„Deutschland – Unser Land ist keine Insel“

Zum Tag der Deutschen Einheit gab es wieder eine Reihe von Veranstaltungen, um diese friedliche Revolution zu feiern. Die Euro-Krise hat dabei übrigens zu der wundersamen Tatsache geführt, dass sich keiner mehr über die Kosten für den „Aufbau Ost“ aufregt. Im Vergleich zu den Summen mit denen im Euro-Raum jongliert wird, ist das ja auch gefühlt eher Taschengeld.

Unser Land ist keine Insel - LogoBundespräsident Joachim Gauck hat bei der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Stuttgart gefordert, dass Deutschland ein stärkeres Engagement in  Europa und der Welt zeigt [Link]. „Unser Land ist keine Insel. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, wir könnten verschont bleiben von den politischen und ökonomischen, den ökologischen und militärischen Konflikten, wenn wir uns an deren Lösung nicht beteiligen.

Die Frage ist dabei natürlich: Will Deutschland das überhaupt? Ist man überhaupt bereit die Verantwortung und die Belastungen zu übernehmen? Und selbst wenn man nicht will, muss man es nicht trotzdem tun? Bisher versucht Deutschland eine Art Balanceakt zwischen Zurückhaltung und „bei den Großen mitspielen„, was auf Dauer so nicht gut gehen kann. In dieser Übergangsphase müsste man sich endlich bewußt werden was, man wirklich will. Mit allen Vor- und Nachteilen vorne mitspielen oder – ebenfalls mit allen Vor- und Nachteilen – sich raushalten. Entscheiden müsste man sich aber irgendwann. Sogar eher früher als später.

> The Reluctant Hegemon

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10 Antworten zu „Deutschland – Unser Land ist keine Insel“

  1. 3-6 schreibt:

    Als Smartass der Welt wollen wir uns doch gar nicht heraushalten. Also, im Sinne von mitreden. Etwas tun hingegen wäre wohl zuviel Realität …

  2. sirdoom schreibt:

    Mitreden ist auch viel preiswerter als mitmachen oder Verantwortung übernehmen. Außerdem kann man sich dann auch immer bei den schwierigen Entscheidungen drücken, bis die Richtung eh feststeht.

  3. farmerboy schreibt:

    Dir ist klar daß du gerade das Grundprinzip der Politik beschrieben hast:
    Schauen wohin die Meute läuft und versuchen schon da zu sein und zu winken…

  4. pseudo-anonymous schreibt:

    Heißt das, unsere Entscheidungsträger plündern nur deshalb unsere Steuergeldkassen und finanzieren Bankrottstaaten wie als Beispiel Griechenland, damit wir als Europäische Union fungieren können und uns einreden können, daß wir mit den großen Hunden mitpinkeln können?

    Heißt das, diese ganzen grenzdebilen Entscheidungen, finanziell zerstörte Staaten mit ins Boot zu holen, obwohl die Vorgaben der EU genau so etwas verhindern sollten, und auf Gedeih und Verderb durchgefüttert werden, wurden gefällt, um unseren Politikern und Parteien ein Gefühl der Größe zu geben und das Ego ein wenig zu masturbieren?

  5. sirdoom schreibt:

    Bei einem Teil der Politiker wird das so 100%ig zutreffend sein, allerdings realistischerweise nicht bei allen. Die anderen sind einfach nur dumm, oder sahen keine gangbare Alternative und wissen ganz genau, was für Risiken und Folgen sich daraus ergeben, was dann aber unter collateral damage verbucht wird. 😉

    Womit ich aber eigentlich schon wieder beim Punkt bin. Entweder hält man sich raus oder man spielt richtig mit. Bei letzterem muss man dann aber auch mal Entscheidungen treffen und was tun, als sich nur weiterhin durchzuwurschteln.

  6. sirdoom schreibt:

    Joa, aber „gute“ Politiker erahnen vorher in welche Richtung es geht, machen dafür Pläne und sind dann schon vorher „da“. Im Moment laufen wir ja meistens eher so nebenbei her und brüllen von der Seite her Anweisungen an die rennende Menge… zumindest sowas in der Art, ich muss mir da noch ein besseres Bild für ausdenken… 😉

  7. 3-6 schreibt:

    Es gibt innerhalb der deutschen Politik eben noch die Illusion, es gäbe mal die Vereinigten Staaten von Europa. Und dafür sind sie bereit, uns zahlen zu lassen.

  8. japan001 schreibt:

    Dieses Pendeln und nicht wissen wohin man will, ist leider gute deutsche Kontinuität

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