„Ableben nach Plan! Auslandsreportage mit Knut Hansen“

von Knut Hansen, dem Nahost-Experten der Bad Company, der sich z.Z. in einer der ehemaligen Villen von Muhammad Husni Mubarak aufhält.

Ägypten, Samstag, der 16. Juni 2012: Der Oberster Rat der Streitkräfte löst die Volksversammlung auf. Den Abgeordneten wird der Zutritt verwehrt. Sonntag, 18. Juni 2012: Der Militärrat änderte die Übergangsverfassung derart ab, dass er das Gesetzgebungs- und Budgetrecht der Volksversammlung übernehmen kann. Des weiteren billigt er sich ein Vetorecht über den Inhalt einer neuen Verfassung zu. Neue Wahlen zur Volksversammlung soll es erst nach der Ausarbeitung einer Verfassung geben, die per Referendum vom Volk bestätigt werden muss.

Ägypten brodelt! Die Liberalen fühlen sich um die Revolution betrogen, die Muslimbrüder sind sauer, weil auch Millionen von Petrodollar den Gottesstaat nicht kaufen konnten und beide Seiten befürchten, dass der Militärrat am Ende doch ein neues Regime errichtet. Und genau in diesem Moment setzt das Herz des verhassten Ex-Diktator Muhammad Husni Mubarak aus, in einigen Medien wird er schon für tot erklärt und alle jubeln. Natürlich gehen bei Mubarak nicht einfach so die Lichter aus. Sein Ableben wird sorgsam orchestriert, als Spektakel für die Massen, um diese abzulenken und vorerst ruhig zu stellen. Der weise Militärrat testet auch erstmal mit widersprüchlichen Meldungen, wie die Aktion ankommt. Danach wird ein neuer Autokrat installiert, der den Laden mit einigen kosmetischen Änderungen genauso weiter führt, wie bisher. Die Etablierung eines Mubarak-Nachfolgers war damit für den Westen ziemlich teuer und umständlich.

Anderer Ort, altes Spiel in Syrien: Nachdem sonst nichts hilft, haben westliche Geheimdienste die Massenvernichtungswaffenmaschinerie in den Medien angeworfen. Wenn sonst nichts funktioniert, das geht immer….

Weitere Artikel von Knut Hansen finden sie hier.

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2 Antworten zu „Ableben nach Plan! Auslandsreportage mit Knut Hansen“

  1. Heiko schreibt:

    Man müsste im Syrien-Artikel spaßeshalber mal ein Paar Eigennamen austauschen und das Teil durch google schicken. Ich würde mich nicht wundern, wenn man ganze Abschnitte wortgetreu in einigen Archiven von vor rund zehn Jahren wiederfinden würde…
    Trapstigall, ick hör dir nachten.

  2. sirdoom schreibt:

    Das einzig Neue ist die Argumentation „Wir müssen ihn selber stürzen und wen neues einsetzen, denn wir machen das wenigstens richtig. Wenn wer anders das macht, kommt der ABC-Kram, den wir ihm verkauft haben, in die falschen – nicht unsere – Hände!

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