„Review – Transformers 3 – Dark of the Moon“

Es wäre so einfach einen totalen Verriss über Transformers 3 – Dark of the Moon zu schreiben, so unendlich einfach. Uber-Patriotismus und wehende US-Flaggen um Optimus Prime, Military Porn ohne Ende, viel zu lange, dümmliche Story, usw. Aber es wäre wirklich viel zu einfach und um ehrlich zu sein wurde ich größtenteils sogar ganz gut unterhalten.

Dem Megan-FoxErsatz Rosie Alice Huntington-Whiteley gelingt es grandioserweise mit Leichtigkeit schlechter zu spielen und mehr nach Plastik auszusehen, als Megan Fox das jemals könnte. John Malkovich spielt mit, weil man einen Schauspieler dabeihaben wollte und dann nicht wusste, was man mit ihm anfangen soll. Shia LaBeouf schlägt sich recht wacker durch den Film, das Militärpersonal ist relativ gesichtslos, aber hat sichtlich Spaß Kram in die Luft zu jagen. Auch wenn die Story immer noch fad ist, so hat man im Vergleich zu Teil 2 diesmal sowas wie richtige Qualitätskontrolle angelegt. Und im Gegensatz zu Teil 2 hatte man diesmal auch ein Drehbuch, was jetzt nicht nur der übliche Scherz ist, sondern von Bay und LaBeouf bestätigt wurde. Man hatte damals echt kein fertiges Drehbuch. Negativ bei den SFX fällt auf, dass man als Kenner sofort die Szenen erkennt, die nachträglich in 3D konvertiert wurden und welche mit Camerons Avatar-Equipment FUSION3D gedreht wurden. Regisseur Michael Bay wurde ja massiv vorgeworfen bei sich selbst geklaut zu haben, was zwei Szenen angeht. Dafür gibt es aber sogar einen guten Grund.

„Bei den Dreharbeiten kam es zu Unfällen: Beim Dreh in East Chicago (Indiana) im September 2010 wurde eine Statistin während einer Stuntszene schwer verletzt und trug bleibende Hirnschäden, eine dauerhafte Lähmung ihrer linken Körperhälfte und ein zugenähtes Auge davon. Paramount wurde daraufhin von der Familie des Opfers auf Schadensersatz verklagt. Als Ersatz für das Filmmaterial von diesem Dreh übernahm Michael Bay für die Verfolgungsjagd auf der Autobahn statt dessen zwei kurze Sequenzen aus einem seiner früheren Filme, Die Insel, und ergänzte lediglich einige neue Spezialeffekte.“

Aber da er auch sonst jede Menge Szenen bei sich selber klaut, auch wenn sie nicht ganz so offensichtlich sind,  stimmt der Vorwurf trotzdem. Aber was solls… besser halbgar geklaut, als ganz doll scheiße selber neugemacht.

Aber kommen wir zum positiven Teil: Alleine die Anfangs-Sequenz mit der Flucht von Cybertron und der Mondlandung ist wunderbar gefilmt und ein optischer Leckerbissen par excellence. Was epische Bandbreite der Aufnahmen angeht, kann man dem Film echt nichts vorwerfen. Die Zerstörung von Chigaco ist sogar fast zu kurz, obwohl sonst fast jede Szene zu lang ist. Bay zeigt hier mit Leichtigkeit anderen Möchtegernregisseuren wie man richtig Widescreen dreht und wofür Kino da ist. Die Actionszenen sind ebenfalls wesentlich besser als  vorher, was wohl auch der 3D-Fassung geschuldet ist. Bei 3D funktioniert ultraschnelles Geschneide und Kamerawechsel nun mal nicht. Zu gefallen wissen auch die zahlreichen Star Trek-Anspielungen, die man aufgrund des Mitwirkens von Leonard Nimoy (Sentinel Prime) eingebaut hat, auch wenn der Zusammenhang in der deutschen Fassung schwieriger zu erkennen ist. Man wagt sich gar nicht vorzustellen, wie unglaublich gut der Film hätte werden können, wenn Joss Whedon das Drehbuch geschrieben und die Handlungsszenen gefilmt hätte und man Bay einfach 150mio USD für Action in die Hand gedrückt hätte. Dazu noch ein Limit à la „Film darf nicht über 120mins sein!“ und einem Klassiker würde nichts im Wege stehen. 😉

Fazit: Transformers 3 ist in allen Belangen besser als sein Vorgänger und optisch toll und durchaus unterhaltsam. Nichtsdestotrotz darf man nie vergessen, dass das Drehbuch immer noch Schrott ist und man von den Darstellern nicht zu viel erwarten sollte. Wenn man es also schafft das Gehirn auszuschalten, sich auf gut gemachte Action, schöne Optik und jede Menge Military Porn einlässt, dann wird man viel Spaß haben. Wenn man das nicht kann sollte man einen weiten Bogen um den Film machen.

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Der Nightwatcher hat auch eine nette – und imho zutreffende – Kritik als Podcast veröffentlicht. Bloss den Transformers Song hätte er kürzen sollen – hinter „Decepticon“ auf das erste „HA!“*g* – ist doch imho etwas lang

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39 Antworten zu „Review – Transformers 3 – Dark of the Moon“

  1. LabRat schreibt:

    Also am schlimmsten finde ich den Grund, warum Megatron am Ende in den Zweikampf eingreift (ich schreibs aber jetzt nicht, um nicht zu spoilern). Hallo???? Mal ehrlich, wenn ich das in einem Drehbuch gelesen hätte, hätte ich dem Schreiberling das Skript links und rechts um die Ohren gehauen.

