„Decision Points – Die Bundeswehr und McKinsey“

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich anscheinend dafür entschieden, mit wem sie den wichtigen Posten des beamteten Staatssekretärs im Verteidigungsministerium besetzt. Die Ministerin will die profilierte Unternehmensberaterin Katrin Suder, Expertin bei strategischen Personalfragen, von der Unternehmensberatung McKinsey abwerben [Quelle].

Decision Points - Bundeswehr und McKinsey - LogoOkay, die Long Term Strategy ist abgeraucht und wir haben alle Alternatives depleted. Loose Ends cutten und raus hier würd ich sagen!

Mal ganz abgesehen von einigen eventuellen Interessenkonflikten, birgt das ja noch ganz andere Implikationen: Wenn im Bundesverteidigungsministerium und bei der Bundeswehr ganz im McKinsey-Stil z.B. Effizienzmonitoring eingeführt wird, die Logistik auf „just in time“ umgestellt und alles „ausreichend“ verschlankt wurde, wird Deutschland in absehbarer Zeit an keinerlei Kriegen oder auch nur kleineren Konflikten teilnehmen können. Quasi Pazifismus durch die Beraterhintertür…

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8 Antworten zu „Decision Points – Die Bundeswehr und McKinsey“

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Die BW ist doch schon seit Jahrzehnten nur bedingt dienstbereit. (Das hat schon vor der Spiegel-Affäre angefangen).

    Wenn man sich mal von den Fußlatschern der aktiven Truppe aus dem Nähkästchen erzählen lässt, dann wird einem ob der Zustände ganz anders. Mit jeder „Reform“ ist es schlimmer geworden.

  2. sirdoom schreibt:

    Aber McKinsey könnte ja „bedingt abwehrbereit“ auf „nicht abwehrbereit“ upgraden, was sicherlich am Aktienmarkt für irgendwas gut sein wird 😉

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Gut für den Aktienmarkt ist, wenn die BW überteuertes, aber teilweise untaugliches Gerät anschafft (A400, Tiger-Helikopter, Eurofighter, etc.). Das tut der Rüstungsindustrie gut, und damit auch den Aktienmärkten. (Nicht, daß ich Rüstung mag, aber rundweg ablehnen tue ich sie auch nicht).

    Ansonsten halte ich (jetzt mal ernsthaft) die die Entwicklung für sehr bedenklich. Auch wenn wir „von Freunden umzingelt“ sind und eigentlich keine Armee mehr bräuchten – wer sagt uns, daß das immer unsere Freunde bleiben? Kurzsichtiges Denken ist gefährlich, wenn auch heutzutage außerordentlich beliebt.

    „Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet, wird für diejenigen pflügen, die dies nicht getan haben.“

  4. sirdoom schreibt:

    Wobei das mit dem Equipment aber schon bei der strategischen Ausrichtung – Was wollen wir eigentlich damit anfangen? – failed. Dazu eierlegende Wollmilchsäue, Firma baut Produkt wo man bislang keine Erfahrung mit hat, aus politischen Überlegungen, oder bei Helikopter wird während der Entwicklung zigmal das Aufgabenprofil verändert/erweitert,…

    Eigentlich hab ich ja den Verdacht, dass McKinsey schon länger im Verteidigungsministerium/bei der BW aktiv ist 😉

  5. lawgunsandfreedom schreibt:

    Kann schon sein. Die neuen Funkmesswagen werden auch nicht bei der besseren Firma gekauft, von der man das aktuelle, aber etwas veraltete, Equipment hat, sondern von einem anderen Zulieferer, der grade ein bisschen kränkelt, aber nicht das gleiche Leistungs/Qualitätsverhältnis bieten kann … Honi soit qui mal y pense …

    Ansonsten ist das, was Du beschrieben hast ein typischer Systemfehler – typisch für Behörden und andere Regierungs-Organisationen. Da wird am grünen Tisch entschieden – ob das in der Praxis funktioniert können die Deppen da gar nicht beurteilen, da die in den allerseltensten Fällen jemals im Einsatz waren. Typische Beamtensäcke halt …

  6. sirdoom schreibt:

    Wobei es wohl die volle Ladung servile Stabsoffiziere, Mikado-Beamte, schleimige Lobbyisten und Politiker in Kombination braucht, um es so richtig zu verbocken. 😉

  7. lawgunsandfreedom schreibt:

    Aye – die „kritische Masse“ aus inkompetenten und gierigen Deppen. An die Wand stellen und mit faulem Obst bewerfen, bis die Bande umweltfreundlich kompostiert ist!

  8. sirdoom schreibt:

    Ich unterscheide vier Arten. Es gibt kluge, fleißige, dumme und faule Offiziere. Meist treffen zwei Eigenschaften zusammen. Die einen sind klug und fleißig, die müssen in den Generalstab. Die nächsten sind dumm und faul; sie machen in jeder Armee 90 % aus und sind für Routineaufgaben geeignet. Wer klug ist und gleichzeitig faul, qualifiziert sich für die höchsten Führungsaufgaben, denn er bringt die geistige Klarheit und die Nervenstärke für schwere Entscheidungen mit. Hüten muss man sich vor dem, der gleichzeitig dumm und fleißig ist; dem darf man keine Verantwortung übertragen, denn er wird immer nur Unheil anrichten.

    Kurt von Hammerstein-Equord

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