„Der Pastor und die Banken“

Joachim Gauck, evangelisch-lutherischer Pastor/Kirchenfunktionär und jetziger Bundespräsident, hat den deutschen Bankentag 2014 mit Anwesenheit und Streicheleinheiten beehrt.

Der Pastor und die Banken - Logo>>> Sicher, „einige Banken und einige Mitarbeiter“ hätten sich eine Menge zuschulden kommen lassen, konstatierte Gauck. „Da war viel fehlgeleitete Kreativität im Spiel“ – was er ja früher auch schon kritisiert habe. Doch inzwischen habe sich „viel getan„. Viele Banken hätten Fehler eingestanden, neue Geschäftsmodelle entwickelt und sich ethischen Fragen gestellt. „Kein Zweifel: Die Branche befindet sich im Wandel.“ <<< [Link]

Vielleicht sollte man an dieser Stelle dann doch ausnahmsweise mal wieder auf Martin Luther, theologischen Urheber der Reformation, zu sprechen kommen. In Zeiten der Fugger und Welser, einer frühen Form der Globalisierung, mit all ihren Umbrüchen und Wagnissen, musste sich auch ein kirchlicher Reformer mit der Wirtschaft und den Banken beschäftigen und sah hier den Gottesglauben unmittelbar betroffen. „Es ist mancher, der meint, er habe Gott und alles genug, wenn er Geld und Gut hat, verlässt und brüstet sich darauf so steif und sicher, dass er auf niemand nichts gibt. Siehe, dieser hat auch einen Gott, der heißt Mammon, das ist, Geld und Gut, darauf er alle sein Herz setzt, welchs auch der allergemeinste Abgott ist auf Erden.“ Luther lehnte auch jede Art von wirtschaftlichen Monopolen und Kartellen ab, weil sie ein Machtungleichgewicht verursachten. Am meistens stießen Luther allerdings die reinen Bankgeschäfte auf, da hier Zinsen die Grundlage des Geschäftes waren (siehe Zinsverbot). Er erkannte zwar murrend die Notwendigekeit an, forderte aber das Verbot von Wucherzinsen und die Beschränkung des Zinssatzes auf einige wenige Prozent.

Man könnte auf die Idee kommen, dass es sich statt Freiheit, Märkten und Karl Popper für den Bundespräsidenten vielleicht empfiehlt, mal wieder in Schriften zu schauen, die seiner eigentlichen Profession näher stehen…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, verbale Diarrhoe abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu „Der Pastor und die Banken“

  1. Pingback: “Flugscharen zu Schwertern und ein Pastor” |

  2. Pingback: “Pflugscharen zu Schwertern und ein Pastor” |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s