„Beitrag zum Beitragsservice“

Aus der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland – GEZ – welche auch als der kleine Bruder der STASI bekannt war, ist nun der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice geworden, was sich wohl irgendwie netter anhören soll. Dazu gibt es ein neues Modell der Gebührenerhebung, was von vielen Seiten kritisiert wird, abgesehen von den Nutznießern, die es in höchsten Tönen loben, weil es wahrscheinlich mehr Geld in die Kasse spült. Die Gegner sehen im neuen Modell, wo nach Haushalt pauschal abgegriffen wird, egal ob Empfangsgeräte vorhanden sind oder nicht, den Gleichheitsgrundsatz verletzt, bzw. bezweifeln das es sich überhaupt noch um einen Beitrag handelt, da es alle Eigenschaften einer Steuer hat, was wiederum illegal wäre. Argumente dagegen finden sich auch hier und hier.

Scheiße für alle - LogoMein Ansatz ist aber mal ein ganz anderer: Grundsätzlich bin ich nämlich schon der Meinung, dass öffentliche Informationsversorgung und Unterhaltung durchaus wichtig sind. Ich finde bloß die Art und Weise unerträglich. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen soll unparteiisch den Bürger über alle wichtigen Dinge informieren. Und alle Aufsichts- und Personalräte sind mit Politikern oder Kirchenleuten besetzt. Selbst das Spartenprogramm Phönix überträgt nur manchmal und auch nur Teile der Bundestagsdebatten, stattdessen schicken ARD UND ZDF  zwei Teams zu einer königlichen Hochzeit nach England und berichten beide LIVE. Redakteure werden gefeuert, wenn sie Politiker zu stark unter Druck setzen. Öffentliches Fernsehen gerne, aber für Politbüro-TV zahl ich nicht. Womit wir dann beim Rest des Programmes sind. Was einfach nur Scheiße ist! Die Hauptnachrichtensendung des ZDF bringt jetzt jeden Tag zum Schluss Boulevard-Scheiß, damit man „fröhlich aus der Sendung geht„.

Gottverdammt noch mal, Nachrichten sind nicht dafür da sich gut zu fühlen, sondern sie sollen Nachrichten und Hintergründe vermitteln! Wenn ein Krieg ausbricht will ich nicht weinende Frauen, Kinder und Männer sehen, die 5mins im Fernsehen rumheulen, ich will wissen wieso, warum, womit, wer! Und nachdem wir „fröhlich, emotional und unterinformiert“ aus den „Nachrichten“ entlassen wurden, ballern uns Mutantenstadl und der Bergdoktor endgültig ins Delirium, nachdem die Nachmittags-Soaps die Vorarbeit geleistet haben.  Wo wir bei Unterhaltung sind: Wo sind The West Wing oder Game of Thrones? Genau, gibt es nicht, weil es angeblich zu „anspruchsvoll“ für das deutsche Publikum wäre. Und wenn doch mal was mit Niveau kommt, wird es auf Spartenprogrammen, die eh keiner empfangen kann, nachts um 03:00 verramscht. Das ist ehrlich gesagt der Hauptgrund, warum ich keinen Beitrag zahlen will. Ich will euch nicht auch noch unterstützen beim schlechtes Programm machen. Und ja, das Programm der privaten Fernsehsender in Deutschland ist teilweise noch weitaus mieser, aber soll das bitte der Vergleich sein? Der Vergleich des deutschen, öffentlich-rechtlichen Pay-TV ist die BBC oder HBO und alleine die Erwähnung sollte euch in Furcht erstarren lassen und mich beschämen diese beiden Sender auch nur im Zusammenhang mit ARDZDF zu nennen.

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„Landtagswahl Niedersachsen 2013“

Landtagswahl 2012 in Niedersachsen und immerhin gehen mehr Leute hin, als beim letzten Mal (von 57,1% auf 59,4%). Ansonsten war es ein medial-demoskopischer Clusterfuck. Beeindruckend auch Günther Jauchs Totalversagen im Wahltalk [Link]. Die CDU hat es mit ihrer inoffiziellen Zweitstimmenkampagne etwas übertrieben und im Zusammenhang mit der Blockadehaltung bei der Bundeswahlordnung (Überhangmandate anyone?) ist das Ergebnis schon etwas ironisch.

LTW NDS 2013 - LogoDer Siegestaumel der FDP ist durchaus verständlich, aber eigentlich total lächerlich. Rechnen wir die Leihstimmen raus und bedenken, dass in der Not wirklich jeder FDP-Wähler zur Wahl gekrochen ist, dann hat sich die Lage der FDP keines gebessert, es ist gar nichts gut, sieht dabei aber zumindest besser aus. Und sogar Dolchstoß-Brüderle und Rösler sind wieder beste Freunde. Mal schauen wie lange das anhält. Die SPD kann den Wahlsieg durchaus feiern, aber man sollte vielleicht doch auf dem Boden der Tatsachen bleiben, denn es war etwas zu knapp, um daraus irgendwelche Trends oder Gewissheiten zu ziehen. Gewinner der Wahl sind eindeutig die Grünen. Fast 6% mehr, fast durchgängige Siegestrecke und man punktet nicht mehr nur in den Städten sondern auch auf dem Land, wo man bisher eher verloren war. Wenn, dann darf sich Steinbrück im Herbst wirklich sehr bei den Grünen bedanken. Die Linke ist im Westen nie wirklich stark gewesen, aber die Zuspitzung und die knappen Verhältnisse zwischen CDU/SPD dürften ihr den Rest gegeben haben, da half auch die Wagenknecht als linkes Postergirl nichts mehr. Die Piraten haben sich auf Bundesebene monatelang eine Schlammschlacht geliefert und im Flächenland Niedersachsen sind sie einfach gekentert, obwohl ihre Plakataktion durchaus ziemlich gewieft war. Einziger Lichtblick: Es darf bezweifelt werden, dass die NDS-Wahl für die Piraten in Hinblick auf die Bundestagswahl wirklich relevant ist.

landtagswahl nds 2013 - ergebnisse

Auf Bundesebene hat die NDS-Wahl auch Auswirkungen: Der Bundesrat ist gekippt und wird nun von SPD/Grünen dominiert, weshalb schon lauthals vor einer Blockadehaltung gewarnt wird. Was witzig ist, da es umgekehrt genauso lief, als Rot-Grün an der Macht war. Was sich jetzt in Niedersachsen ändert? Uwe Schünemann ist nicht mehr Innenminister, was einige Leute doch sehr zu freuen scheint. Dazu kommen Dinge wie Studiengebühren, Zustimmung zur Elbvertiefung, oder auch der Aufschrei der Geflügelmäster, die kürzlich noch einen direkten Draht zur Regierung hatten und nun plötzlich im Regen stehen. Wer sich jetzt nach der Relevanz fragt: Hey, was habt ihr den gedacht, wir reden über Niedersachsen!

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„Movie Feature of the Year 2012 – Dredd – Looper – etc.“

Zeit für einen Rückblick auf das Filmjahr 2012. Etwas spät, aber sowas muss man immer etwas sacken lassen. Gleich zwei große Gewinner wurden hier vorher noch gar nicht besprochen, die Sache hat also auch Neuigkeitswert.

Dredd LogoEnde des 21. Jahrhunderts sind die USA ein radioaktiv verseuchtes Ödland. An der Ostküste liegt Megacity One, ein 800 Millionen Megasprawl  in dem täglich 17.000 schwere Verbrechen begangen werden. Davon werden nur wenige Prozent überhaupt verfolgt und dies auch nur, weil die eingesetzte Ordnungskräfte, die Judges, als Richter, Geschworener und Vollstrecker gnadenlos durchgreifen. Die Lebenserwartung eines Judges ist dementsprechend auch nicht allzu hoch und alles wird täglich schlimmer, seitdem eine neue Designerdroge namens Slo-Mo, die das Zeitgefühl der Benutzer auf 1% der normalen Geschwindigkeit runter regelt, auf dem Markt ist und um sich greift. Der wortkarge und erfahrene Judge Dredd (Karl Urban) bekommt vom Chief Judge die Anfängerin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) aufs Auge gedrückt, die knapp am Eignungstest gescheitert ist, aber die Hall of Justice will ihr eine zweite Chance geben, da die Anfängerin unschätzbare psychische Kräfte besitzt. Dredd soll sie deshalb bei einem Feldtest bewerten.

Dredd01Ihr erster Fall führt sie nach Peaches Trees, einer 200 Stockwerke-Arkologie, die man auch als kleinen „failed state“ bezeichnen könnte, wo drei Kleinkriminelle aus den oberen Stockwerken geworfen wurden. Dredd und Anderson gehen der Sache nach und nehmen eine Drogenhöhle auseinander, bei der sie einen Gefangenen machen, der anscheinend zu viel weiß. Der örtliche Warlord Ma-Ma /Madelaine Madrigal (Lena Headey) lässt die Arkologie abriegeln und schickt ihr Horden von Schergen los, um die beiden Judges zu eleminieren. Und das ist erst der Anfang…

Dredd TowersIch mag den 90er-Judge Dredd mit Silvester Stallone ja durchaus gerne, auch wenn er mit der Comicvorlage nicht viel zu tun hat. Es ist halt ein spaßiger Buddy-Action Movie mit coolen Designs. Dredd ist hingegen ein ganz anderes Kaliber. Alles an Härte, was das Total Recall-Remake sein wollte. The Raid mit weniger Wiederholungen und Leerlauf. Eine Schlachtplatte vom Kaliber Verhoeven -Total Recall und Robocop. Da wird nicht gekleckert, sondern amtlich gesplattert. Wenn geballert wird, dann wird auch schon mal ein ganzes Stockwerk zersiebt. Und Dredd setzt seinen Helm nie ab, was den Liebhabern der Vorlage wichtig sein dürfte, erreicht dabei aber trotzdem höhere mimische Leistungen als die gesamte Transformers-Besetzung zusammen.

Man merkt den Machern des Films einfach an, dass sie Fans guter alter 80er Actionware sind und ist dankbar, dass sie diese konsequent und stilsicher ins 21. Jahrhundert verpflanzt haben. Die Kombination aus Action, schwarzem Humor, schnörkeloser, funktionierender Story, Splatter und ziemlich guten, visuellen Effekten ergibt eine wunderbare Genre-Perle. Eines der Ausnahmebeispiele, dass das „Remake“ besser funktioniert als das Original. Und „Cersei Lannister“ bekommt auch endlich was sie verdient. Unschöne Schlussfolgerung: Das Robocop-Remake kann dagegen nur mies sein.

Action movie of the year 2012 award

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looper-logoIm Jahr 2044 befinden sich die USA in einem sozio-ökonomischen Zusammenbruch, Gewalt ist an der Tagesordnung und 10 % der Bevölkerung haben durch eine Mutation schwache telekinetische Fähigkeiten erlangt. Joe (Joseph Gordon-Levitt) verdient seinen Lebensunterhalt als sogenannter Looper. Looper sind die Auftragskiller für ein Syndikat, welches um das Jahr 2074 in der Zukunft besteht und sich im Geheimen der Zeitreisetechnologie bedient, um unliebsame Personen verschwinden zu lassen, da Morde in der Zukunft eigentlich immer aufklären lassen. Die Opfer – gefesselt und mit einem Sack über dem Kopf – werden in die Vergangenheit geschickt, von den Loopern erschossen und entsorgt. Für jeden Auftragsmord erhält ein Looper Silberbarren als Bezahlung, die seine Opfer in einer Haltevorrichtung auf dem Rücken tragen. Zur letztendlichen Spurenverwischung sind die Looper ohne Widerspruch verpflichtet, auch ihr 30 Jahre älteres Selbst auf die gleiche Weise zu eliminieren, was dem jüngeren Selbst durch eine zusätzliche Bezahlung in Gold erleichtert wird. Diese finale Selbsttötung wird als closed loop (abgeschlossener Kreis) bezeichnet. Als Joes Alter Ego (Bruce Willis) erscheint, läuft aber nichts so wie geplant, denn der ältere Joe ist nicht gefesselt und vorbereitet. Denn er will sich sein Leben wieder besorgen, Vergangenheit und Zukunft. Dafür muss er den fast allmächtigen Syndikats-Boss Rainmaker (Regenmacher) töten, bevor dieser unantastbar wird. Aber der junge Joe hat andere Pläne. Genauso wie die Syndikatskiller. Und alle sind auf dem Weg zur Farm des Regenmachers.

looper01Rian Johnsons Looper ist ein Zeitreise-Actionthriller, der mal wieder ein organisch-lineares Modell – eine Zeitlinie, keine Paralleluniversen, wellenförmige, teilweise leicht verzögerte Ausbreitung von Änderungen der Realität – bemüht und trotz der immer vorhandenen Probleme der Thematik erstaunlich logisch bleibt. An die Prothesen von Gordon-Levitt, damit er Bruce Willis ähnlicher sieht, muss man sich gewöhnen, aber nach zehn Minuten sollte man sich akklimatisiert haben und darf sich über das zwar kühle, aber gut zusammenpassende Spiel der Akteure freuen.

