„Chuck Finley rettet Bücher“

Heutzutage entscheiden oftmals automatische Systeme, welche Bücher für Bibliotheken bereitstehen und welche nicht. Wenn etwas nicht oft genug ausgeliehen wird, lässt die Software es einfach verschwinden. Es dann wieder in den Bestand aufzunehmen, weil es vielleicht wieder in Mode gekommen ist oder man sie erwartungsgemäß eh wieder brauchen wird, ist erstaunlich teuer und umständlich. Also werden Bibliothekare erfinderisch und Chuck Finley schreitet zur Rettung! 😀

chuck-finley-rettet-buecher-logoMitarbeiter einer Bibliothek in Florida haben einen fiktiven Kunden erschaffen, um die Software zu überlisten, die entscheidet, welche Bücher nicht mehr vorrätig sein müssen. CHUCK FINLEYwas übrigens der Haupt-Tarnname von Sam Axe in Burn Notice ist, der von Bruce ‚Ash‘ Campbell gespielt wird, was wesentlich besser für solche Schummeleien passt, als Chuck Finley der Baseball-Spieler 😉 – lieh dann jeweils die Bücher aus, die bedroht waren. Was übrigens ein generelles Problem ist. Automatisierte Systeme entscheiden oftmals nach Regelsätzen, die mit der Realität vor Ort nicht so ganz kompatibel sind. Und dann fangen Menschen an, das System auszuspielen…

[Quelle: Orlando Sentinel / BoingBoing]

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12 Antworten zu „Chuck Finley rettet Bücher“

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Fuck yeah – hack the system!
    Läuft!

  2. sirdoom schreibt:

    Wobei ich das aus anderen Bereichen kenne, wo ab und an auch mal wichtige, aber selten benötigte Ersatzteile bestellt und wieder zurückgeschickt wurden, nur damit sie weiter im Lager verfügbar bleiben, weil absehbar war, dass man sie brauchen wird. Also ‚absehbar‘ für die Leute vor Ort, nicht für das Bestell- und Lagerhaltungssystem… Das war also auch schon im letzten Jahrtausend so. Es breitet sich bloß anscheinend immer weiter aus.^^

  3. lawgunsandfreedom schreibt:

    Das gibt’s schon sehr, sehr lange. Die Waffenmechaniker bei der Bundeswehr haben immer einen ordentlichen Vorrat an selten benutzten Ersatzteilen. Denn wenn die mal gebraucht werden, dann muß das Teil halt auch da sein, statt, daß man es zeitaufwändig und umständlich beschaffen muß.

    Oder in meinem Bereich. Ich hatte oft üble Kämpfe mit den BWL-Heinis, wenn ich ein paar unübliche Ersatzeile auf Lager legen wollte. Die Teile (z.B. spezielle Festplatten, RAM) gingen nämlich immer dann kaputt, wenn der denkbar schlechteste Zeitpunkt war und die Geräte dringend benötigt wurden. Das war den Zahlenschubsern kaum begreiflich zu machen. Die sahen nur totes Kapital, während ich ihnen die um ein vielfaches höheren Ausfallkosten vorrechnen musste. Für die waren 350,– DM die ungenutzt rumlagen schlimmer, als wenn einmal im Jahr Ausfallkosten und Zeitverzögerungen im mittleren bis hohen 4-stelligen Bereich anfielen. Seitdem ist meine Meinung von BWL-Fuzzis im öffentlichen Bereich nicht mehr artikulierbar. Würde sicher als Hate-Speech eingestuft.

  4. sirdoom schreibt:

    Jupp, das kommt mir bekannt vor. ^^

    Slightly related: Die Gesichter bei „just in time production ist das Beste wo gibt!“ – Vertretern, wenn da mal was hakt und kein Spielraum eingeplant worden ist… 😀

  5. lawgunsandfreedom schreibt:

    Dabei gibt’s so schöne fundierte Bücher über Prozessoptimierung, kritische Infrastrukturen und Projektplanung. Aber auf die Experten wird ja nicht gehört. Die kosten auch schon wieder Geld … ^_^

  6. sirdoom schreibt:

    Und zwar JETZT, während eventuelle Fuckups erst SPÄTER Geld kosten. 😀 Okay, das dann richtig, aber dafür gibt es Versicherungen und sicherlich irgendeinen Sündenbock! 😉

  7. lawgunsandfreedom schreibt:

    Jo, der Sündenbock ist derjenige, der auf den Mißstand hingewiesen hat. Also vorausschauende Leute wie Du und ich. Wir sind dann auch diejenigen, die den Mist ausbaden und ausbügeln dürfen.

    Scheint irgendwie ein philosophisches Naturgesetz zu sein – wie das Peter-Prinzip oder Murphys Law ^_^

  8. sirdoom schreibt:

    Aber wir sollten schon ehrlich sein: Oft genug übernehmen auch hochrangige Manager eines Konzerns mutig die Verantwortung und werden dann mit einer Abfindung von nur 50+ Millionen € entlassen! 😉

  9. lawgunsandfreedom schreibt:

    Oh, ja. Diese todesverachtenden Helden, die durch ihre Anweisungen erst die Krise auslösen, abfindungsgegrämt dann weiterziehen müssen, um nach einer kurzen Karenzzeit den nächsten Betrieb zu schädigen. Das sollte man schon anerkennen und entsprechend würdigen. ^-^

  10. sirdoom schreibt:

    „Ehre“ wem Ehre gebührt! O:) „Abfindungsgegrämt“ muss ich mir merken *thumbsup* 🙂

  11. Koronus schreibt:

    Respekt. Mein Traum wäre eine riesige Interdimensionale Bibliothek wo jegliches Wissen gespeichert wird.

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