„Freies NATO-Fracking und kommunistischer Umweltschutz“

Während die Krim schon fest bei Mütterchen Russland gelandet ist [Link], das saftige Stück Ost-Ukraine fröhlich vor sich hin bürgerkriegt [Link] und die Kalten Krieger allerorten frohes Revival feiern, hat man sich bei der NATO überlegt, dass man ja auch mal etwas feiste Propaganda betreiben könnte. Was Russland kann, kann man auch in Brüssel. Zumindest denkt man sich das. Leider sind die Propagandafähigkeiten im selben Maße geschrumpft, wie die militärische Schlagkraft. Was allerdings kein wirkliches Hindernis darstellt.

NATO-Fracking und kommunistischer Umweltschutz - LogoAnders Fogh Rasmussen war vor seinem – damals – ruhigen Versorgungsposten als Generalsekretär der NATO Ministerpräsident von Dänemark und fiel schon dort als neoliberaler Vorturner unangenehm auf. Für Rasmussen ist Widerstand gegen wirtschaftliche Interessen, egal ob diese nun mittel- bis langfristig schädlich sind oder nicht, sei es aus Gründen des Umweltschutzes oder gar moralischer Bedenken, schon immer eine Form von Terrorismus gewesen. Und so kommt es, dass sich Rasmussen vor die Presse stellte und  neulich folgendes von sich gab.

>> „Ich habe Verbündete getroffen, die berichten können, dass sich Russland als Teil seiner ausgeklügelten Informations- und Desinformationstätigkeiten aktiv mit sogenannten Nichtregierungsorganisation engagiert – also Umweltschutzorganisationen, die gegen Schiefergasförderung vorgehen“, sagte Rasmussen am Donnerstag auf einer Veranstaltung in London. Ziel der Regierung in Moskau sei es, „Europas Abhängigkeit von importiertem russischen Gas aufrechtzuerhalten. Zumindest ist das meine Interpretation“. << [Link]

Genau, Mastermind Putin hat eine neue Lücke in der Verteidigung des westlichen Feindes erkannt. Indem er Umweltschützer unterstützt, die gegen Fracking sind, macht er Europa von Russland abhängig. Denn wer gegen Fracking ist, der ist Terrorist. Die NATO ist dann auch schon mit weiteren Äußerungen etwas vorsichtiger: „Rasmussen habe eine persönliche Meinung geäußert, nicht die offizielle Position des Bündnisses, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.“ Die Umweltschützer und Fracking-Gegner sind allerdings nicht so leicht zufriedenzustellen und fordern Beweise oder eine Entschuldigung [Link]. Das wird allerdings schwierig, weil Rasmussen wirklich fest daran glaubt, dass Widerstand gegen wirtschaftliche Interessen Terrorismus ist und garantiert von „Rogue States“ unterstützt werden muss…

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