Wer intelligente SciFi-Filme mit etwas Anspruch und Action mag, deren Budget ausreichend bemessen ist, um neben dem üblichen Blockbuster-Krachwumm zumindest nicht lächerlich auszusehen, ist hier genau richtig. Looper ist eindeutig der beste Genrefilm des Jahres und wahrscheinlich der beste Zeitreisefilm seit 12 Monkeys, wobei er dessen Kultstatus nie erreichen wird. Aber in einer Liga mit Source Code spielt er sicherlich. Und wer Moon, den besten Film des Jahres 2010, mochte, der dürfte ob einiger ethischer Fragen hier auch nicht falsch sein. Bei Looper werden nämlich doch einige Hollywoodregeln wohltuend missachtet. Sehr empfehlenswert!

Sci-Fi movie of the year 2012 award

Auf den Sci-Fi Podiumsplätzen landen übrigens In Time und der stark unterschätzte John Carter. Der Horrorfilm des Jahres 2012 ist übrigens eindeutig The Cabin in the Woods, dicht gefolgt von The Divide. Beim besten Polit-/Spionagethriller 2012 gibt es ein Unentschieden, das Photofinish zwischen Argo und Dame, König, As, Spion ist einfach zu eng.

Honorable mentions: Beste Nazi-Action-Komödie 2012 ist eindeutig Iron Sky, beste Comicverfilmung 2012 geht an The Avengers, der Preis für beste umstrittene Neu-Kultfilme mit Fehlern und Fanspaltung 2012 geht an Prometheus – Dunkle Zeichen und The Dark Knight Rises, schlechteste Fortsetzung 2012 räumt Taken 2 ab, beste Fortsetzung 2012 geht an Men in Black 3 und bester B-Movie 2012 geht an Lockout.

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„FDP – Die Steuerkavallerie“

Die FDP hat sich als Angriffspunkt bei Peer Steinbrück – wie nicht anders zu erwarten – dessen Nebeneinkünfte vorgenommen. Weswegen man ihn auch auf Plakaten im Netz als P€€R ST€INBRÜCK schreibt. Man stelle sich bildlich einfach Philipp Rösler in einem Bunker vor, wie er Atombomben durch die Gegend wirft. Mal im Ernst, ohne es allzu böse zu meinen, aber die käuflichste aller Parteien, die Mövenpick-Bande, die Partei, deren Mitglieder und Spender zumindest zu einem Großteil in die Nähe von Schweizer Festgeldkonten zu rücken sind, macht da ein Fass auf? Da könnten sie doch gleich… aber ich greife vorweg.

FDP - die Steuerkavallerie - LogoDie SPD hat sich als „neues“ Thema – mal wieder – rausgesucht: Steuergerechtigkeit. Ein schärferes Vorgehen gegen Steuersünder sei wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Finanzierung von Bildung, sagte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Die weit überwiegende Anzahl der Deutschen seien ehrliche Steuerzahler. Hätten sie allerdings das Gefühl, dass „insbesondere aus den besser ausgestatteten Etagen des gesellschaftlichen Gebäudes viele ihre Einkünfte am Fiskus vorbeibringen„, dann sei ein „Riss in der Gesellschaft„. Steinbrück zitierte Expertenschätzungen, denen zufolge den öffentlichen Haushalten in Deutschland durch Steuerbetrug jährlich bis zu 150 Milliarden Euro entgingen. Es gehe somit nicht um Kavaliersdelikte, sondern um erhebliche kriminelle Energie [LINK – Tagesschau.de, kann jederzeit depubliziert werden].

Was könnte die FDP in Gestalt von Philipp Rösler wohl darauf antworten? Also abgesehen von Steuersenkungen. Genau: Man verweist auf das vollkommen hirnrissige, zu Recht gescheiterte Steuerabkommen mit der Schweiz, was nichts anderes darstellte als die Legalisierung von Steuerbetrug für eine kleine Gebühr. Denn da die SPD dieses Machwerk an Dämlichkeit nicht unterstützt hat, sei es ihr mit der Steuergerechtigkeit nicht ernst. Es ist ja allgmein bekannt, dass man als FDPler z.Z. Panikattacken durchläuft und man da schon mal Unsinn redet. Und ich hab eigentlich auch gar keine Lust den nörgelnden Deichmolch Peer Steinbrück zu verteidigen, aber irgendwann ist der Bullshitfilter auch mal voll, gerade wenn noch Rückstände von Döring drin festhängen.

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„Six Strikes“

Schon 2011 hatten sich die führenden US-Internetprovider mit der Motion Picture Association of America(MPAA) – bekannt als Teil der M.A.F.I.A. u.a. zusammen mit der RIAA, deren Kriminalität u.a. hier gut dokumentiert ist – auf einen Maßnahmenkatalog gegen Urheberrechtsverletzungen geeinigt. Ab 2013 soll dieser privatwirtschaftliche Vertrag in den USA auch umgesetzt werden. Bislang war allerdings unbekannt, wie die genauen Maßnahmen aussehen sollen. Zumindest Verizons Pläne sind vor ein paar Tagen geleakt worden[Link].

Verizon Six Strikes - LogoWenn Verizon oder Urheberrechtsinhaber VERMUTEN, dass über einen Anschluss Urheberrechtverstöße begangen werden, dann bekommt der Kunde einen automatischen Warnanruf nach Hause und eine Email mit einem Link zu einer Seite von Verizon, wo man Informationen erhält, wie man herausfindet, ob auf dem Rechner illegale Filesharingprogramme installiert sind und wie man sie deinstalliert. Verizon deklariert dabei anscheinend alle Filesharingprogramme unabhängig von den getauschten Dateien als illegal. Sollte der Verdacht nicht aus dem Weg geräumt werden oder sich weitere „Anzeichen“ sammeln, geht es zur nächsten Stufe. Man wird zwangsweise auf Verizonseiten umgeleitet, wo man ein Video zu sehen bekommt, wie böse Urheberrechtsverletzungen sind und wie gut die Industrie. Ab da geht es dann bergab. Herabsetzung der Bandbreite oder eine Untersuchung durch eine Schlichtungsstelle, was allerdings 35U$S kostet.  Dies alles ohne jeden Beweis, ohne Gerichtsanhörung in einem Akt von „privatisiertem“ Recht. Einige werden jetzt wieder sagen „dann geh doch zu einem anderen Anbieter„. Da aber alle großen Anbieter, die landesweit Anschlüsse anbieten, diese Vereinbarung unterschrieben haben und damit ein schwer vermeidbares Oligopol bilden, ist dies auch keine Option. Man kann natürlich Geld in die Hand nehmen, sich nach Schweden tunneln und von da aus „online“ gehen, aber eine Lösung des problematischen Sachverhaltes ist dies nicht.  Man sollte auch nicht spotten, dass sowas nur in den USA passieren kann. Die EU arbeitet auch schon daran, privatwirtschaftliche Verträge anzuschieben, mit denen man Ablehnungen in den Parlamenten unterlaufen und Menschenrechte beschneiden kann. Begründung in der EU: Terrorismus und Kinderpornographie. Bezahlt wurden die beteiligten Politiker allerdings von Vertretern der M.A.F.I.A. oder wie Freunde des Cyberpunks sie nennen: OCP

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„Pfeiffer und die Dompfeifen“

Die Deutsche Bischofskonferenz will medienwirksam eine Studie zum Thema Missbrauch in der Kirche. Dafür holt man sich dann ausgerechnet Dr. Christian Pfeiffer – bekannt für Videospiele, Rockerbanden und Kompetenzballung mit anderen, geistigen Leuchten – und Innenminister SchünemannsDankeschön, Christian, hier hast du deinen eigenen Laden“ – Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) ins Boot.

Pfeiffer und die Dompfeifen - LogoDa ist die Katastrophe natürlich garantiert. Eigentlich hatte man damit gerechnet, dass Christian Pfeiffer und das KFN zu dem Schluss kommen, Videospiele sind am Missbrauch schuld. Eventuell auch Paintball oder Heavy Metal. Aber die Deutsche Bischofskonferenz konnte dieses absehbare Ergebnis nicht abwarten und hat selber die Reißleine gezogen, weil etwas geschehen ist, womit nun wirklich niemand rechnen konnte: Pfeiffer macht seinen Job und hakt nach! Als er Einblick in die Geheimakten der Katholischen Kirche haben möchte, wird die Studie abgesagt. Bischof Stephan Ackermann, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz rechtfertigt sich dafür dann noch in einem Interview, was als Titel auch „Mimimi“ tragen könnte. Aber die Katholische Kirche ist sich sicher, sowas schützt ihren „guten Ruf“ und baut Vertrauen auf…

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„Fieberglasträume“

Fieberglasträume - teaser logoFIEBER [febris, eigentlich „Hitze“] ist ein Zustand erhöhter Körperkerntemperatur, der meistens als Begleiterscheinung der Abwehr gegen eindringende, lebende Mikroorganismen oder andere als fremd erkannte Stoffe auftritt oder als Begleiterscheinung von Traumata. Fieber ist nicht die Ursache der Krankheit, sondern ein Teil der Antwort des Körpers.

[Fiber-]GLASfasern dienen der Datenübertragung und zum flexiblen Lichttransport von z. B. Laserstrahlung. Sie sind alterungs- und witterungsbeständig, chemisch resistent und unbrennbar. Bei der Datenübertragung bieten sie eine hohe maximale Bandbreite. Das übertragene Signal  ist unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störfeldern und bietet eine hohe Abhörsicherheit.

Fieberglasträume - Collage01 - Christoph Jaszczuk - Jessica May© 2013 Christoph JaszczukJessica May-Dean

TRÄUME sind  bizarre, halluzinatorische, mentale Aktivitäten die während eines Kontinuums an Schlaf- und Wachstadien einsetzen. Eine Form von Wahnsinn.

Fieberglasträume - Out March 2013 logo

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„Begegnungen“

Manchmal reicht schon ein einfaches, mit offenen Augen durch die Stadt gehen, um diverse witzig bis abwegige Beobachtungen zu machen. Nehmen wir einfach mal die letzten 48 Stunden. Gewisse Trends, die man trotz Verweigerungshaltung zumindest am Rand trotzdem mitbekommt, sind so lächerlich, dass man immer der Meinung ist, dass es das außerhalb des Privatfernsehens – ja RTL2, ich meine explizit und abstrafend dich – nicht gibt.

