„Plagiate, Wissenschaft, Politik – Alles gar nicht so schlimm?“

Nachdem Skandal um das Vollplagiat des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenbergder in der Sache teilweise immer noch verteidigt wird, obwohl es in seinem Fall so absolut gar nichts zu verteidigen gibt – hat ja eine Welle der kritischen Auseinandersetzung mit den Werken anderer, prominenter Vertreter der Wissenschaft in der Politik  ausgelöst. Was u.a. der damaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, den Job gekostet hat. Natürlich ist sie wie zu Guttenberg sehr, sehr weich gefallen.😉 In letzter Zeit war es dann wieder etwas ruhiger geworden. Aber da liegt ja noch die Doktorarbeit der aktuellen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rum, die in Hannover an der Medizinischen Hochschule seit Monaten auf Plagiate geprüft wird. [Nebenbei: Von der Leyens Arbeit ist im Vergleich zu Guttenbergs und Schavans Arbeiten fast schon mustergültig] Was die ZEIT zu einem Artikel veranlasst, der Plagiate verteidigt, wo es nur geht.  o.O

Plagiate - Alles gar nicht so schlimm - LogoDie Wissenschaftler sollten bedenken, dass es bei der Aberkennung eines Doktortitels nicht nur um das Urteil über eine wissenschaftliche Leistung, sondern auch ganz altmodisch um die Ehre geht. Entspannung könnte eine Regel bringen, die den Entzug des Titels nur in den ersten zehn Jahren nach seiner Verleihung erlaubt. Und man sollte nicht übertreiben: Ein Zitierfehler ist keine Falschaussage, eine vergessene Fußnote kein Plagiat. Mit großem Aufwand 30 Jahre alte Doktorarbeiten nach heutigen Standards öffentlich zu sezieren, das sprengt jedes Maß.“ [Link: Die Zeitbombe von Hannover – Warum die Wissenschaft Politiker nicht zum Rücktritt zwingen darf]

Abschreiben und keine Quellen nennen war auch schon vor 30 Jahren unwissenschaftlich und ein Grund zum Entzug des Titels. Damals waren nur die Mittel zum Aufspüren und der Personenkreis, der überhaupt auf die Texte Zugriff hatte, weitaus geringer. Und die nachträgliche Legitimisierung von Betrug für die aktuelle „Elite“ der Gesellschaft, während der akademische Nachwuchs strikt durchreglementiert wird, ist ja wohl ein schlechter Witz! -_-

Im Zusammenhang interessant: Thomas Kerstan, der Autor des ZEIT-Artikels, hat da einen ganz „persönlichen“ Bezug zu dem Thema: „Am 10. April 2013 wurde bekannt, dass das von Kerstan geleitete Zeit-Ressort Chancen umfänglich Inhalte des Blogs Beratersprech.de ohne Nennung der Quelle übernommen und damit als eigene ausgegeben hatte. Nachdem Medienportale über diese Urheberrechtsverletzung ausführlich berichtet hatten, rückte Kerstan in der Ausgabe vom 18. April 2013 eine kurze Entschuldigung ein.“😉

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6 Antworten zu „Plagiate, Wissenschaft, Politik – Alles gar nicht so schlimm?“

  1. Gondrino schreibt:

    Die Zeit ist schon langenicht mehr das, was sie einst war. Aer das gilt ja wohl für alle Medien.

  2. sirdoom schreibt:

    Na ja, ich möchte mich ungern der #systempresse #lügenpresse – Meute anschließen😉 Ich hab ja den Verdacht, dass das schon immer so war und wir es nur mehr mitbekommen.^^

  3. Gondrino schreibt:

    Früher war die Konzentration im Pressewesen nicht so stark wie heute, wenn auch schon in den 60er Jahren Paul Sethe dazu einen richtigen Satz gesagt hat. Doch heute sind es nicht 200, sondern eher 20.

  4. sirdoom schreibt:

    Andererseits hast du dafür natürlich die Gegenöffentlichkeit im Netz. Wo früher Leaks davon abhingen, ob eine Zeitung sich dazu bequemte, ist das heute weitaus dynamischer und es MUSS dann drüber berichtet werden. Hat alles Vor- und Nachteile^^

  5. XD schreibt:

    Wollen wir nicht einfach mal ein Institut für Plagiatrie gründen und dann jedes Jahr einen Ehrendoktor vergeben?

  6. sirdoom schreibt:

    Zuerst an zu Guttenberg, ja?😀

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