„Postcolognialismus – Trau, schau, wem!“

Nach den erschreckenden und abscheulichen, sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16, tobt ein anhaltendes Meinungsunwetter. Was man früher noch unter „besoffen auf Facebook posten“ bezeichnete, ist da mittlerweile Alltag. Jeder hat was zu sagen – auch ich, sonst würde ich das hier ja nicht schreiben😉 – und trotz all der Kakophonie fallen einem manchmal Sachen auf, wo man sich doch fragt, ob da nicht wieder heimlich eine Satirezeitung am Werk ist. Denn wenn man sich die explodierende Zahl der Frauenrechtler in Deutschland anschaut und zurückdenkt, was ein Großteil davon noch vor einigen Monaten über „Feminazi-Emanzen“ geschrieben hat, wundert man sich schon etwas. Aber wir brauchen gar nicht so tief zu greifen, schließlich findet man auch leicht eine niveauvollere Fallhöhe…

Postcolognialismus - Trau schau wem - LogoEinen Aspekt dieser Entwicklung präsentiert die ehemalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, die sich lautstark in die Debatte geschmissen hat. Die gläubige Christin ist nämlich KirchengängerIn der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), die als – freundlich formuliert – erzreaktionäre, antifeministische, evangelikale Vereinigung u.a. Frauen das Pfarramt verweigert, weil man zeitgenössische Wandlungen wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau ignorieren müsse, da im neuen Testament die Kirche den Männern zugeordnet werde [Link]. Was man halt bibeltreu mit dem 1. Korinther 14 (34 – 36) begründet: Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es steht den Weibern übel an, in der Gemeinde zu reden. Oder ist das Wort Gottes von euch ausgekommen? Oder ist’s allein zu euch gekommen?“ Vielleicht geht es nur mir so, aber Glaubwürdigkeit in der aktuellen Debatte sieht doch anders aus…😉

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22 Antworten zu „Postcolognialismus – Trau, schau, wem!“

  1. XD schreibt:

    Auch Julia Klöckner, um nur ein einzelnes weiteres Beispiel zu nennen, hat sich dazu interviewen lassen:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article150662284/Falsch-verstandene-politische-Korrektheit.html
    (am 13. März ist in Rheinland-Pfalz Landtagswahl)

  2. sirdoom schreibt:

    Julia „Hitler-Gruß ist eine freie Meinungsäußerung“ Klöckner? War ja klar… Wie war das noch bei der #aufschrei – Debatte?

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ja, ja, die Bibel – Paulus war ja griechisch sozialisiert und bei den Griechen gehörten Frauen zum Besitzstand des Mannes – sie hatten daher das Maul zu halten. Das gab es im Nahen Osten ursprünglich eher selten. Da hatten Frauen durchaus eigene Stimme, eigene Rechte und eigenen Besitz.

    Soll man doch die Abrahamiten alle aufeinander loslassen – vielleicht brauchen die das …

  4. XD schreibt:

    jaja… Griechenland… die Wiege der Demokratie…
    Stimmt aber schon. Im antiken Ägypten konnten sich Frauen schon vor 3000 Jahren ohne Einverständnis ihres Mannes scheiden lassen. Das kam in manchem europäischen Staat erst im 20. Jahrhundert. Und das ist ein Erbe des antiken Griechenlands. Man darf ja schließlich nicht vergessen, dass die Götter den Menschen (d.h. den Männern) die erste Frau (die wohlbekannte Pandora) als Strafe gegeben haben. Und eine andere Frau war ja schließlich auch der Grund für den Untergang Trojas…

  5. Ein verärgerter Bürger schreibt:

    Ich denke viele Männer die in überwiegend von Frauen „bewohnten“ Klassen von Überfeministinen unterrichtet wurden werden sich denken:“Scheiß auf die ganzen Emanzen! Frauen dürfen bereits jede Arbeit machen, wählen, ohne Probleme sich scheiden lassen, haben freie Besitz und Meinungsfreiheit. Noch mehr Emanzipation und das Pendel schwingt in die andere Richtung.

    • sirdoom schreibt:

      Immerhin: Definitiv kein plötzlicher Frauenrechtler…

      • Lucas Cunningham schreibt:

        Stell dir vor doomi, am Ende gilt der Slogan gleiches Geld für gleiche Arbeit nicht nur für West- und Ostdeutschland, sondern auch für Mann und Frau. So ein Skandal.

        • sirdoom schreibt:

          Da können wir den Laden ja gleich dichtmachen! Wer soll denn dann ausgebeutet werden??? o.O😉

          • lawgunsandfreedom schreibt:

            Verdammt. Ist der Gender-Pay-Gap immer noch nicht ausreichend? Wo lag der nochmal, wenn man die Rechenkünste der Feministinnen durch echte Mathematik und saubere Statistik ersetzt? 7% …

          • Cunningham schreibt:

            Senioren, die können sich nicht wehren und sind eh von gestern.😉

            • sirdoom schreibt:

              @Gender Pay-Gap: Würdest du für die Öffentlichkeit genau aufdröseln, warum es zwar durchaus einen Pay-Gap gibt, der aber wesentlich kleiner ist, als sonst verlautet und dass das diverse Gründe hat und alles nicht ganz so einfach ist, oder würdest du mit dem Hammer aufn Tisch hauen und „PAY-GAP!!! 75%!!!“ brüllen, wenn du deine Botschaft als Aktivist dafür an die Gesellschaft bringen wollen würdest?😛😉

              @Senioren: Aber das sind so viele und wenn die anfangen alle AfD – oder sonstwen – zu wählen statt CDSUSPD o.O #panik Wenn sie gar nicht mehr wählen wäre ja okay…😉

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