Begegnungen - logoWie ich lernen musste, gibt es allerdings wirklich Menschen, die Plüsch-Titten-Mützen, Neon-Schnürsenkel und Hawaii-Tarnhosen tragen. Es gibt echte Atzen. Wer da nun wen inspiriert hat – Realo-Atzen die Medienversion oder die Fiktion die Realität – keine Ahnung. Immerhin sind die recht harmlos, wenn sie nicht gerade Party bei einem zu Hause machen. Weitaus schlimmer sind da schon hässliche, übergewichtige Menschen, die lauthals herausschreien, wie toll und „Supastar“ sie doch sind. Sprich, es gibt durchaus das deutsche Äquivalent zum Jersey Shore-Proletenpack. Eigentlich denkt man ja: Sollen die Spackos ruhig machen, aber mich stören Leute die saublöd sind und dies auch noch lauthals als Pluspunkt herausstellen. Dagegen sind die Atzen absolut sozialverträglich.

In der Bank am Schalter – man wählt immer den falschen: Vor mir versucht eine ranghöhere Angestellte der Bank mit Jungazubi(männlich) an der Seite einem Süd-Südländer zu erklären, wie das mit dem Bausparvertrag funktioniert und gibt sich dabei sichtlich Mühe, während die verschleierte Begleitung des Mannes – keine Ahnung ob die verschleierte Person männlich oder weiblich war, denn es war aufgrund der Verschleierung nicht ersichtlich – Abseits ruhig warten darf. Problem (das Sprachproblem war sogar relativ überschaubar): Der nette Mann unterbricht die Bankangestellte alle zwei Sekunden rüde und unhöflich und wenn er was sagt, schaut er demonstrativ nur den Jungazubi an, dem langsam der Schweiß ausbricht und der vor seinem geistigen Auge schon den Sprengstoffgürtel detonieren sieht. Wobei das eine vollkommen übertriebene Angstreaktion war. Der Jungazubi war vollkommen sicher, aber die Bankangestellte war kurz davor totgeschlagen zu werden, weil diese unverschleierte Hure es wagte den Herren Pascha andauernd anzureden. Meine kulturelle Feinfühligkeit hält sich bei sowas stark in Grenzen. Immerhin war der Schalter nebenan schnell frei, da sich eine Abstandsblase um den Möchtegern-Jihadisten bildete.

Bei der Post war alles wie immer. Egal welche Uhrzeit, es steht eine Schlange bis in den Vorraum. Immerhin nicht wie sonst bis auf die Straße. Der Optimierungsplan der Beraterfirma hat wunderbar funktioniert. Der Kunde fühlt sich wie in der DDR, die Angestellten sind gestresst bis zum Anschlag und die Deutsche Post konnte zwei Stellen einsparen, Applaus. Lustig war die junge Frau, die ihren Brief etwas kreativ beschriftet hatte und sich vom Postangestellten anhören musste: „Haben sie noch nie einen Brief geschrieben?„. Daraufhin wurde sie leicht rot im Gesicht und antwortete: „Nein, noch nie, das ist mein erster.“ Was auch vollkommen möglich ist. Menschen die nach 1995 geboren wurden können durchaus noch nie einen physikalischen Brief geschrieben haben. Nach dieser Antwort hat sich der Postangestellte aber netterweise jede Bemerkung erspart und hat ihr ganz lieb erklärt, wie das nach Postregularien zu funktionieren hat. Als ich dann dran kam konnte es mir nicht verkneifen ihn zu fragen, wie man das denn macht, wenn man wen bei einem Brief CC setzen will. Ob er das dann fotokopieren würde, oder so. Sein Kollege musste immerhin grinsen.

Unter interessant verbuche ich die Begegnung mit einem muslimischen Libanesen aus Beirut, der in England zur Schule gegangen ist und den es beruflich nach Deutschland verschlagen hat und der mir bei einem Bier – nachts darf man trinken, Allah sieht das nicht – 1-2 Geschichten erzählt hat. Nach der broderschen Definition ist er ein böser Antisemit,  nach Definition der Hamas ist er ein böser Judenliebhaber und Hochverräter. Dazu meinte er „Man muss schon irgendwas richtig gemacht haben, wenn man von Broder und der Hamas gehasst wird„. Und dann war da noch der süddeutsche Katholik, dem ein „Gott verhüts‘“ entfuhr und der mich damit zu einem Lachanfall bewegte. Aber wahrscheinlich finde nur ich sowas witzig.

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„Double Feature: Act of Valor – Safe“

Auf den Philippinen wird in einer internationalen Schule in Manila ein Selbstmordanschlag verübt, bei dem der US-amerikanische Botschafter, sein Sohn und viele andere Kinder ums Leben kommen. Kinder!!! Zur Betonung! Hierfür verantwortlich ist der Terrorist Abu Shabal. In Costa Rica befindet sich die CIA-Agentin Lisa Morales, die in einem Undercover-Einsatz die Verbindung des Drogen- und Waffenhändlers Christo zu Abu Shabal nachweisen soll. Doch sie wird enttarnt, von Christos Gefolge entführt und gefoltert. Daraufhin wird eine Einheit der United States Navy SEALs mit der Befreiung der Agentin beauftragt. Die SEALs werden in der Nähe von Christos Camp abgesetzt und töten seine Männer diszipliniert, professionell und geräuschlos und befreien die CIA-Agentin, die wertvolle Informationen liefert. Zwischenzeitlich besorgt sich Abu Shabal spezielle Sprengstoffwesten, die mit Keramikkugeln gefüllt sind und von keinem Metalldetektor zu orten sind. Er plant damit verheerende Terroranschläge auf verschiedene US-Städte mittels Selbstmordattentätern. Christo ist für die Einschleusung der Terroristen in die USA verantwortlich. Die Navy SEALS gehen auf die Jagd in Afrika und Mexiko!

Zwei Regisseure drehen Werbeaufnahmen bei der US Navy und denken sich irgendwann: Da geht doch mehr! Aber wir brauchen einen Aufhänger. Nicht nur ein weiterer Militär-Actionfilm. Nein, ein Film, bei dem ECHTE Navy Seals mitspielen! Chakka! Act of Valor! Und die Navy war begeistert. Dann klapperte man alle SEAL Trainingsanlagen ab: Kolumbianischer Live Fire Dschungel- und Flusskampf in Missisippi auf dem Gelände des Stennis Space Center, mexikanischer Häuserkampf in San Diego, Boat Raid vor San Diego und als Somalia-Double ein Trainingsgelände im Umkreis von L.A., verfeinert mit ein paar Fallschirmsprüngen. Dann fing man an darum eine Geschichte zu stricken. Was man auch ganz schlimm merkt. Tschetschenischer Islamisten-Terrorist macht gemeinsame Sache mit Waffen- und Drogenhändler, beide mögen klassische Musik und sind gebildet – schlimmes Verbrechen in gewissen Kreisen. Die Familienszene des Waffenhändlers hat man rausgeschnitten und mehr Herz-Schmerz Familienstories der Seals reingepackt. Islamist versucht dann philippinische Selbstmordattentäter mit Hilfe eines Drogenkartells über die viel zu lasch gesicherte US-Mexiko-Grenze zu bringen, wo dann einer der zwei Kubaner aus Bad Boys 2 den einzig aufrechten, mexikanischen Special Forces-Typen spielen darf. Dann wird sich noch geopfert und es gibt ein Michael Bay-Gedächtnis-Begräbnis. Vorher gibt es allerdings als Zugeständnis an die Battlefield 3-Generation ziemlich viele Ego-Perspektiven beim stürmen von Gebäuden. Die darstellerische Leistung ist im besten Fall hölzern, die Dialoge furchtbar und wirklich aufdringlicher Patriotismus trieft aus jeder Pore. Und dabei ist die internationale Fassung noch entschärft worden[Link], im Original weht da noch weitaus mehr Pathos durch die Landschaft. Ansonsten werden munter Landesgrenzen ignoriert, Leute auf Verdacht umgelegt, Kollateralschäden jeder Art in Kauf genommen, das übliche halt. Ich war fast schon enttäuscht in der Videothek kein Rekrutierungsplakat für die US Navy zu finden.

Aber es gibt auch einen Lichtblick: Die Action-Szenen sind wirklich gut, spannend und wirken sehr realistisch. Wenn man den Rest ausblenden kann, es einem egal ist oder man bei Flaggenwedelei und Weichzeichner einen Ständer bekommt oder feucht wird (gender mainstreaming gerechte Formulierung), dann kann man durchaus mal einen Blick riskieren. Allerdings sollte man Act of Valor nicht im selben Satz oder gar auf derselben Seite, wie z.B. Black Hawk Down erwähnen, Schande über mein Haupt. Und Bad Boys 2 ist immerhin weitaus lustiger

Safe - Todsicher - LogoBoaz Yakin ist ein widersprüchlicher Mensch. Schrieb das Drehbuch für den Dolph Lundgren-Punisher aber auch das für Rookie – Der Anfänger. Auf das hochgelobte Drama Fresh folgt der Totalabsturz mit From Dusk till Dawn 2 – Texas Blood Money, dann Gegen jede Regel mit Denzel Washington. Dann wird es bizarr. Dirty Dancing 2, Hostel und Prince of Persia – Der Sand der Zeit. Und sein letzter Streifen ist SAFE – Todsicher mit Jason Statham, der zwischen echt guten Actionfilmen auch ganz erbärmlichen Schrott runterkurbelt.

Das chinesische Mädchen Mei (Catherine Chan) hat ein fotografisches Gedächtnis und wird ihrer kranken Mutter weggenommen, damit sie als menschlicher Computer den Triaden in New York beim „Papierkram“ hilft. Dann steht ein großer Deal bevor, sie muss einen besonderen Code auswendig lernen und wenig später wird versucht sie zu entführen und ihre Triaden-Adoptiveltern versuchen sie zu töten, damit sie nicht auspacken kann. Aber Mei kann fliehen und ist nun ganz allein in New York, verfolgt von der russischen Mafia, den Triaden und einem Haufen korrupter Bullen. Luke Wright (Jason Statham) war ein Elite-Cop, bis er gegen seine korrupten Kollegen aussagte. Dann war er mittelmäßig erfolgreicher Mixed-Martial-Arts-Preisboxer. Bei einem abgesprochenen Kampf schlägt er nur einmal zu, damit es nicht zu auffällig aussieht und schlägt seinen total überforderten Gegner ins Koma. Die russische Mafia verliert Millionen. Als Rache töten sie Wrights Frau, aber nicht Wright selber. Ihm versprechen sie nur, dass sie ihn beobachten und jeden töten, der ihm zu nahe kommt. Der selbstmordgefährdete Wright und das chinesische Mädchen Mei treffen sich in der U-Bahn, als Wright gerade vor einen Zug springen will. Durch ihre Anwesenheit rettet sie ihm das Leben und Wright hat endlich wieder eine Aufgabe. Eine Aufgabe die Fähigkeiten erfordert die Wright weit vor seiner Karriere als Cop erlernt hat. Und diese Fähigkeiten hat er auch bitter nötig, da er die russische Mafia, die Triaden und seine korrupten Ex-Kollegen gegeneinander ausspielen und -schalten muss. Und eine Ebene höher lauern noch ganz andere Monster.

Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, lag SAFE – Todsicher lange bei mir ungesehen rum, da ich aufgrund der Vorschau von einem der wahrscheinlich beknacktesten Statham-Actionfilme aller Zeiten ausgegangen bin. Glücklicherweise hab ich mich geirrt und Safe – Todsicher ist im Gegenteil einer der besten Statham-Filme überhaupt. Klar ist das kein OSCAR-Material, aber gut gefilmte, blutige, konsequente Action, die wertig aussieht und doch mit einigen schicken Plottwists aufwarten kann, mit denen man nicht rechnet. Die FSK 18 wird mit blutigen 80er-Ballereien samt Trefferanzeige – kein PG-13-sie-fallen-einfach-um-kein-Blut – verdient. Dazu darf Statham endlich mal wieder gut choreographiert den bösen Jungs auf die Glocke hauen. Dazwischen gibt es ein Mindestmaß an halbwegs glaubhaftem Beziehungsaufbau zwischen Statham und dem Mädchen und komprimierte Story. Da findet sich kein überflüssiger Fettrand. Der Endkampf endet etwas abrupt, aber im guten Sinne überraschend. Safe – Todsicher leistet also genau das, was der Film soll. Kein Innovations- oder Künstlerpreis, aber Daumen hoch, Ziel erreicht.

