„Rammbock Review“

Vor einiger Zeit lief mit Rammbock ein hochgelobter, deutsch-österreichischer Horrorfilm von Regisseur Marvin Kren aus dem Jahr 2010 im ZDF. Gut gewollt kann auch schlecht gemacht sein…

Michael ist extra nach Berlin gereist, um seiner Ex-Freundin Gabi die Wohnungsschlüssel zurückzugeben, wobei er insgeheim noch hofft, die Beziehung noch retten zu können. Als er jedoch in die Wohnung kommt, findet er nur zwei Handwerker vor. Harper, der jüngere der beiden, weiß auch nicht, wo sich die Mieterin befindet. Michael versucht, sie auf dem Handy zu erreichen, doch es geht lediglich die Mailbox ran. Plötzlich dreht der ältere Handwerker durch und greift Harper an. Michael geht dazwischen und die beiden können sich in der Wohnung verbarrikadieren. Dabei verliert Michael jedoch sein Handy. Als die beiden aus dem Fenster in den Hinterhof schauen, sehen sie, dass der Handwerker nicht alleine ist. Eine ganze Reihe von Menschen hat sich in blutrünstige Bestien verwandelt und greifen alle anderen Personen an. Im Fernsehen berichten die Nachrichten von einem sich rasch ausbreitenden terroristischen Aufstand. Die Polizei hätte jedoch alles im Griff und man sollte sich erst mal verbarrikadieren. Die beiden beschließen, die Nacht in der Wohnung zu verbringen.

Am nächsten Morgen hat sich die Situation verschlimmert. Das Fernsehen bringt nur noch ein Testbild. Im Radio läuft eine Endlosschleife. Ein Großteil Deutschlands ist von einem Virus infiziert worden, der sich über Flüssigkeitsaustausch, beispielsweise durch Kratz- oder Bisswunden überträgt. Die Raserei und der Hunger auf Menschenfleisch treten jedoch nur nach einem Adrenalinstoß auf, ansonsten verheilt die Infektion innerhalb mehrerer Stunden bis Tage. Die Großstädte sollen über den Seeweg evakuiert.

Und nun beginnen die menschlichen Dramen. Gaby hat einen neuen Freund. Die intellektuelle Bourgeoisie ist auch nicht vor Zombies geschützt. Und das Blitzlicht von Kameras vertreibt Zombies und am Ende führt die Liebe für den einen in den Untergang und für zwei andere in eine ungewisse Zukunft…

Rammbock entstand im Rahmen des kleinen Fernsehspiels des ZDF, das jungen Regisseuren eine Chance mit – aus Sicht des ZDF – radikalen Stoffen geben soll. Laut den Verantwortlichen soll Rammbock dabei ehr von zwischenmenschlichen Beziehungen handeln, mit Zombiehorror als Setting. Prompt wurde der Film auch in diversen Publikationen über den Klee gelobt.

Und in einer Hinsicht ist der Film auch unglaublich erfolgreich: Der Darstellung wie Scheiße der typische Deutsche ist. Verlogen, angepasst, eierlos, dumm, selbstsüchtig, nervend, schwer von Begriff, obrigkeitshörig und unentschlossen! Bravo, voller Erfolg, gelungenes Sittenbild des dummen Deutschen! Man wünscht sich geradezu verzweifelt ein paar amerikanische Hinterwäldler herbei, die bis an die Zähne bewaffnet sind und die Protagonisten des Films, bis auf eventuell zwei Ausnahmen, umlegt. Möglichst blutig!


Womit wir dann zu dem großen Problem kommen. Trotz durchaus gelungener Sozialstudie ist der Film an sich einfach schlecht. Er ist blutleer (viel schlimmeres kann man über einen Zombiefilm kaum sagen, ich weiß), könnte wenn es sich nicht um „böse Zombies“ drehen würde, glatt eine FSK 12 einfahren. So gut wie keine Schauwerte und wenn dann in schlecht. Was auch für alle anderen Spezialeffekte gilt. Klar war das Budget wahrscheinlich minimal, aber sowas kann man im Jahr 2010 keinem mehr andrehen. Die Actionszenen werden von jeder Pipi Langstrumpf-Folge getoppt und natürlich hat man sich mit dem Zusammenbruch der Republik ansonsten nicht weiter befasst.

Eigentlich tut mir die harsche Bewertung des Films leid, weil Das kleine Fernsehspiel die letzte Zuflucht für halbwegs mutige, junge Regisseure in Deutschland ist und die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sonst nur eine andere Art von Zombiefernsehen zeigen(Mutantenstadl&co), aber so wird das einfach nichts. Ich musste mich echt überwinden den Film bis zum Ende zu schauen.

 

 

 

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2 Antworten zu „Rammbock Review“

  1. wusselpompf schreibt:

    Hilfe, die Schrift ist ja grauenhaft. 😉 Bitte wieder die alte nehmen – sonst wechsel ich zum Blog vom preussischen Spieler 😛

  2. sirdoom schreibt:

    SAKRILEG!!!

    Ne, aber hab ich gefixt, ein altes OpenOffice hat die Formatierung so richtig zerfressen als ichs hochgeladen hab…

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