„¡No Pasarán – Der Anschlag auf Charlie Hebdo“

Am 7. Januar 2015 gegen 11:00 Uhr wurde auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris ein islamistischer Terroranschlag verübt. Drei maskierte Angreifer mit automatischen Waffen stürmten in die Redaktionsräume der Zeitschrift, töteten zwölf Personen und verletzten mindestens zehn weitere.

No Parasan - LogoWährend die Täter noch auf der Flucht sind (Stand 08.01.2015 – 17:05) und das Blut noch nicht aus den Büros gewischt wurde, ist vielen schon klar, dass das „der Islam“ war. Marine Le Pen (Front National) fordert die Wiedereinführung der Todesstrafe, Erika Steinbach sagt „nur die katholische kritisieren, sonst Lebensgefahr!“ und auch AfD und PEGIDA sehen sich bestätigt. Wahrscheinlich so wie die NSU ganz Deutschland ist. Nur weil die Täter Allah Akbar rufen, stehen sie noch lange nicht für den Islam als Ganzes. PEGIDA ruft ja auch „Wir sind das Volk„. Natürlich kann man die Religion dabei nicht völlig ausblenden, aber grundsätzlich geht es hier um eine Form von Faschismus. Andere Meinungen können nicht existieren und sollen ausgeschaltet werden.

Je sui Charlie - Was darf Satire - LogoWenn sich jetzt nicht für ihre Zuneigung zu multipluralistischen Systemen bekannte Kräfte für „Freiheit“ einsetzen, indem sie feststellen, dass wir „im Krieg sind“ (PI-News: Wir haben Krieg) und „zurückschlagen müssen„, während man von Massendeportationen träumt, sollte man vielleicht kurz innehalten. Stattdessen brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Front für eine freiheitliche Weltsicht, in der Platz für mehr als eine Meinung ist und in der wir uns nicht von verdammten Terroristen einschüchtern lassen! ¡No Pasarán!

(Quelle: Asterix/Twitter)

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9 Antworten zu „¡No Pasarán – Der Anschlag auf Charlie Hebdo“

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Dazu habe ich auch schon was gebloggt. Es ist nicht „der Islam“, auch wenn im Koran diverse eindeutige Handlungsanweisungen stehen. Wäre es „der Islam“ dann würden/müssten alle Muslime dieses Schriftstück wörtlich befolgen. Das kann niemand wollen. Genau so wenig, wie man sich wünschen würde, daß sich alle Christen streng an die rund 700 Regeln und Gesetze in der Bibel halten. („Wer sein Kind liebt, der züchtigt es“, von den irrsinnigen Exzessen im AT mal ganz zu schweigen, auch wenn manche dieser Regeln in etlichen hinterwäldlerischen Ländern tatsächlich noch praktiziert werden).

    Es sind weltweit ein paar zehntausend Irre, die ein paar hunderttausend Wehrlose in Geiselhaft genommen haben (IS) und Milliarden weitere Menschen bedrohen. Das Problem ist, daß sowohl säkulare, moderate, als auch extremistische Muslime die Rechtfertigung für ihr Handeln mehr oder weniger aus dem Koran beziehen. Je ernster jemand seinen Glauben nimmt, desto strenger wird er seine „Lebensanleitung“ auslegen. Da werden dann auch keine Gefangenen mehr gemacht.

    Für die Medien, die eine saubere Trennung dieser Tatsache nicht interessiert, ein wunderbarer Grund zu pauschalisieren.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es ein knappes Dutzend Menschen, die als Muslime geboren und erzogen wurden. Alle miteinander säkular, freiheitlich und teilweise eher agnostisch oder inzwischen sogar atheistisch. Wenn man sich mit denen unterhält, dann hört man manchmal auch: „Die ganzen islamischen Extremisten sollte man ausweisen – egal, ob die einen deutschen Pass haben oder nicht!“