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„Viele Partner, viele Punkte“

Als tiefgläubiger Christ beklage ich des Öfteren den geistigen, moralischen und vor allem sittlichen Verfall Deutschlands *räusper*. Frauen tragen Hosen oder Miniröcke, Mädchen gehen zur Schule und lernen dort die sogenannte „Evolutionstheorie„, die sich der Alkoholiker und Ehebrecher Charles Darwin aus den Finger gesaugt hat. Dazu kommen gleichgeschlechtliche Unzucht, Videospiele, Fernsehen und anderes verderbendes Machwerk. Aber mittlerweile hat sich die Seuche soweit ausgebreitet, dass schon im alltäglichen Umgang und für jeden sichtbar Gruppensex und Unzucht ausgebreitet werden.

Viele Partner - viele Punkte - LogoAls ich neulich mein weiterhin gutes Benzin verbrennendes Auto – wie jeder weiß lösen Elektroautos Homosexualität aus – zur Tankstelle fuhr, stieß ich auf die sogenannte DeutschlandCard, ein seit März 2008 bestehendes Kundenbindungsprogramm mit verschiedenen Partnern, bei dem Verbraucher bei den teilnehmenden Unternehmen umsatzabhängig Punkte sammeln und diese in Prämien einlösen können. Was sich auf den ersten Blick durchaus im Rahmen des Erlaubten befindet, wird bei genauerer Betrachtung zu einer verruchten SwingerCard. Denn das Motto dieser unseligen Karte ist > viele Partner, viele Punkte, „viele Vorteile“ <. Und in einem Aktionszeitraum soll man sogar „2-fach Punkte“ „sammeln“ können, um sich „Vorteile“ zu sichern. Und in der Tankstelle verkaufen sie auch noch Kondome. Wie abstoßend und unmoralisch kann Werbung noch werden???

DeutschlandCard - Viele Partner viele Punkte01

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„WELT am Sonntag und der Großadministrator“

Nachdem die ZEIT vor einigen Monaten Perry Rhodan als Ersatz-Hitler aus dem All tituliert hat, musste die WELT am Sonntag geradezu darauf reagieren, aus Prinzip. Nun könnte die Zeit ja als Aufmacher nächste Woche mit sowas wie „WELT am Sonntag huldigt dem Führer“ aufwarten. Wäre immerhin konsequent.

Welt am Sonntag und der Großadministrator - LogoDavon ab hab ich mich ziemlich gefreut ein klassisches Perry Rhodan-Bild auf der Titelseite zu finden. Und auch wenn beim Bild selber keine Quellenangabe dabei ist, so haben die Perry Rhodan-Macher auf Facebook bestätigt, dass das alles vollkommen korrekt ablief.

Welt - RhodanDie [WELT am Sonntag-] Redaktion hat ganz offiziell angefragt, und wir haben ebenso offiziell die Druckerlaubnis erteilt. Wie sich das gehört …“ Respekt, ist man aus dem Axel Springer – Verlag so gar nicht gewohnt!

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„Shadowrun Novapuls reloaded“

Shadowrun Banner Pegasus02Der Shadowrun NOVAPULS Ingame Newsletter hatte sich ja über die Jahre leider zu einem Running Gag entwickelt, der nie richtig in die Puschen kam. Aber drüber nachgedacht und dran geschraubt wurde trotzdem immer wieder und weiter. Und nun scheint ein Konzept zu stehen, dass für eine regelmäßige Erscheinungsform sorgen sollte. Drückt die Daumen. Den „neuennovapuls gibt es >>> hier <<<.

Shadowrun Novapuls LogoInfo: Der novapuls ist ein E-Newsfax, das kontinuierlich monatlich von Pegasus für Shadowrun herausgebracht werden soll. Mit Hilfe der deutschen Autoren und Redaktion werden über dieses Medium Metaplots, politische Vorgänge in der ADL, internationale Ereignisse und ähnliches noch stärker zum Leser gebracht, der so die Welt von Shadowrun direkt miterleben kann. Der novapuls wird im letzten Drittel jedes Monats erscheinen – jeweils als eine Seite mit aktuellen, zusammengestellten Inplay-News. Alle drei Monate soll stattdessen allerdings eine größere Ausgabe mit mindestens sechs Seiten publiziert werden, die auf besondere aktuelle Ereignisse fokussiert ist und mit ihrer Berichterstattung weiter in die Tiefe geht. Erste Ausgabe dieses speziellen novapuls ist für März 2013 mit der Nummer 03 geplant. Der novapuls ist auf dieser Seite nach Ausgabe oder demnächst über Drivethru als gesammeltes Archiv gratis herunterladbar.

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„In verdammt schlechter Gesellschaft“

Jakob Augstein wird vom Simon Wiesenthal Center auf die Liste der 2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs  (Verunglimpfungen) [Link] gesetzt. Sekundant dieser Aktion ist ausgerechnet Henryk M. Broder, für den alles und jedes antisemitisch ist, sofern es nicht auf der offiziellen Linie der israelischen Regierung liegt und der persönlich ein Hühnchen mit Augstein zu rupfen hat. Und somit befindet sich Augstein in der Gesellschaft des iranischen Regimes, der Muslimbrüder und bekennender Nazis aus Osteuropa, samt wohlwollender Charakteranalyse von Broder: „Jakob Augstein ist kein Salon-Antisemit, er ist ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder, ein Überzeugungstäter, der nur Dank der Gnade der späten Geburt um die Gelegenheit gekommen ist, im Reichssicherheitshauptamt Karriere zu machen. Das Zeug dazu hätte er.

In verdammt schlechter Gesellschaft - LogoAugstein schreibt viel Mumpitz und es gibt durchaus einen gerne gepflegten Antisemitismus bei der Linken, aber Augsteins Aufnahme in diese Liste ist nicht nur kontraproduktiv, sondern auch einfach nur dämlich. Als „Belege“ für Augsteins Antisemitismus werden nämlich Zitate herangezogen, die zwar weder diplomatisch noch harmlos sind, aber auch eine gewisse Wahrheit enthalten. Durchgeknallte Ultraorthodoxe? Check! Ausufernder Lobbyismus? Check, wobei man das nach den historischen Erfahrungen der Israelis natürlich vollkommen verstehen kann. Israels Atomwaffen als gleichgroße oder schlimmere Bedrohung für die Region darzustellen als die iranischen Mullahs ist zwar pauschal Unsinn, aber auch nicht komplett falsch. Leute mit Atomwaffen, die auch vorhaben sie zu benutzen, sind grundsätzlich als gefährlich zu betrachten, egal in welchem Zusammenhang. Und auch die sonstigen Kritiken von Augstein gegen Netanjahus Regierung sind vielleicht mit harten Bandagen ausgetragen, aber eben keine antijüdische Propaganda, sondern Kritik an der Regierung eines Staates. Aber dank Broder als vorbelastetem Kronzeugen und der Übereifrigkeit des Wiesenthal Centers haben wir nun eine Situation, in der Augstein als Opfer darsteht und die echten Antisemiten lauthals bekunden können, dass jegliche Form des gefährlichen, historischen Antisemitismus nicht -mehr – existiert, weil wir dieses Beispiel haben, dass eindeutig belegt: Antisemitismus ist das, was Broder doof findet. Bravo!

Weitere Standpunkte dazu: Clemens Wergin: Augsteins Verteidiger sind auf linkem Auge blind [WELT Online], Nils Minkmar: Eine offene Gesellschaft [FAZ], Christian Bommarius: Broder diffamiert Augstein [Berliner Zeitung].

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„Silvester 2012 – Earth shot first!“

Earth Shot First - LogoSilvester und Neujahr sind immer so eine Sache. Ob die Knallkörper im Zoll hängen bleiben, harmlose Wahrheiten als politische Propaganda gebrandmarkt wird oder aber das große Feuerwerk gleich ganz ausfällt, weil das nur ein Mond ist! Und obwohl das nur ein Mond ist, möchte ich den Feiernden doch anraten sich bei den Silvesterfeuerwerklichkeiten ganz gepflegt auf die unteren Atmosphärenschichten zu konzentrieren, sonst könnte man an Bord eines zivilen und unbewaffneten Mondes irrigerweise noch auf die Idee kommen, dass die Erde zuerst geschossen hat. Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Earth Shot First - Silvester 2012

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„96 Hours – Taken – Taken 2 – Taken 3 – Special“

Man kann 96 Hours – Taken 2 nicht wirklich einordnen, wenn man nicht den Vorgänger 96 Hours/Taken mit einbezieht. 2008 kam Luc Besson auf die Idee mal wieder einen richtig derben Rächerfilm zu drehen, allerdings mit einem Charakterdarsteller in der Hauptrolle, der der Sache eine besondere Note gibt. Nachdem man mit Liam Neeson den Hauptgewinn gezogen hatte, durfte Pierre Morel zeigen, dass das zwar flache aber spielfreudige und erstaunlich gelungene Banlieue 13 nicht bloß ein Zufallstreffer war. Nachschlag: 96 Hours – Taken 3 wurde mit drangehängt.

Taken 1 - 2 - 3 - LogoBryan Mills (Liam Neeson) konnte aufgrund seines Berufes als Geheimagent nicht viel Zeit mit seiner Tochter Kim (Maggie Grace, Lockout) verbringen, weshalb er ihr zuliebe in den vorzeitigen Ruhestand ging. Kim lebt bei Bryan Mills Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) und deren neuem, reichen Partner. Trotz Bryans Protesten fliegt Kim mit einer Freundin nach Paris, wo Scouts albanischer Mädchenhändler die beiden ansprechen und aushorchen. Während Kim mit ihrem Vater telefoniert, werden beide Mädchen verschleppt. Was zum berühmten special set of skills„-Gespräch führt. Bryan Mills fliegt nach Paris und arbeitet sich die Rangstufen von den Beschaffern (albanische Mafia), über die Verteiler(französische Edelkriminelle) bis zum Endkunden (arabische Scheichs) hinauf.

96 Hours/Taken war der Action-Überraschungshit des Jahres. War die Familienstory doch sehr hölzern und der Sangeskarrieren-Nebenplot der Tochter nur dazu da, den Film auf normale Spielfilmlänge zu bringen, so war der Rest doch eine Offenbarung. Pierre Morel Stil hebt sich nämlich gewaltig von der üblichen Massenware ab. Sein Filmstil zeichnet sich durch Schnelligkeit, nicht aber durch Sprünge aus. Die Kamerabewegungen in seinen Filmen sind in der Regel sauber und von einer betonten Wackelästhetik weit entfernt. Die erstaunliche Wirkung entsteht durch die Zusammenwirkung der Geschwindigkeiten von Montage und Kamerabewegungen, ohne dass dabei auf jump cuts und Kamerawackler gesetzt wird. Was dazu führt, dass Liam Neeson, nun wahrlich kein Kampfsportexperte, die wahrscheinlich besten, pseudo-realistischsten Kampfszenen der letzten 20 Jahre präsentiert.

