„Tag der Deutschen Einheit – Die Terminfrage“

Im Einigungsvertrag vom 31. August 1990 wurde der 3. OKTOBER als TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT zum gesetzlichen Feiertag bestimmt, der als Nationalfeiertag an die Wiedervereinigung erinnern soll. Ursprünglich hatte man als Datum auch den 9. November, den Tag des eigentlichen Mauerfalls, im Blick. Dieser ist allerdings historisch mehrfach belegt und vorbelastet. o.O

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Ob die Novemberrevolution in Berlin (9. November 1918), der Hitler-Ludendorff-Putsch in München (9. November 1923) oder die Reichspogromnacht (9. November 1938): Da muss man nicht unbedingt noch den Tag der Deutschen Einheit oben draufpacken. Also nahm man den 3. Oktober, den Tag an dem die Bundesrepublik Deutschland und die DDR durch Beitritt – was durchaus zu gewissen Ressentiments führen sollte – wieder ein Staat wurden. Warum dieses Datum? Das war der frühestmögliche Termin, der nach der KSZE-Außenministerkonferenz vom 2. Oktober lag, in der diese Außenminister über das Ergebnis der Zwei-plus-Vier-Verhandlungen informiert werden sollten. Außerdem ging es um die ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen am 2. DEZEMBER 1990. Acht Wochen vorher mussten die Wahllisten auslegen. Folglich mussten ALLE Wähler spätestens im Verlaufe der 40. Kalenderwoche zum Bürger des wählenden Staates gemacht werden. Der frühestmögliche Beitrittstermin war wieder der 3. OKTOBER 1990 … 😉

Die Volkskammer erklärt den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes mit der Wirkung vom 3. Oktober 1990. Das liegt Ihnen in der Drucksache Nr. 201 vor. Abgegeben wurden 363 Stimmen. Davon ist keine ungültige Stimme abgegeben worden. Mit Ja haben 294 Abgeordnete gestimmt. Mit Nein haben 62 Abgeordnete gestimmt, und sieben Abgeordnete haben sich der Stimme enthalten. Meine Damen und Herren, ich glaube, das ist ein wirklich historisches Ereignis. Wir haben uns die Entscheidung alle sicher nicht leichtgemacht, aber wir haben sie heute in Verantwortung vor den Bürgern der DDR in der Folge ihres Wählerwillens getroffen. Ich danke allen, die dieses Ergebnis im Konsens über Parteigrenzen hinweg ermöglicht haben.“ – Präsidentin der DDR – Volkskammer, Sabine Bergmann-Pohl, um 02:30 Uhr am 23. August 1990

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4 Antworten zu „Tag der Deutschen Einheit – Die Terminfrage“

  1. XD schreibt:

    Ja, mal wieder die Frage mit dem deutschen 9/11…

  2. sirdoom schreibt:

    Also du meinst im übertragenen Sinne, weil ich kann mich an keine „einstürzenden Neubauten“ außerhalb Berlins erinnern und da war das eine Band. 😉

  3. XD schreibt:

    Ich meinte all die bewegenden(?)/einflussreichen(?)/oder wie man es auch passend benennen mag Dinge, die eben am 09. November in der Deutschen Geschichte passiert sind und die eben vergleichbar oder sogar stärker einschneidend zum „anderen“ 9/11 waren.

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