    Ich habe in der U-Bahn diverse (sich als muslimisch bezeichnende) Jugendliche erlebt, die sich wie Sau benommen haben, und das damit begründet haben, daß sie das dürfen, weil das so im Koran steht. Sie dürfen Ungläubige bedrohen, betrügen oder sogar totschlagen, weil sie eben keine Muslime sind. Alle deutschen Mädchen sind Huren, weil sie sich nicht kleiden, wie der Koran das vorschreibt (klar, das steht so nicht im Koran, sondern in der Scharia, aber das unterscheiden diese Bengel nicht). Das war jetzt kein singuläres Erlebnis, das habe ich schon mehrmals mitbekommen. Und dann wundern mich Bewegungen wie die PEGIDA überhaupt nicht. Die sind nur das Symptom auf das Bild das unsere Medien zeichnen. Wer sich nicht gründlich neben den Systemmedien her informiert, der bekommt nun mal ein recht eindimensionales Bild vermittelt. Daß sich daraus vage Ängste entwickeln ist genau so wenig verwunderlich und daß diese Ängste dann von Rattenfängern instrumentalisiert werden ist schon fast ein Naturgesetz.

  2. sirdoom schreibt:

    Aber es ist soviel einfacher „Muslims raus!“ zu rufen, da verwirren dann auch keine Grauzonen mehr.😉 Wobei ich nebenbei ja immer die einschlägigen Kreise (Blu-News, PI-News) mitlese und ich das schon witzig finde wie dort gerade für FREIHEIT(!) gekämpft wird, während man bei Karrikaturen gegen einen selbst ominöse Drohungen ausstößt und was von „Nürnberg 2.0“ faselt. Stichwort: Freiheit ist immer auch die Freiheit des anderen, sonst ist es keine Freiheit, um mal den Bogen zurückzuspannen zu den islamistischen Irren^^

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Ein jeder kehre vor seiner eigenen Türe, bevor er auf den Dreck des Anderen zeige …😉

      Ich hatte eine Zeit lang neben der örtlichen Zeitung, die Zeit, die Welt, den Spiegel, die Junge Freiheit und die Junge Welt im Briefkasten. Schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können und wie blind und unkritisch die Leute (Journalisten/Redakteure/Politiker/Bürger) gegenüber ihrer eigenen Ideologie und Überzeugung sind.

      Auch nicht viel besser als verblendete Religiöse – nur halt nicht gewalttätig, was ich schon mal für einen großen Fortschritt halte.

      Ich bin ein großer Freund gelebter Ignoranz. Ich kann mir durchaus ansehen, daß mein Nachbar sich mit seinen Ansichten zum Affen macht. Aber das darf er gerne, so lang er nicht andere Menschen mit seinem Verhalten schädigt. Ich guck‘ dann halt nicht hin. Not of my business.

      Wenn aber mein Nachbar mir ständig ergötzliches, christliches Werbematerial in den Briefkasten wirft oder unter den Scheibenwischer klemmt, weil er mich armen, polytheistischen Heiden zur guten Seite der Macht bekehren und meine Seele retten will, dann fühle ich mich belästigt. Wenn derselbe Nachbar Sonntag früh auf der Matte steht und mit mir über seinen Gott und seinen Glauben reden will, dann werde ich schon mal pampig. Wenn er mich dann im Namen seines Gottes verflucht und mir die Hölle prophezeit, dann weiß ich nicht ob ich lachen oder die Psychiatrie anrufen soll. (War so ein völlig verdrehter Fundi-Christ mit höchst missionarischem Eifer. Irgendwann haben sie ihn dann abgeholt. Er muss wohl mehrfach bei der Polizei angerufen und mich angezeigt haben, weil ich ihn angeblich mit heidnischer Zauberei angreife und er sich verfolgt fühlte. Hätt‘ ich vielleicht machen sollen, dann hätte ich auch noch etwas Spaß gehabt und wäre nicht ständig von dem Typen angenervt gewesen).

      Aber im Vergleich zu manchen muslimischen Eiferern ist so was noch harmlos. Und da habe ich auch schon zwei eher unangenehme Erfahrungen machen dürfen. Leute, die früher Raucher, Säufer und Pöbler waren und jetzt fanatisch islamisch, missionarisch rumpöbeln. Im Vergleich zu vorher sind sie sogar noch einen Tick unangenehmer. Vorher waren sie einfach nur Assis. Jetzt sind sie Assis mit Botschaft, Überzeugung und Agenda. Ich gebe zu, daß mich das mehr beunruhigt, als ein durchschnittlicher Fundi-Christ, der einfach nur nervig ist, von dem aber eher keine Gewalt ausgeht.

