitaus lächerlicher. Dafür hatte es allerdings auch mehr Charme. Wenn die sich da schlauer anstellen würden – und mal im Ernst wer nimmt solche Necronomicon-Warnungen schon ernst, wenn er/sie nicht weiß, dass er/sie sich in einem Horrorfilm befindet? – würde der ganze Plot nicht stattfinden. Das kann ich also durchaus mal ausblenden.

  3. meo schreibt:

    Dein Wunsch einer Fortsetzung kann zumindest in Heftform abhilfe verschafft werden. Denn wo Army of Darkness endete setzte seinerzeit eine Comicreihe von Darkhorse an. Leider verliert sich diese in eine Crossovermanie aber dennoch recht nett anzuschauen. Für den Fan evtl. etwas zum schmunzeln.

    Zu einer Filmfortsetzung zitiere ich mal die Wikipedia:
    „In March 2013, shortly before the release of Evil Dead, a reboot and loose continuation of the franchise, Raimi confirmed that the fourth Evil Dead film will be Army of Darkness 2. Campbell confirmed that he would star as an older, but not necessarily wiser, Ash. At a WonderCon panel in March 2013, Campbell and Fede Alvarez, director of the reboot, stated that their ultimate plan was for Alvarez’s Evil Dead 2 and Raimi’s Army of Darkness 2 to be followed by a seventh film which would merge the narratives of Ash and Mia.“

    Was sich für mich noch nach reinem Fanservice anhört um EvilDead zu promoten (frei nach dem Motto: „schaut euch den Film an, evtl. machen ir dann ein Army of Darkness 2“)!

  4. pseudo-anonymous schreibt:

    Die Worte, die nicht einfallen wollten: humorvoll, Handlung, bewerben. 😛

    Aufgrund der aktualisierten Spezialeffekte (und der mit Sicherheit hochwertigeren Bildqualität) wäre der Film durchaus einen neugierigen Besuch ins Lichtspielhaus oder in die Videothek wert, aber ich bin dennoch unschlüssig. Blut im Sinne von Kinderspielplatzwasserspielen nur des Blutes wegen ist für mich kein Grund, meinen breitgesessenen Allerwertesten aus dem Sessel zu schälen. Und wenn jetzt die Personae Dramatis nicht zu überzeugen wissen und auch sonst keine Überraschungen warten, stellt sich die Frage, warum das Ganze. *kopfkratz*

    Wie auch immer, vielen Dank für die Rezension. 🙂

  5. sirdoom schreibt:

    Selbst wenn dieser Film totale Grätze wäre: Du müsstest ihn dir trotzdem ausleihen oder kaufen, damit es ein neues Army of Darkness gibt!!! 😛

    Und die Protagonisten überzeugen imho durchaus, sie sind bloß nicht allzu sympathisch und müssen anfänglich halt 1-2 nicht ganz so schlaue Dinge tun, damit der Plot funktioniert. Deswegen gab es auch eine getrennte Wertung für Gesamtfilm (3 von 5) und Blutgehalt 😉

  6. Wallace schreibt:

    Das Original kenne ich wohl. Mein Problem war auch nicht, dass die Charaktere dumm waren oder nicht wussten, dass sie in einem Horrorfilm waren. Sie waren mir einfach sagenhaft unsympathisch – und das ist mein zentrales Problem. Ohne emotionales Investment in einen Charakter kein Horror. Hält man also die handelnden Charaktere allesamt für Arschlöcher… ist schon klar, oder?

  7. Wallace schreibt:

    Zu den Kettensägen: Das ist bei mir wie mit Sex. Wenn das Drumherum schon nix ist, kann das hin-und-her noch so eine gute Frequenz haben. Am Ende war es dann immer noch nix. 😉

    Zum „drüber hinweg sehen“: Über die Lastwagenladung von Dingen die ich schwer zu glauben fand (= begründbare, aber in der Menge doch sauer schmeckende Unlogik in der Handlung) und definitiv hanebüchenen Schwachsinn (ich sage nur SPOILER „McGuyver-defi“ /SPOILER) hatte ich ja schon (mit beiden Augen fest zugenäht) hinweg gesehen.

    Irgendwann komme ich dann halt an dem Punkt an, wo ich beide Augen (und sämtliche Hühneraugen) den ganzen Film lang fest zu kneifen müsste… und das ist der Punkt, wo es halt nur noch eine abgebrannte Hütte im Wald oder eine Kettensäge ohne Benzin gibt. 😉

  8. sirdoom schreibt:

    Och, das geht mir öfter so, aber dann wären alle diese Filme nach 10mins zu Ende. Fandest du denn wenigstens The Cabin in the Woods gut? o.O

  9. pseudo-anonymous schreibt:

    Daß Protagonisten sich ab und an ausgesprochen unterbelichtet benehmen, ist häufig notwendig, damit eine Handlung so funktioniert, wie sie aufgebaut ist. Das ist für mein Verständnis keineswegs ein Grund, eine Geschichte (gleich, ob in Buchstaben oder in (bewegten) Bildern) zu verurteilen.

    Eines der besten Beispiele für vermeintlich unsinnige Aktionen ist meiner Meinung nach (mMn) A Song of Fire and Ice von George R. R. Martin, da jede halbwegs wichtigere Person zwar gelegentlich ausgesprochen blödsinnige Entscheidungen treffen, es aber konform mit ihren Charakterwesenzügen und auch ihrem Informationsstand geht.

    Suboptimale Entscheidungen, die jeder Mensch im Leben regelmäßig trifft (das liegt in der Natur der Menschen), sind Grundlage genug, mit vielen unsinnige Aktionen von Charakteren innerhalb von Geschichten gnädig umzugehen. Das hat nicht unbedingt etwas mit ihrer Glaubwürdigkeit zu tun, die ich allerdings sehr wohl verlange. 😉

  10. Wallace schreibt:

    Den fand ich sogar sehr gut. Mein absoluter lieblings-Horror-Film bleibt allerdings „Drag me to Hell“. Super Spannungsbogen, sehr subtiler Anfang, glaubhafte Steigerungen, super sympathische Charaktere… ist allerdings eher „klassischer“ Horror und kein Splatter.

  11. Pingback: “Movies of the Year 2013″ |

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