Taken Special - LogoDabei hat der Film – mit Ausnahme des vernachlässigbaren Nebenplots – einen wunderbaren Fluss und lange nicht gefühlten Härtegrad, ohne dabei ausufernd und übertrieben blutig zu sein. 96 Hours dürfte so ungefähr das Maximum einer FSK 16-Einstufung sein, wenn alle Prüfer die Augen zumachen und woanders hinschauen. Der Actionfan und auch viele Kritiker waren jedenfalls hemmungslos begeistert. Natürlich gab es auch einen Haufen Vorwürfe. U.a. wurde kritisiert, dass der Film rassistische Klischees verbreite. Was allerdings nur zutrifft, wenn das durchaus zutreffende Aufzeigen der kriminellen Hierarchieebenen in Frankreich rassistisch ist, weil es der Wahrheit entspricht. Wenn man sich aufregen wollen würde, dann eher deshalb, weil alle außer dem US-Amerikaner schlecht wegkommen. Aber es gibt auch genug Filme, wo es genau andersherum ist, also lassen wir die Kirche mal im Dorf. Oder man könnte sich über die Verherrlichung von Selbstjustiz aufregen, was bei einem expliziten Rache-/Selbstjustizfilm nun irgendwie kein Kritikpunkt an sich ist.

Taken 2 - 01Der große Erfolg schrie natürlich nach einer Fortsetzung, die 2012 mit 96 HOURS – TAKEN 2 und dergleichen Kernbesetzung in die Kinos kam: Bryan Mills fliegt für einen Job nach Istanbul, wo ihn seine Ex-Frau – die wieder solo ist – und seine Tochter Kim besuchen. Was ein schöner Familienausflug werden soll, wird zum blanken Horror, als der Clan-Chef der albanischen Mafia blutige Rache für die Ereignisse in Paris üben will.

Eigentlich sind also die besten Voraussetzungen für eine gelungene Fortsetzung vorhanden. Maggie Grace darf diesmal nicht nur Opfer sein und stellt sich dabei sehr patent an, Liam Neeson ist Liam Neeson und es gibt auch keinen total debilen Nebenplot der stören könnte. Die Familienszenen funktionieren sogar ausgesprochen gut. Womit wir dann zu dem Problem kommen. Statt von Pierre Morel wird der zweite Teil von einem anderen Kumpel von Luc Besson inszeniert, nämlich Olivier Megaton, der schon Transporter 3 verbrochen hat und mit Colombiana auch nicht gerade Eindruck geschunden hat. Alles was Morels Filmweise besonders macht, geht Megaton komplett ab. 96 Hours – Taken 2 hat kein Taktgefühl, keinen richtigen Erzählfluss, sieht künstlich aus und am allerschlimmsten: Die Stilprägenden Nahkampf-Massaker sind nur noch Wackelkamera-Gewurstel. Gerade im Vergleich mit dem ersten Teil sieht es einfach unglaublich scheiße aus. Betrachtet man 96 Hours – Taken 2 einzeln ist der Film gar nicht schlecht und gerade die zwischenmenschlichen Szenen funktionieren weitaus besser. Aber im Vergleich mit dem kultigen Vorgänger liefert Megaton einfach nur Kernschrott ab. Alles was das Original besonders machte, fällt weg und wird durch generische Action ersetzt.

Taken 1-2 PosterFazit: Man kann sich 96 Hours- Taken 2 durchaus anschauen, aber wer eine Granate vom Kaliber des Vorgängers erwartet muss sich warm anziehen und wird beim Ansehen trotzdem erfrieren. Luc Besson sollte sich ernsthaft überlegen, ob er Megaton nicht einen längeren, endgültigen Urlaub im Regisseurs-Nirwana gönnt. Zur Behebung von Kopf- und Zahnschmerzen nach Betrachtung der Fortsetzung wird übrigens eine gepflegte Runde des Vorgängers auf Bluray/DVD empfohlen. The Raid hilft auch.

Nachschlag: 96 HOURS – TAKEN 3
Taken 3 - Logo
Bryan Mills (immer noch Liam Neeson) hat bislang immer irgendwie seine Ex-Frau Lenore (immer noch Famke Janssen, aber nur kurz) und seine Tochter Kim (immer noch Maggie Grace, die aber sämtliche Arschtritt-Lektionen der ersten zwei Teile verlernt hat) retten können. Aber diesmal kommt er zu spät. Lenore wurde ermordet und Mills sieht aus wie der Täter. Aber Mills hat „a very special set of skills“ und macht sich dran, die wahren Täter zu stellen. Die Spur führt zur russischen Mafia. Während Mills auch noch von dem hartnäckigen Polizeiinspektor Franck Dotzler (Forest Whitaker, u.a. Repo Men) gejagd wird, kommen ihm Zweifel, ob die offensichtliche Lösung wirklich zutreffend ist…

TAKEN 3 hat auch einige positive Momente. Immer wenn die CIA-Kumpels von Mills/Neeson dabei sind wird es fast gut. Taken 3 hat sogar einen Plottwist mehr, als ich ihm zugetraut hätte und gegen Ende kommt ganz kurz dank Porsche und Landebahn etwas Bad Boys-Feeling auf. Das wars aber auch schon. Ansonsten herrscht ein grandioser Totalschaden vor, gegen den auch Liam Neeson nichts mehr ausrichten kann. Seien es Whitaker als leichtgewichtige Tommy Lee Jones – US Marschals – Imitation, blasse Bösewichte oder die miesen Popsongs. Ist aber alles noch fast harmlos im Vergleich zum Kern des Versagens: Die Action ist einfach scheiße. Obwohl man das so genau meist gar nicht sagen kann, da man es nicht genau sieht. Denn Olivier Megaton hat sich im Vergleich zu Teil zwei nochmal „gesteigert“ und hier ein PG-13 Jump Cut-, Kamerawackler- und Schnittmassaker veranstaltet, wie man es so wohl noch nicht gesehen hat. Wenn man es denn sehen kann… Zur Linderung nochmal das Original anschauen 96 Hours – Taken *schnüff*

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„Unter gleißend Sternenlicht“

Unter gleißend Sternenlicht - LogoHerodes der Große und seine Leibgarde ritten in den Innenhof der Villa. Bedienstete schleiften gerade ängstlich mehrere leblose Körper zu einem Karren. Herodes erkannte einige Saufkumpane seines Sohnes, der trotzig am Eingang zum Gebäude wartete. Und den leblosen Körper des alten Danaas, einem niederen aber treuen Adligen, der immer hoch in Herodes Gunst gestanden hatte. Herodes stieg von seinem Pferd, wobei ihm jeder einzelne Knochen weh tat, und ging zu dem Sohn, den er am liebsten ins Exil geschickt hätte um ihn zu umarmen, damit die umstehenden Leute die Einigkeit des Königshauses zu sehen bekamen. Schweigend gingen beide ins Haupthaus und Herodes Leibwächter verschlossen die Türen hinter ihnen.

Herodes blickte Archeolaos streng an. „Ich weiß du bist letzten Winter Danaas Tochter nachgestiegen und ich weiß das Danaas dich wegen irgendetwas zur Rede stellen wollte, wobei ich mir denken kann, worum es ging. Du hast jetzt genau eine Gelegenheit, mir die ganze Geschichte zu erzählen!“ Archeolaos schien sich innerlich zu winden und zu überlegen. Dann straffte er sich und Herodes wusste, was nun kommen würde. „Vater, ich habe alles versucht sie zu retten!“ Und Herodes wusste, dass jedes Wort gelogen war. „Vater, Danaas kam zu mir, um über eine Dummheit meinerseits zu sprechen, wie du bereits vermutet hast. Ja, Danaas Tochter ist schwanger, wahrscheinlich von mir. Aber wir hatten uns auf eine Lösung verständigt, die ich dir auch umgehend mitteilen wollte. Aber dazu kam es nicht mehr. Einer der römischen Wachhunde hatte schon länger ein Auge auf Danaas Tochter geworfen und ist wahnsinnig geworden, als er sah, wie alle seine Chancen endgültig verschwanden. Er hat Aaron und Chaim erschlagen und stürzte sich dann auf das Mädchen. Danaas hat versucht sie zu schützen und wurde auch erschlagen. Dann floh er bevor die Wachen oder ich etwas tun konnten. Es war eine Tragödie, Vater!

Herodes legte die Stirn in Falten und schickte Archeolaos mit einem Rückhandschlag auf den Boden. „Du verdammter Scheißkerl! Hast du lange an dieser Rede gearbeitet? Hast du die beiden schon irgendwo verscharrt oder ist der Römer wirklich mit dem Mädchen abgehauen? Lebt sie noch?“ Als Archeolaos zögerte trat Herodes zu, mehrmals. Irgendwann vermeinte er ein lauter werdendes „JA!“ zu vernehmen und sein Verstand übernahm wieder die Oberhand. Wütend über sich selbst und seinen Sohn betrachtete er den am Boden liegenden, jungen Mann, der sich von einem vielversprechenden, potentiellen Nachfolger in eine Bedrohung des Hauses Herodes verwandelt hatte. Am liebsten hätte Herodes Archeolaos erschlagen und Gerechtigkeit walten lassen. Aber das konnte er nicht tun, wo ein Römer verwickelt war. Dies konnte ein weiterer Anlass sein, ihn endgültig abzusetzen. Ein weiterer Anlass für die Priesterschaft, die in anzweifelte, weil er kein geborener Abkömmling von Davids Volk war, da  alle Idumäer vom Hasmonäer-König Johannes Hyrkanos I. bei der Eroberung Idumäas zur Annahme des Judentums gezwungen worden waren und immer noch nicht als vollwertige Söhne Davids anerkannt wurden. Ob er wollte oder nicht, er musste vollenden was sein Sohn begonnen hatte.

Voller Zorn prügelte er weiter auf Archeolaos ein, bis sein Hauptmann an ihn herantrat. Herodes keuchte. „Uriel, schick vertrauenswürdige Leute aus. Der wahnsinnige, römische Verbrecher muss getötet werden. Auch um den Tod des Mädchens zu rächen, das er eindeutig auch umgebracht hat!“ Uriel nickte traurig. „Ich verstehe, Herr. Die Volkszählung läuft bereits, wir sollten also nicht weiter aufallen, wenn wir uns durchfragen.“ Uriel salutierte und warf bevor er ging einen angeekelten Blick auf Archeolaos, der Herodes die Scham ins Gesicht trieb.

José der Iberer hatte schon eine Menge Dinge getan die er bereut hatte. Und einige davon hatten ihn in die Provinz Judäa gebracht. Und was er letzte Nacht getan hatte, würde ihn wahrscheinlich endgültig umbringen. Er hätte auch die junge Frau abweisen sollen, die ihn im Sommer darum gebeten hatte ihr zu zeigen, wie man mit einem Messer umgeht. Er hätte auch nicht anfangen dürfen sie zu mögen. Als ihre Rundungen nicht mehr zu verstecken waren, vermutete er was vorgefallen war. Aber er hatte nicht geahnt was passieren würde, als Marias Vater die Angelegenheit nicht mehr ignorieren konnte. Der alte Danaas forderte Wiedergutmachung und Archeolaos Hunde zerrissen ihn für diese Anmaßung. Archeolaos war schließlich der Thronfolger und so gottgleich wie ein Sterblicher es nur werden konnte. Und dann wollten sie sich um die schwangere Tochter kümmern. Der erste Gegner wurde vollkommen von Marias Dolch überrascht und war nach drei schnellen Stichen tot. Die anderen waren nun nicht mehr so unvorsichtig und gingen zu viert auf sie los. José hatte bis zu diesem Zeitpunkt eisern an seinen Befehlen festgehalten, sich nicht in interne Belange einzumischen. Nun aber zog er wie in Trance sein Schwert und erledigte die Bedrohung. Archeolaos Kumpane waren durchaus im Umgang mit dem Schwert geschult, aber sie waren keine Soldaten und kannten sich eher damit aus Unbewaffnete zu schikanieren. Auf einen Kampf mit einem Gegner, der sie gedanklich alle schon fein säuberlich sortiert getötet hatte, waren sie nicht vorbereitet. Und so schwamm der Innenhof der Villa nach kürzester Zeit in Blut. Und José hatte sein eigenes Todesurteil unterschrieben. Keine Anhörung, kein Verfahren, keine Untersuchung konnte die Geschehnisse wieder zurechtbiegen, denn was passiert war, konnte und durfte so nicht geschehen sein.