  3. sirdoom schreibt:

    Wahrhaft Bekehrte sind immer „eifriger“😉

    Und klar ist zur Zeit der Fundi-Christ weniger ein Problem als der Islamist, abgesehen von afaik Nigeria(?) wo „christliche“ Milizen am rumschlachten sind, wobei das eigentlich ehr Stammesstreitigkeiten in übel sind. ^^

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Yupp – Konvertiten sind frisch überzeugt und oft reichlich fanatisch. Hab‘ ich oft erlebt.

      Hätten wir keine Aufklärung gehabt und keinen Humanismus, dann wären unsere Fundi-Christen von den Fundi-Islamisten nicht zu unterscheiden. Meiner Meinung nach wittern die Fundis anderer Religionen Morgenluft. Das sollte uns Sorgen machen.

      Übrigens gibt es in den USA mehr als genug christliche Fundis, die man durchaus als Terroristen bezeichnen kann. Die bringen zwar (noch) weit weniger Leute um als die fanatischen Islamisten, aber gib denen eine Chance und wir kriegen einen amerikanischen Gottesstaat mit Atomwaffen. (Das, was die Amis immer mit „god’s own country“ von sich geben und diese aufgesetzte Religiosität ist in Wirklichkeit so was, wie wenn man in Bayern mit „Grüß Gott“ grüßt. Mit Glauben und Religion hat das nix zu tun. Statistisch gesehen sind die Amis nicht religiöser als die Deutschen. Aber bei Umfragen lügen sie wie gedruckt … http://usaerklaert.wordpress.com/2011/01/08/die-ah-luge-vom-tiefglaubigen-amerikaner/

  4. sirdoom schreibt:

    Wenn man sich einige der Bibeltreuen da anhört, haben die die Bibel aber nie wirklich gelesen, sondern nur die für sie passenden Stellen rausgesucht und Kontext komplett weggelassen. Oh, das erinnert mich doch glatt an andere Strenggläubige mit einem heiligen Buch…😉

    Und natürlich sind sie alle offiziell gute Christen in den USA, Atheismus hat in den USA noch immer den Beigeschmack von Kommunismus und oder Satanismus. Gilt auch für den Feminismus und damit meine ich nicht mal die Auswüchse wo man fast vermuten könnte das ein Hauch Wahrheit dran ist😉

    • lawgunsandfreedom schreibt:

      Selektiv lesen können alle Religiösen. Wenn man sich mal den Wust von Regeln in der Bibel ansieht … die kann kein Mensch einhalten. Ist aber ein perfektes System – man kommt nie aus seinem schlechten Gewissen raus und bleibt für Priester und Machthaber manipulierbar.

      Ich kenne so viele Leute, die sich als Christen bezeichnen, aber die Bibel überhaupt nicht gelesen haben. Und ich kenne etliche, die in ihren Bibel-Lesestunden nur Auszüge mit vorgegebenen Erklärungen lesen. Wenn man dann denen gegenüber die obskureren Stellen oder die über Genozid zitiert wollen sie das gar nicht glauben. Die kriegen dann immer ein paar Ausdrucke von mir:
      http://unmoralische.de/gott.htm
      http://unmoralische.de/morden.htm
      http://unmoralische.de/bibellex.htm
      http://unmoralische.de/erotik.htm

      Genug Stoff um die unwissenden Schafe an ihrem Glauben zweifeln zu lassen. Dann kommen immer die fadenscheinigen Argumente, daß das ja vorwiegend das Alte Testament sei und ja nur noch das Neue Testament gilt. Da kann man dann Jesus zitieren: „Ich bin nicht gekommen um das Gesetz aufzuheben, ich bin gekommen um zu erfüllen.“ Matt. 5/17

      Ist schon lustig, daß ich mehr atheistische und polytheistische Heiden kenne, die die Bibel und den Koran gelesen haben, als ich Christen oder Muslime kenne, die tatsächlich „ihre“ heiligen Schriften wirklich kennen. Der Priester oder der Imam sagen denen ja meist, was man glauben soll …

  5. AnitaBaronLine schreibt:

    Hat dies auf AnitaBaronLine rebloggt und kommentierte:
    Lesenswert!

  6. Pingback: “Je suis STASI” |

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