„Das Sturmkanönchen, der russische Zar und die Leser“

Spiegel Sturmkanönchen - LogoDas ehemalige Sturmgeschütz der Demokratie schießt ja schon etwas länger vermehrt mit Platzpatronen. Mittlerweile hat man dann sogar die Untiefen der Springerpresse erreicht. Zum Ost-Ukrainischen Konflikt und dem Abschuss des Malaysia-Airlines-Flug 17 gab es ein Spiegel-Titelbild mit den Gesichtern von Opfern des Abschusses mit der Überschrift „Stoppt Putin jetzt!„. Nächste Woche löst der Spiegel sicherlich auf, wer am Nahost-Konflikt Schuld hat.

Spiegel Cover - 31 - 2014 - Stoppt Putin jetztDiese Titelgeschichte kam dann aber doch nicht ganz so gut an, wie man das beim Spiegel erwartet hatte. Der Gegenwind war sogar so groß, dass man sich zu einer ausführlichen Erklärung der eigenen Artikels gezwungen sah. Der aber auch nichts daran ändert, dass sich der Spiegel mit seiner Titelgeschichte lose an die 10 Gebote der Propaganda im Krieg hält: 01. Wir wollen den Krieg nicht, 02. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung, 03. Der Führer des Gegners ist ein Teufel, 04. Wir kämpfen für eine gute Sache, 05. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen, 06. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich, 07. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm, 08. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache, 09. Unsere Mission ist heilig, 10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

In wie weit das nun wirklich propagandistische Absicht oder einfach nur der emotionale Kick-Faktor zur vermeintlichen Verkaufssteigerung ist, sei mal dahingestellt. In beiden Fällen ist es mal wieder kein Glanzstück des deutschen Journalismus.

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5 Antworten zu „Das Sturmkanönchen, der russische Zar und die Leser“

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ungeachtet der Tatsache, daß der Spiegel seit den 90ern eigentlich kaum mehr lesbar ist, habe ich immer noch ein Abo. Aber wenn ich Schmierenjournalismus und Kriegshetze will, dann kann ich eigentlich gleich die Bild kaufen. Werde mich jetzt mal aufraffen und das Abo beenden. Mir reicht’s endgültig mit diesem Pseudo-Nachrichtenmagazin.

  2. sirdoom schreibt:

    Aber dann verpasst du ja, wenn sie endgültig&komplett „springer“ gehen 😉

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Das werde ich auch so mitkriegen. Kein Grund denen noch mehr Geld in den Rachen zu werfen. Ich habe ein schönes Abo-Kündigungsschreiben aufgesetzt. Mehr zu meiner persönlichen Befriedigung. Glaube kaum, daß die sich meine Kritik zu Herzen nehmen werden. Dazu sind sie schon zu weit abgedriftet. Der alte Augstein rotiert schon seit Jahren im Grabe.

  4. pseudo-anonymous schreibt:

    Das Verlegen von Schriften war meines Wissens nach seit jeher ein unschönes Dilemma – ist man sich selbst treu und steht für Journalismus und Wahrheit gerade, auch wenn sich die weniger erfreulichen Konsequenzen schon absehen lassen, oder orientiert man sich an der Rentabilität und biedert sich der Menschengruppe an, die am ehesten bereit ist, Geld für die Schrift auszugeben? Welchen Weg der Spiegel eingeschlagen hat, liegt meiner Meinung nach auf der Hand – statt die Stirn zu bieten, ist es wohl nur noch eine Frage des Preises, ab wann man sich bereitwillig freimacht und zurechtlegt. 😦

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