José nahm Maria, vier Pferde und einige Vorräte und verschwand. Sein nicht gerade ausführlich durchdachter Plan sah vor so viel Weg wie möglich zwischen sich und die zweifellos bald ausschwärmenden Verfolger zu bringen. Und dann würden sie untertauchen. „Josef!“ Maria nannte ihn immer so. „Es geht nicht mehr.“ José wandte sich um und sah auf den ersten Blick, dass die Hochschwangere nicht weiterreiten konnte und ließ die Pferde langsam anhalten. Sie hatten ihr erstes Paar Pferde durchgeritten und auch ihre Ersatzpferde waren kurz davor schlapp zu machen. Es wunderte ihn, dass Maria überhaupt so lange durchgehalten hatten, während sie immer weiter dem neuen Stern am Himmel gefolgt waren, der je nach Deutung Untergang oder ein Wunder verkünden sollte. Nach seiner Schätzung waren sie mittlerweile in der Nähe von Bethlehem und in nicht allzu weiter Entfernung sah er einen Gasthof. „Komm Maria, es sind nur noch ein paar Meter!„. Marias ächzte. „Du hast gut reden, Römer, du musst nicht so viel Gepäck mit dir rumschleppen.“ Aber sie riss sich noch einmal zusammen und trieb ihr Pferd an. Als sie am Gasthof ankamen, platzte dieser aus allen Nähten. José half Maria vom Pferd und half ihr sich auf einen Strohballen zu setzen. „Warte hier, ich versuche für uns Unterkunft und etwas Verpflegung aufzutreiben„. Maria nickte und atmete schwer, aber sie schien in Ordnung zu sein. José drängelte sich durch die randvolle Schänke zum Tresen und fragte sich zum Gastwirt durch, der aber nur den Kopf schüttelte. Alles war voll, die Volkszählung. José nahm etwas Gold in die Hand. Das würde zwar auffallen aber sie brauchten die Unterkunft. Nach einigem feilschen fiel dem Wirt dann doch noch ein, dass der Stall mit den drei Reisenden wohl doch noch nicht überfüllt war und versprach Decken, Essen und Getränke nach draußen bringen zu lassen. Auf dem Weg in den Stall musste José Maria stützen. Die drei bereits anwesenden Gäste im Stall erhoben sich, als sie hereinkamen und José ließ Maria fast fallen als er den Anführer der Reisenden erkannte.

Josephus Tatius, die Welt ist kleiner als man denkt, oder?“ José musste grinsen. „Aber sowas von klein, werter Nasar ibn Fahd!“ Nasar, unter den Römern meist als Balthasar angesprochen, war ein Gesandter und Verwandter des persischen Gottkaisers. Beide hatten sich schon vor Jahren bei einem Grenzscharmützel mit einem unabhängigen Stamm kennen und schätzen gelernt und waren sich seitdem öfter über den Weg gelaufen. Nachdem José Maria geholfen hatte sich hinzusetzten, stellten Nasar und José alle gegenseitig kurz vor. Nasar war auf einer Mission nach Jerusalem und der junge Edelmann Caspar begleitete ihn als Lehrling. Unterwegs hatte man den alten Gelehrten Melchior getroffen, der dem neuen Stern am Himmel folgte, um sein Verhalten zu erforschen. Und dann fragte Nasar José, was ihn mit einer Hochschwangeren im Winter herführte.

Hauptmann Uriel verfluchte um tausendsten Mal den dreckigen Archeolaos, diesen sadistischen Vollidioten, der zu blöd war einen Stiefel Pisse auszukippen, wenn auf der Schuhsohle „oben“ stand. Wenn Archeolaos ein einziges Mal nachgedacht und seinen Schwanz in der Hose gelassen oder eines der Dienstmädchen bestiegen hätte, wäre alles in Ordnung und er würde nicht bei Nacht und Nebel irgendwo vor Bethlehem das ganze Chaos aufräumen müssen. Aber es gab Hoffnung auf baldige Erlösung. Seine Späher hatten sie gefunden und praktischerweise befanden sie sich sogar in einem etwas abseits liegenden Stall, so dass die übrigen Gäste des Gasthofs nicht viel von den Aufräumarbeiten mitbekommen würden.

Uriels Kräfte waren stark ausgedünnt, weil er sie aufteilen und in verschiedene Richtungen hatte schicken müssen, ganz davon ab, dass er nicht unzählige Männer in diese Aktion einweihen konnte, was der Geheimhaltung leider ganz gewaltig widersprechen würde. Aber fünfzehn vertrauenswürdige Männer hatte er hier zusammenziehen können. Und in kurzer Zeit würden der Römer und die dämliche Kuh, die einfach nur ihr vorlautes Mundwerk hätte halten müssen, tot sein. Und das Feuer würde den Stall und ihre Überreste für immer verschwinden lassen. Und Uriel konnte endlich nach Hause. Er gab den Befehl zum Angriff.

José, Maria, Nasar, Caspar und Melchior hatten weiter ihre Geschichten ausgetauscht, während sie sich über das erstaunlich gute Essen aus der Schänke hergemacht hatten, was der Stallbursche vorbeigebracht hatte. Dann setzten Marias Wehen ein. Sie legten sie auf eine Decke auf den Boden und Melchior, der angab schon ein paar Mal in solchen Situationen ausgeholfen zu haben, befahl dem Stallburschen kochendes Wasser zu holen. In einer Wehenpause sah Maria José eindringlich an. „Was hast du eigentlich vor zu tun, wenn das hier vorbei ist?“ José hatte sich das auch schon gefragt. Er würde ein neues Leben beginnen müssen. Bei den Römern galt er als Deserteur und Mörder, beim Rest nur als Mörder.

Um ehrlich zu sein weiß ich das noch nicht genau. Aber ich habe bei der Armee immer den Lageraufbau geleitet. Ich kann gut mit Holz umgehen. Und als Tischler findet man überall Arbeit, um eine kleine Familie ernähren zu können, oder?“ Maria drückte seine Hand und erst da merkte José was er gerade gesagt hatte. Aber es machte ihm keine Angst. Ein Teil von ihm freute sich sogar darauf. Der Stallbursche kam mit dem kochenden Wasser zurückgerannt. „Da draußen sind bewaffnete Männer und sie haben Fackeln bei sich! Die haben nichts Gutes vor!“ José und Nasar schauten sich an. Aber Melchior ließ ihnen keine Zeit zum brüten. „Los, geht, ich komme hier auch alleine klar!

Uriel hatte die Scheune umstellt. Es stellte sich jetzt nur die Frage, ob die Delinquenten freiwillig herauskommen würden, oder ob man die Scheune nicht besser gleich anzündete. Aber der Römer entschied sich dafür im Freien zu sterben. Etwas überraschend waren die beiden Perser, die ebenfalls mit herauskamen. Anscheinend reiche Händler, die man aus der Gaststätte ausgelagert hatte. Immerhin würden seine Leute damit eine Extravergütung für diesen bis zum Himmel stinkenden Auftrag erhalten. Seine Männer und er hatten sich schnell in eine Position gebracht die drei Männer einzukreisen und die Angelegenheit schnell zu beenden. Der Römer hatte zwei Kurzschwerter gezogen und würde eine harte Nuss werden. Mit dem, was der ältere Perser tat, hatte Uriel nicht gerechnet. Er flachste mit dem Römer herum.

Hey, José, was meinst du, das scheint mir hier doch etwas unfair, oder?“ José schwang seine Schwerter. „Sicherlich Nasar, aber ich will mich nicht beschweren, wenn sie es uns einfach machen wollen.“ Uriel kochte vor Zorn über die vollkommene Missachtung der Verhältnisse und schickte seine Männer vor. „Los, tötet sie! Wer den vorlauten Perser tötet bekommt einen Bonus!“ Zwei seiner Männer reagierten sofort und stürzten sich auf Nasar. Der warf seinen Mantel ab und schwang die darunter verborgenen zwei Krummsäbel mit tödlicher Präzision. Uriels Männer waren tot, bevor sie den Boden erreichten. Der andere Perser zog zwei Langdolche und positionierte sich so, dass er dem Römer und seinem Herren den Rücken deckte. Der vorlaute, breitbeinig stehende Perser spuckte aus. „Ich bin Nasar ibn Fahd, durch den Willen des Gottkaisers bin ich unsterblich und ihr seid alle schon lange tot.“ Uriel schluckte, auch wenn er wusste, dass dies nicht wahr sein konnte. Doch dann metzelten sich der Römer, erfahrener Soldat zahlreicher Schlachten und der unsterbliche Krieger des persischen Gottkaisers durch seine Männer, die wie Laub im Herbst zu Boden fielen.

Das Klirren von Metall und die Schreie waren weit entfernt als Maria ihren Sohn in den Händen hielt. Ihn würde sie so lieben, wie sie seinen Vater hasste. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie der treue Melchior umgestoßen wurde. Einer der Späher hatte sich in den Stall geschlichen, den alten Mann zur Seite gestoßen und machte sich daran sie und ihr Kind zu erschlagen. Der Späher holte aus und erstarrte. Maria hatte auch während der Geburt das Geschenk von José nicht weit weggelegt. Der Späher schaute überrascht auf den ganz wunderbaren Langdolch, der in seiner Oberschenkelarterie steckte. Maria riss den Dolch heraus und badete sich und ihr Kind in seinem Blut. Der Späher sackte endgültig zusammen, als Melchior ihm von hinten eines mit dem großen Suppentopf verpasste. Trotz der Erschöpfung, trotz der Schmerzen, musste Maria lachen. Ihr Sohn, von königlichem Geschlecht, in Blut geboren, während um ihn herum eine Schlacht tobte. Unter dem gleißenden Licht eines neuen Sternes. Ein Stoff für Legenden.

Carlo Crivelli - Adoration des Bergers - cutEaster Promises – Der Lauf der Dinge – Das Kreuz mit der Verantwortung – Schattenspiele – Sturmfront

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„Shadowrun 5th Edition 2013“

DAS JAHR VON SHADOWRUN

Shadowrun 5 - LogoDer 21. Dezember markiert das „Ende“ des Maya-Kalenders, die Rückkehr der Magie und den Beginn der Sechsten Welt von Shadowrun. In unserer Welt bedeutet das Datum den Beginn einer neuen Stufe von Shadowrun. Für das Frühjahr 2013 ist ein Abenteuer-Sammelkartenspiel (Adventure Deckbuilding Game) von Fire Opal Media geplant, das den Namen Shadowrun: Crossfire trägt.

Shadowrun Crossfire - LogoShadowrun: Crossfire is a cooperative deck-building card game for two to four players set in the gritty, cyberpunk fantasy world of Shadowrun. Play a shadowrunner team and take on tough jobs such as protecting a client who’s marked for death, shooting your way out of downtown when a run goes sour, or facing down a dragon. In each game you’ll improve your deck with a mix of strategies while earning Karma to give your character cyber upgrades, physical augmentations, magical initiations, weapons training and Edge. Shadowrun: Crossfire includes an obstacle deck, black market deck, race and role cards, scenario cards, augmentation stickers, and personal missions that test a team’s allegiances.

Aber der Schwerpunkt liegt natürlich bei etwas anderem. Im Sommer 2013 erscheint die fünfte Edition von Shadowrun. Shadowrun 5 wird dunkler, dreckiger und tödlicher. Die Matrixregeln wurden endlich überarbeitet und leichter in den Spielfluss integriert. Dazu wird es bei der Ausrüstung neue Optionen und Möglichkeiten geben. Die Charaktererschaffung wird schneller und es wird mehr Hilfestellungen für die Spieler geben.

