„Vor hundert Jahren: Der Spitzbergenvertrag“

HEUTE vor EINHUNDERT JAHREN, am 9. Februar 1920, wurde in Sèvres, einem Vorort von Paris, der SVALBARD- oder auch SPITZBERGENVERTRAG geschlossen, der Norwegen die Souveränität (wenn auch entmilitarisiert) über den Archipel Spitzbergen inklusive aller Inseln und Felsen zwischen 74 und 81 Grad nördlicher Breite sowie zwischen 10 und 35 Grad östlicher Länge gibt. Das schließt u.a. die Hoffnungsinsel / Hopen, die Bäreninsel (Bjørnøya) sowie die in der Barentssee gelegene Insel Kvitøya ein.

Vor hundert Jahren - Der Spitzbergenvertrag - LogoDas SPITZBERGEN – ARCHIPEL war seit 1595 staatenloses Gebiet in dem Menschen unterschiedlichster Nationalitäten in den Bereichen Fischerei, Walfang, Bergbau, Forschung und später Tourismus wirtschafteten. Wegen der Staatenlosigkeit war das Gebiet lange Zeit nicht durch Gesetze und andere Ordnungsvorschriften reguliert. So kam zu zahlreichen Konflikten bzgl. des Walfangs und später bezgl. des Abbaus von Bodenschätzen zwischen Minenarbeitern und Minenbesitzern, was eine staatliche Aufsicht schließlich unumgänglich erscheinen ließ. Norwegen ist durch den Vertrag verpflichtet, die Entwicklung und friedliche Nutzung Spitzbergens zu gewährleisten, so dass Bürger und Unternehmen aller Staaten, die den Spitzbergenvertrag unterzeichnet haben, dort gleichberechtigt ökonomisch tätig sein dürfen.

Norwegenball - Spitzbergenvertrag 1920
So wirklich hat das der Sowjetunion natürlich nie gepasst und deren „WiedernachfolgerRussland fördert HEUTZUTAGE auf Spitzbergen in seiner Ortschaft Barentsburg die Kohle mittlerweile mehr um einen Anspruch aufrechtzuerhalten oder einen Brückenkopf vor Ort zu haben, als dass es wirtschaftlich sinnvoll wäre. Russland expandiert im Zuge des Klimawandels in die Arktis und damit wird es für Spitzbergen brisant [Link: Kampf ums Nordpolarmeer], denn so eine Insel ist ja schnell annektiert, wie wir von der Krim wissen. 😉

Dieser Beitrag wurde unter imperiale Politik, Politik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu „Vor hundert Jahren: Der Spitzbergenvertrag“

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Nu ja. Sollten die Russen da was annektieren wollen, gäbe es wohl keinerlei Gegenwehr. Da leben nämlich im Unterschied zur Ukraine fast keine Menschen. Longyearbyen ist die größte Ortschaft auf Spitzbergen und hat nur gut 2.100 Einwohner. Aber eine Armee gibt’s da nicht. Nur ein Hand voll Polizisten und vielleicht ein paar Reservisten.

    Die Russen haben neben Barentsburg immer noch bei dem Berg Pyramiden die am nördlichsten gelegene russische Stadt (mit Schwimmbad mit olympischen Maßen) – wenn auch größtenteils unbewohnt. Da sitzt nur ein kleiner Trupp Leute, die aufpassen, daß da der Vandalismus nicht noch mehr überhand nimmt. (Sind übrigens sehr gastfreundlich. Hab‘ da meine ersten paar Worte russisch gelernt).

    Ich war Sommer 2010 auf Svalbard und habe sehr schöne Erinnerungen dran. Der Himmel einem ist viel näher und man läuft spätestens ab dem 3. Tag wie besoffen rum, weil die Sonne nie untergeht.

  2. sirdoom schreibt:

    Ich kenn das nur weniger extrem von Kontinental-Skandinavien, aber selbst da wird man schon leicht kirre bei^^ o.O 🙂

    Man könnte bei Spitzbergen jetzt natürlich in den Raum stellen, ob China da nicht noch einsteigt. o.O Oder die USA auf die Idee kommen, für „Sicherheit“ sorgen zu müssen. Oder ob Russland da „anschlusst“, weil sie befürchten, dass sich wer anders reindrängelt. Wir leben ja wieder in Zeiten, wo internationale Verträge nicht mehr unbedingt das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden.

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Ach, Verträge, Regeln, Gesetze, Demokratie, Völkerrecht … das sind doch heutzutage nur noch so Richtlinien. Das kann man beiseite schieben, wenn nötig. (War eigentlich schon immer so, aber seit Kriegserklärungen nicht mehr üblich und False Flag Operationen zur Rechtfertigung so häufig sind …).

  4. sirdoom schreibt:

    Früher hat man sich halt nur bei den Blockfreien, in Afrika und bei den ganz kleinen Staaten gar nicht dran gehalten, aber wir sind ja anscheinend bei „anything goes“ angekommen. 😦

  5. lawgunsandfreedom schreibt:

    Tja … wir einfachen Leute können da aktiv nur sehr wenig machen – wie es seit jeher der Fall war und immer noch ist.

    So … sit back, look stupid, enjoy the show …

  6. XD schreibt:

    Ist doch eigentlich nur die Frage – gibt’s da Öl?

  7. sirdoom schreibt:

    Ja, aber bislang darf da nicht nach Öl gebohrt werden und nur Kohle abgebaut werden. UNd der Kohleabbau lohnt sich eigentlich schon länger nicht mehr. Aber wenn der Spitzbergenvertrag irgendwie fallen sollte und die ganze Barentsee ausbeutbar wäre und … O:)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.