„Geschlechtertrennung in deutschen Freibädern?“

Stellen wir uns kurz vor, der Vertreter einer fremdländischen, nahöstlichen Expansionsreligion sorgt mitten in Deutschland dafür, dass in einem Freibad die Geschlechtertrennung eingeführt wird. Sogar im Tempel der aggressiven Expansionsreligion droht der Prediger mit dem Tod, wenn es keine Geschlechtertrennung geben würde. o.O Da würde es wohl einen Aufschrei geben, oder? Problem: Das ist jetzt alles ein wenig anders, als viele gerade gedacht haben. 😉

Geschlechtertrennung in deutschen Freibädern - LogoWir reden nämlich vom Freibad im Oldenburger Münsterland/Friesoythe im Jahr 1959, einer Insel des Katholizismus im protestantischen Norden, wo der Dechant/Dekan, also der Pfarrer mit Führungsaufgaben und in diesem Fall Vorsteher des Kirchenbezirkes, schon vorher bzgl. der Sittsamkeit auffällig geworden war. Doch das neue Freibad trieb den Dekan zur Höchstform:

>> Am 14. Juni verteidigte er [der Dekan] die Badeordnung in einer flammenden Predigt: Die moderne Badekleidung fördere die Entdeckerfreude auch zehnjähriger Kinder schon so ungemein, dass von diesem Alter an nur das getrennte Baden der Geschlechter Sitte und Moral gewährleisten könne. Andernfalls wolle er „lieber heute als morgen sterben“. << [Link]

Die Einwohner ware davon zuerst nicht besonders begeistert, bis die bundesweite Presse berichtete und man als religiöse Gemeinschaft zusammenhielt. 😛 Ein Jahr später wurde die Geschlechtertrennung im örtlichen Freibad klammheimlich wieder aufgehoben. 😉

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5 Antworten zu „Geschlechtertrennung in deutschen Freibädern?“

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Tja – durchgeknallte Religioten gibt’s halt überall. Odin sei Dank gibt’s so was in meiner selbstgebastelten Religion nicht. Was würden denn die Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters oder des unsichtbaren rosa Einhorns dazu sagen?

  2. sirdoom schreibt:

    Die würden sagen, dass getrenntes Baden gegen das Spaghetti-Trennungsverbot verstößt. Seine Nudeligkeit verabscheut Nudel-Trennung! 😀

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Dachte ich’s mir doch. Dazu Hackfleischsoße und viel Parmesan. So muß das!

  4. XD schreibt:

    Als Parmesan möchte ich mal noch den am weitesten verbreiteten Ort der Geschlechtertrennung in Deutschland ansprechen: Die Toiletten. Es gibt noch immer Verordnungen, die vorschreiben, dass es in öffentlichen Gebäuden getrennte Toilettenräume gibt – und dann gibt es meist noch eine dritte, nicht getrennte, „Behindertentoilette“ – weil man ja auch nicht gleich alle Toiletten barrierefrei gestalten will. Die Arbeitsstättenverordnung erlaubt immerhin inzwischen die Unisex-Toilette, aber z.B. die Veranstaltungsstättenverordnung noch nicht. Aber der größte Witz dabei: Es gibt kein Gesetz, welches vorschreibt, wer auf welche Toilette gehen darf. Was ich allerdings beispielsweise in meiner Schulzeit noch nicht wusste und daher nach meiner Grundschulzeit nie mehr auf einer Schultoilette war, obwohl ich, wie schon erwähnt, rechtlich betrachtet auch auf die Nudeltoilette oder Hackfleischsoßentoilette hätte gehen dürfen.

  5. sirdoom schreibt:

    Geräumige Unisex-Toiletten mit technischem Stand jenseits der 1960er sind ein unrealistischer Wunschtraum und wären auch viel zu einfach. Außerdem geht sowas gegen die christliche Morallehre!!! 😛 😉

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