Wir freuen uns auf die neue Herausforderung und werden SR5 mit unserer bewährten Qualität und natürlich mehr deutschen Inhalten herausgeben. Durch die vielen neuen Projekte, die derzeit in den unterschiedlichen Medien gestartet werden, rücken auch die Metaplotlinien immer näher zusammen – und das bedeutet, dass wir für die ADL ein wenig mehr und vernetzter mit den internationalen Plotsträngen agieren können. Zudem werden wir auf kurz oder lang natürlich den Support auf SR5 umstellen und in diesem Rahmen in die Supportabenteuer mehr Relevanz bringen.“ Tobias Hamelmann, Shadowrun Chefredakteur Deutschland

Für den Herbst/Winter 2013 steht dann Shadowrun: Sprawl Gangers auf dem Speiseplan, ein taktisches Miniaturenspiel von Ross Watson und Randall N. Bills.

Shadowrun Sprawl Gangers - LogoSprawl Gangers is a competitive, skirmish-level miniatures game for 2 players, with everything needed to game right in the box. Players will take on the task of building gangs (Ancients, Halloweeners, First Nation, and so on) following specific point values of a scenario, and modifying the various miniatures based upon what new resources (weapons/gear/magic/tech) a player gained through previous games. Gangs won’t simply fight for the sake of fighting, but will actively building their turfs and resources. Among other things, this will allow for the hiring of the exact right shadowrunner when they need that ace in the hole. All this adds up to the experience of watching your gang grow and expand through exciting play across a swath of games.

Für 2014 steht noch Shadowrun: Hostile Takeover auf dem Plan, was ein „German-style board game/Euro-style game/Autorenspiel“ wird.

Shadowrun Hostile Takeover - LogoIn Shadowrun: Hostile Takeover, players assume the role of megacorporations attempting to assert dominance over the city of Seattle. Hostile Takeover is a game of intrigue, shifting alliances, and secretive schemes in the most famous futuristic megaplex of Shadowrun’s Sixth World. The most wealthy and influential megacorps of the city contend for dominance of Seattle, and they use shady dealings and deniable assets to wage a war in the shadows for supremacy.

Shadowrun Returns und Online - LogosUnd natürlich sind auch die beiden Computerspielprojekte Shadowrun Returns und Shadowrun Online weiter in Entwicklung.

Weitere Informationen findet ihr bei Pegasus Spiele – Shadowrun 5, Catalyst Games und der US-Shadowrun-Seite.

Shadowland und Jackpoint Icons

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„Rubikon Towers“

Die Deutsche Bank muss ja im Moment stürmische Gewässer durchpaddeln. Hatte man sich schon bei der Griechenland-Blase nicht mit Ruhm bekleckert und auch munter beim LIBOR-Skandal mitgemacht, so musste man jetzt unbedingt für weitere, vermeidbare, schlechte Presse sorgen. Nachdem ein Großaufgebot an Polizei und Staatsanwaltschaft eine Razzia bei der Deutschen Bank durchgeführt hat, musste Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands, unbedingt einen Wulff machen und den Rubikon telefonisch bereisen. An sich ja nichts neues, höchstens deshalb, weil die Veröffentlichung des Anrufes und das offensichtliche ignorieren solcher Aktionen schon eine gewisse Neuerung darstellt. Früher blieb sowas nämlich im Verborgenen und es wurde zu Kreuze gekrochen. So weit, so witzig, so unwichtig.

Rubikon Towers - LogoEtwas erbärmlich wird es allerdings dann, wenn man anfängt dieses Verhalten zu verteidigen. Als generelles Beispiel muss hier einfach mal Bettina Röhl und ihr Artikel „Deutsche-Bank-Bashing macht Spaß!“ in der Wirtschaftswoche genannt werden – wer es paranoider, dümmer und geifernder will, der wird wie üblich bei PI-News fündig, eine Frechheit geradezu. Da wird eine Bank durchsucht, die es schon wesentlich eher hätte treffen müssen, eine Bank die weltweit in illegale Aktionen verstrickt ist und der Co-Vorsitzende versucht sich in der – vergeblichen – Beeinflussung der Behörden. Und Bettina Röhls Argument, warum das in Ordnung ist? Es wäre nicht illegal, jeder könne einen Politiker anrufen und seine Meinung kundtun. Frau Röhl, nur zur Information: 99% der Bundesbürger haben und werden die Direktdurchwahl des hessischen Ministerpräsidenten Bouffier niemals haben! Und wenn dies auch nicht per se justiziabel ist, so ist es doch offensichtlich ethisch und moralisch verwerflich. Kann man natürlich auch ausblenden und die Deutsche Bank zum armen Opfer deklarieren. Man muss dafür allerdings schon etwas sehr abwegig-konstruiert denken. Begriffe wie „gekauft“ oder „zu blöd“ sparen wir uns ausnahmsweise, wir wollen ja schließlich nicht ins „Deutsche-Bank-Bashing“ verfallen…

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„Double Feature: Dark Shadows – Men in Black 3“

Dark Shadows - Logo1760 machen sich die Collins mit ihrem kleinen Sohn Barnabas von Liverpool aus auf den Weg, um in Amerika neu zu beginnen. Zwei Jahrzehnte später ist Barnabas zu einem jungen Mann herangewachsen und die Familie Collins hat sich im Staat Maine ein Fischerei-Imperium aufgebaut und ist in höchste Gesellschaftsschichten aufgestiegen. Barnabas(Johnny Depp) hat eine Affäre mit der Magd Angelique (Eva Green). Da er ihre Liebe nicht erwidert, treibt die Magd, die wie sich herausstellt eine mächtige Hexe ist, Barnabas’ große Liebe Josette in den Selbstmord und belegt Barnabas mit einem Fluch, der ihn in einen Vampir verwandelt. Dann lässt sie ihn bei lebendigem Leibe begraben. Im Jahr 1972 stoßen Bauarbeiter auf Barnabas’ Sarg und brechen diesen auf. Der ausgehungerte Vampir tötet die Arbeiter und begibt sich zu seinem alten Anwesen. Barnabas muss feststellen, dass sein prächtiges Haus Collinwood Manor, ebenso wie der Fischereibetrieb stark vernachlässigt wurden. Barnabas’ Nachfahrin Elizabeth Collins Stoddard (Michelle Pfeiffer) erkennt, dass Barnabas ein Vampir ist, doch da er verspricht, der Familie und den anderen Bewohnern des Hauses (u.a. Helena Bonham Carter, Jackie Earle Haley, Chloë MoretzHitgirl in Kick-Ass) wieder zu Reichtum und Erfolg zu verhelfen, erlaubt sie ihm zu bleiben. Aber Angelique ist nicht einfach verschwunden, sondern wartet auf Barnabas…

Dark Shadows01Tim Burton reinszeniert mit seinem Haus-und-Hof-Darsteller Johnny Depp eine Gothic-Soap aus den 1970ern, schnappt sich einen Allstar-Cast und leiert Warner Bros. ein Budget von 150 Millionen U$D aus dem Rücken – wobei man zwar sehen kann, wohin einiges von dem Geld geflossen ist, aber irgendwo müssen da unterwegs so 50-70 Millionen einfach  verschwunden sein. Was soll da schiefgehen? Na ja, doch so einiges. Burton verliert sich andauernd im Detail seiner überragenden Schauspieler und lässt die Handlung schleifen. Darunter leidet auch das Timing, wenn der Film zwischen Komödie und Drama changiert. Weswegen Dark Shadows auch kein grandioser Film ist. Sondern nur eine gute, morbid-ironische, poppig-trashige und nostalgische Vampir-Komödie, die man sich immer noch gerne anschaut. Auch Tim Burton neigt halt manchmal zu grobem Unfug. Bezeichnend: Burtons grober Unfug schafft das von Twilight versuchte Drama, Leidenschaft und große Gefühle ganz gemütlich zwischen zwei Gags einzubauen und ein Augenaufschlag von Eva Greens Hexe und Johnny Depps Vampir hat mehr Sex, als alle Twillight-Lutscherfilme zusammen je vorhatten zu haben. Ist Burton wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, während er irre lachend den Scheck von Warner Bros umherwedelte. Kein Meisterwerk, aber trotzdem ganz wunderbar.

MIB3 - LogoBoris die Bestie bricht aus dem Luna-Alien-Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond aus. Agent K (Tommy Lee Jones, u.a. Captain America – The First Avenger, Lincoln und The Company Men) hatte bei der Gefangennahme 1969 seinen Arm abgeschossen, daher schwört er Rache und flieht auf die Erde, um dort in der Zeit zurückzureisen, Agent K zu töten und zu verhindern, dass der Erdschutzschirm installiert wird, damit Boris‘ Rasse die Erde vernichten kann. Nach sofortigem Eintreten der Zeitmanipulation kann sich nur noch Agent J (Will Smith)an den lebendigen Agent K erinnern – in der neuen Zeitlinie ist Agent K vor 40 Jahren gestorben – und reist nun selber in der Zeit zurück, um die Geschichte wieder auf Kurs zu bringen, wo er sich mit dem jüngeren Agent K (Josh Brolin, u.a. Gangster Squad und Sin City 2: A Dame to Kill For) zusammenraufen muss.

MIB3-01Men in Black ist ja ein Youngtimer unter den Filmklassikern, während der zweite Teil getrost unter „ganz großer und mieser Schrott, bei dem keiner wusste, was er da tat“ einzuordnen ist. Men in Black 3 ist wieder wesentlich besser und unterhaltsamer. Will Smith ist Will Smith (es ist positiv hervorzuheben, dass sein Sohn Jayden Smith nicht mitspielt!), Tommy Lee Jones darf genüsslich rumgranteln und Josh Brolin IST der junge Tommy Lee Jones, was fast schon unheimlich ist. Dazu ein Drehbuch was zwar nicht herausragend, aber gut genug ist und schon macht die ganze Sache wieder richtig Spaß. Nicht überwältigend großartig, aber annehmbar bis gute Unterhaltung.

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„Takedown Stats“

Schon seit Jahren benutzen Rechteinhaber DMCA Takedown-Notizen aus Faulheit oder Absicht, um vollkommen legale Angebote zu zerstören. Denn bis der Kram wenn überhaupt wiederhergestellt wurde, kann Zeit vergehen. Einige prominente Beispiele finden sich in der EFF Takedown Hall of Shame.

Takedown Stats - LogoMicrosoft hat hingegen wahrscheinlich noch andere Motive, um Google mit falschen Takedown-Notizen zuzuschütten[Link]. Aber Google lässt sich sowas natürlich nicht einfach so bieten und veröffentlicht dazu diverse Statistiken. Da die Content-Mafia, gerade bei halbseidenen Operationen, das Licht wie der Teufel das Weihwasser scheut, genau der richtige Schritt.

Google Löschstats DEZ 2012

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„Gottesfürchtig – Huckabee, FOX News und Schulmassaker“

Mike Huckabee (Republikaner, von 1996 bis 2007 Gouverneur von Arkansas, Kandidat im Präsidentschaftsvorwahlkampf der Republikaner 2008) hat eine ganz einfache Erklärung für das Sandy-Hook-Grundschulmassaker:

Gottesfürchtig - LogoWe ask why there is violence in our schools but we have systematically removed God from our schools. Should we be so surprised that schools would become a place of carnage? Because we’ve made it a place where we don’t want to talk about eternity, life, what responsibility means, accountability — that we’re not just going to have be accountable to the police if they catch us, but one day we stand before, you know, a holy God in judgment. If we don’t believe that, then we don’t fear that. And so I sometimes, when people say, why did God let it happen. You know, God wasn’t armed. He didn’t go to the school. But God will be there in the form of a lot people with hugs and with therapy and a whole lot of ways in which I think he will be involved in the aftermath. Maybe we ought to let him in on the front end and we wouldn’t have to call him to show up when it’s all said and done at the back end.“ [Video]

Weil in Schulen nicht oft genug gebetet wird und böse Atheisten Gott aus den Lehranstalten vertrieben haben, werden Kinder umgebracht. That’s the spirit, man!

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„Das neue Telekommunikationsgesetz – Jetzt mit mehr China-Optionen“

In seinem Urteil vom 2. März 2010 gab der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts den Beschwerden statt und erklärte die beanstandeten Paragraphen (§ 113a und § 113b TKG) des Telekommunikationsgesetzes wegen Verstoßes gegen Art. 10 Abs. 1 GG für nichtig. Dementsprechend musste nun eine Gesetzesänderung her. Man sollte also davon ausgehen, dass man sich nach der Klatsche beim Verfassungsgericht ansatzweise darum kümmert die Neuordnung verfassungskonform zu halten. Aber wir reden hier über Gesetzesentwürfe von CDSU/FDP und im Bundesrat muss die SPD, aka die Verräterpartei, mit drüber abstimmen. Und genau so ist es auch gekommen.

Die China Option - Logo

In der Neufassung stehen Punkte wie die Pflicht der Mobilfunkbetreiber die Daten ihrer Kunden der Polizei nicht mehr nur „im Einzelfall“ herausgeben müssen, sondern über automatisierte Datenschnittstellen und ohne jegliche Hürden(kein Richtervorbehalt) oder Grenzen, sprich ohne dass eine konkrete Gefahr oder ein konkreter Verdacht dafür notwendig sind. Außerdem sollen Internetnutzer leichter identifiziert werden können, da die Provider nun auch mitteilen müssen, wer sich hinter einer sogenannten dynamischen IP-Adresse verbirgt – somit also im Zweifel hinter jeder Kommunikationsverbindung. Auch die PIN der Kunden soll ohne Prüfung auf Zuruf heruasgegeben werden [Link].

Man muss sich das wirklich nochmal auf der Zunge zergehen lassen: Das Bundesverfassungsgericht kassiert ein Gesetz, weil es unverhältnismäßig ist und gegen das Grundgesetzt verstößt. Die Antwort darauf besteht darin das neue Gesetz noch zu verschärfen. Das politische Äquivalent des den Richtern ins Gesicht Pissens. Man kann es natürlich auch positiv sehen: Endlich schließen wir in Zukunftstechnologien wie Totalüberwachung und Polizeistaat- und Unterdrückungstechnologien zu Marktführern wie China oder Russland auf. Einen Einwand hatte der Bundesrat dann doch: Man macht sich Sorgen um die Kosten der Überwachung… [Link]

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„§ 1631d BGB – Beschneidung der männlichen Junggurke“

Am Mittwoch, dem 12.12.2012, stimmte der Bundestag über eine Gesetzesänderung/-erweiterung ab. Dabei ging es um § 1631d BGB, Beschneidung des männlichen Kindes. Bei der Beschneidung der männlichen Junggurke siegt Magie über Vernunft. Eingebildete, göttliche Freunde stehen nicht über dem Gesetz, sie lassen es einfach umschreiben (Liste namentliche Abstimmung im Bundestag). Kindesmisshandlung ist nun unter religiös motivierten Gründen legal.

Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit garantiert, das in seiner stringenten Auslegung den Eltern die berühmte „erzieherische Backpfeife“ verwehrt wird, aber erlaubt die irreversible „Modifikation“ des Geschlechtsorganes. Streng genommen dürfen Eltern ihren 13-jährigen Sohn jetzt auch gegen dessen ausdrücklichen Wunsch beschneiden lassen. Seit heute sind also Hunde in Deutschland besser geschützt als Kinder, denn Hunde dürfen ausdrücklich nicht kupiert werden. Die nach allgemeinem Verständnis klare Schutzfunktion des Staates gegenüber den Schwächsten, den Kindern, wird damit vollkommen ad absurdem geführt. Ein Hoch auf die Religion!

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„Double Feature – Das Bourne Vermächtnis – Resident Evil Retribution“

Das Bourne Vermächtnis - LogoAaron Cross(Jeremy Renner, Hawkeye in Thor und The Avengers, Mission Impossible 4: Phantom-Protokoll) nimmt am geheimen Regierungsprojekt Operation Outcome teil, bei dem Soldaten durch die Einnahme von pharmazeutischen Produkten ihre körperlichen und geistigen Leistungen extrem steigern können. Operation Outcome, unter dem Kommando des DoD, ist eine Weiterentwicklung älterer Programme der CIA. Als Blackbriar und Treadstone durch Jason Bourne und Pamela Landy auffliegen ist beim Krisenreaktionsstab des DoD das große Aufräumen angesagt. Einsatzleiter Eric Byer (Edward Norton) lässt die Outcome-Agenten ausschalten und kümmert sich auch um die beteiligten Wissenschaftler. Aber Cross, der vor dem Projekt eher geistig unterentwickelt war, hat längst Verdacht geschöpft und macht sich auf den Weg, um eine der Wissenschaftler(Rachel Weisz) zu retten, die ihm Zugang zu den von ihm benötigten Medikamenten verschafft. Als Cross nicht aufzuhalten ist, sieht sich Byer gezwungen die nächste Evolutionsstufe seiner Supersoldatenreihe loszuschicken, denen man die ethische Wahrnehmungsgabe ganz abgenommen hat.

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> Das Bourne Vermächtnis – Trailer

Ein Jason Bourne-Film ohne Jason Bourne, wie soll das gehen? Eigentlich erstaunlich gut. Jason Bourne wird hier einfach in den Hintergrund verbannt und das Jason Bourne-Universum läuft sowohl parallel wie weiter. Das Bourne Vermächtnis sucht sich innerhalb des Geheimdienst- und Verschwörungsthema der Reihe seine eigene Nische mit dem Thema pharmazeutisches Doping/menschliche Verbesserungen/Erweiterungen. Was zum Nebenthema Supersoldat/Superagent der ursprünglichen Bourne-Reihe sehr gut passt. Handlungstechnisch etwas vorhersehbar entwickelt sich daraus ein gediegener Actionthriller ohne allzu besondere Höhe und Tiefen. Erfreulicherweise wurde die schlimmsten Auswüchse des Shaky Cam“ – Syndroms wieder zurückgefahren und man kann sich Das Bourne Vermächtnis auch ansehen, ohne an ADHS (Edit: Joachim hat es angemerkt) zu leiden, im Gegensatz zu Teil 2&3 der Reihe. Durchaus empfehlenswert.

RE Retribution - Logo Resident Evil: Retribution beginnt genau dort, wo Resident Evil Afterlife aufhört. Die gehirngewaschene Jill Valentine stürmt mit Umbrella-Corp-Truppen das mobile Umbrella-Lager an Bord eines Supertankers und schnappt sich Alice und verschleppt sie in Umbrellas Life Fire Simulationsanlage nach Russland. Aber Alice bekommt Hilfe von außen. Chairman Wesker ist nicht mehr Herr über Umbrella und braucht Alice dringend. Zu ihrer Unterstützung schickt er Ada Wong und ein SpecOps-Team. Zusammen müssen sie sich durch die amoklaufende Umbrella Life Fire Simulation kämpfen.

Milla Jovovich

> Resident Evil: Retribution – Trailer

Es ist so einfach Resident Evil Filme zu verreißen. Jeder Fan der Videospielreihe rennt schreiend davon, wenn man die Filme erwähnt und das aus Sicht der Fans vollkommen zurecht. Resident Evil ist halt Markenname plus Zombie-Monster plus  Milla Jovovich in verschiedenen Stadien von nackig plus auswechselbare Statisten plus „Umbrella hat einen neuen, total debilen Plan„. Es ist noch einfacher, weil Regisseur Paul W.S. Anderson keine Filme drehen kann, sondern nur Szenen, sein Timing scheiße ist und er will immer etwas zu cool sein, gerade so viel, dass es uncool wird. Die Story ist total debil, die Dialoge gehören bis auf eine Ausnahme – 3 schwerbewaffnete Typen des Rettungsteams im Nobelkarren mit Alice am Steuer, verfolgt von Zombies, Sachen fliegen in die Luft, Monster tauchen auf, Typen bewundern die Spezialeffekte, Alice nickend gen Typen und deren Waffen: „Keinen Bock, oder was? – zu den beschissensten der ganzen Reihe. Jeder One-Liner ein Schlag ins Wasser. Und Jill Valentines Gesichtsausdrücke in den Ballerszenen wurden auf dem Klo beim Kacken aufgenommen.

RE Retribution02Bei den Schauwerten wird es gemischt. Sehr gute SFX und Actionszenen werden immer mal wieder durch matschige Texturen und uninspiriertes Geballer versaut. Der Soundtrack ist besser als bei RE Afterlife, aber das griffige und sehr coole Titelstück wird etwas zu häufig recycelt, gerade in den „epischen“ Szenen. Wobei die „epischen“ Szenen dasselbe Paul W.S. Anderson – Problem haben wie die Sache mit der Coolness. Aber eigentlich ist mir das ziemlich egal, die Resident Evil-Reihe gehört zu meinen Guilty Pleasures und ich mag Milla. Davon ab ist Resident Evil Retribution gar nicht so mies wie ich ihn gerade gemacht habe. Auch wenn man Story und Dialoge wegschmeißen kann, so ist das Setting doch ziemlich cool und auch wenn Anderson keine Filme drehen kann, so hat er doch ein Händchen für Szenen. Besonders die erste Aufwachszene von Alice ist sehr gediegene Videospielkunst. Bluttechnisch gab es immerhin diesmal kein Debakel wie bei dem Fassungwirrwarr des Vorgängers [Link], dafür ist der Splatterfaktor zwar hoch, aber teilweise etwas inkonsequent. Sprich mal fliegt die Gehirnmasse nur so durch die Landschaft, damit zwei Minuten später ein Kopfschuss total clean rüber kommt. Kann aber auch an weiteren SFX-Pfuschereien liegen, war mir nur aufgefallen. Wer also Resident Evil bisher schon doof fand, kann sich das Geld sparen, es hat sich nichts geändert. Wer Resident Evil bisher mochte, wird auch den aktuellen Teil mögen. Teil 6 ist schon in Planung, ebenso wie der Reboot mit Teil 7 ohne Milla. Und dann gibt es endgültig keinen Grund mehr, den den Kram nicht absolut höllisch zu verreißen.

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„Fakebook© Democracy*“

* – Eine gewisses, sehr beliebtes soziales Netzwerk namens Fakebook© hatte lange Zeit gut versteckt eine Art von Nutzermitbestimmung. Auf der Fakebook© Gouvernance-Seite konnten die Nutzer darüber abstimmen, ob sie Änderungen der Nutzungsbestimmungen akzeptieren oder ablehnen. Das benötigte Quorum dafür waren 30% aller Nutzer. Mit der letzten Abstimmung dieser Art verschwindet auch das letzte, vorgegaukelte Stück Mitbestimmung, denn aufgrund des Nichterreichens des Quorums von 30% gelten ab jetzt neue Nutzungsbestimmungen, die den Kunden noch mehr benachteiligen und die Nutzerbeteiligung abschaffen.

Fakebook LogoAll dies war natürlich abzusehen. Denn Fakebook© hat keinerlei Interesse daran, dass ihnen die Nutzer wirklich reinreden. Glücklicherweise ist ein Haufen Fakebook© – Nutzer auch einfach so hirntot, das es sie gar nicht interessiert. Und mit hirntot meine ich natürlich nicht existent. Fakebook© rechnet mit einer Milliarde Nutzer weltweit. Es müssten sich also 300  Millionen Nutzer finden, die davon wissen, dass sie abstimmen können, den Kram überhaupt verstehen und sich durch 20 Seiten Kleingedrucktes ackern, um dann abzustimmen. Das ist natürlich schon im Ansatz abwegig. Wenn man jetzt noch einbezieht, wie viele Millionen Karteileichen Fakebook© hat und wie viele Fakenutzer als Bot-Armada für PR-Firmen herumgeistern, dann ist es fast schon wieder ehrlich von Fakebook©, die Sache ein für alle Mal abzuschaffen. Wurde nämlich langsam wirklich lächerlich…

WIRED: How You Killed Facebook Democracy: A Short History

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