  2. sirdoom schreibt:

    WENN man diesen „Grund“ über den Rest des Films ausgearbeitet hätte und nicht erst in den letzten 5mins des Films in 30secs erfunden hätte, wäre das vielleicht sogar durchgegangen, aber… Aber ich denke vorher war für solche ausufernden Charakterzeichnungen einfach keine Zeit…*g*

  3. DarkISI schreibt:

    Vorher musste zu viel rummsen und bummsen, da ging das nicht 😀
    Fand das zum einen etwas plötzlich an den Haaren herbeigezogen und dennoch absolut vorhersehbar. Gleiches gilt bei der ach so überraschende Wende in der Mitte des Films (ich denke, ihr wisst, was ich meine), absolut vorhersehbar.

    Dennoch, ich schaue nicht Transformers wegen der Story, ich schaue es wegen der großen Roboter, die sich bekriegen. Und der Teil war mal wieder phänomenal in Szene gesetzt. Die 3D-Effekte machten es nochmal geiler.

  4. Ben Teddy schreibt:

    „Dennoch, ich schaue nicht Transformers wegen der Story, ich schaue es wegen der großen Roboter, die sich bekriegen. Und der Teil war mal wieder phänomenal in Szene gesetzt. Die 3D-Effekte machten es nochmal geiler.“

    Ich schätze mal, die Leute gehen nur in diesen Film, weil sie als Kind mit Transformers gespielt haben. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, das fette Nachbarkind hatte alle Roboter und alle Figuren und Schlösser von He-Man. 😛

  5. sirdoom schreibt:

    Ich hatte den großen Optimus mit Anhänger und Starscream 🙂

    Ich würde auch sofort einen Saber Rider Kinofilm anschauen. Und mich dann tierisch ägern, weil sie eine andere Musik benutzen, Saber Rider von einem 20-Jährigen gespielt wird und Jessy Blue entweder durch einen richtigen Chrakterdarsteller ersetzt wird, den man ohne Drehbuch dasitzen lässt, oder von einem Talentbefreiten Screamo-Kiddie… Und überhaupt….

  6. Ben Teddy schreibt:

    Haha … Saber Rider habe ich auch als Kind immer gerne geguckt 😀 und als Kinofilm würde ich den mir auch nicht entgehen lassen.

  7. DarkISI schreibt:

    Ich hatte nur kleinere Transformers. Aber manche davon mit Wasserspritzer 😀

    Übrigens, für die ganz Verrückten: Morgen läuft in den USA ne neue Thundercatsserie an 😉

  8. sirdoom schreibt:

    Thundercats, HOOOOOOO!

    Ich hab ja den Verdacht, dass sie Cheetara etwas aufgesexed haben… etwas… Mir fehlt allerdings der Titelsong 😦

  9. Cunningham schreibt:

    Die Serie fand ich früher soooo unglaublich scheiße… aber sor ichtig!

    Aber endlich mal eine Serie, wo soe auf und nicht absexen… 😉

  10. sirdoom schreibt:

    Joa, gab auch schon Proteste von aufrechten Elternverbänden…

  11. Andai schreibt:

    Damals scheiße, und heute genauso…ziemlich öde und überhaupt nicht peppig..vorallem was will ich mit Elben mit etwas Fell..genau daran erinnert es mich: Kleine possierliche Elben versus hässliche Orks…

    Ich finde die Zwerge Quote könnte man erhöht werden

  12. sirdoom schreibt:

    Wenn ich die Auswahl zwischen scharfen felinen Elfeninnen[Katzen = Felidae] und Gimli habe, weiß ich was ich mir „anschaue“, aber jedem das seine, wir sind ja tolerant…*g*

  13. Andai schreibt:

    Wenn ich nach so was Bedarf habe guck ich mir meine Freundin an oder schau Pornos…notfalls gibt es noch das Q-Dorf.

  14. Ben Teddy schreibt:

    Denkt hier noch jemand an die Kinder ? @_@

  15. sirdoom schreibt:

    Gaaanz so direkt meinte ich das jetzt nicht und wollte es auch gar nicht wissen 😉

  16. sirdoom schreibt:

    Nein, damit macht man sich wahrscheinlich strafbar, wenn man nicht christliche Hausfrau ist…

  17. farmerboy schreibt:

    Yep.

    Abgesehen davon verlange ich eine Bestrafung Andais für das böse Kopfkino bei mir gerade.

    Du kommst von „scharfen felinen Elfeninnen[Katzen = Felidae] und Gimli “

    direkt zu

    „Wenn ich nach so was Bedarf habe guck ich mir meine Freundin an „?! *g*

  18. sirdoom schreibt:

    Um Andai in Schutz zu nehmen, ich habe den starken Verdacht, dass er das so NICHT meinte 😉
    Das Bild ist aber trotzdem echt bösartig…

  19. Andai schreibt:

    Also ich bezog das tatsache auf den ersten Teil, nicht auf den Gimli Part *hust* und hey ich bin halt sehr direkt ^^.

  20. Ben Teddy schreibt:

    So jetzt reicht’s! Ab mit euch in die Luftschleuse und zwar ALLE!! >.<

  21. sirdoom schreibt:

    Hey, wir sind hier nicht bei Kampfstern Galactica! „Aus der Luftschleuse“ ist nicht für alles eine Lösung! Okay, für vieles, aber nicht alles…

  22. Ben Teddy schreibt:

    Stimmt! Für Imperatoren gibt es unglaublich tiefe und mit Energie geladene Aufzugsnebenschächte. 😉

  23. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Dazu kann ich nur eins sagen … eigentlich zwei … Cheetara war schon immer eine Sexbombe und:

  24. sirdoom schreibt:

    *Auf_Ben_Teddy_zeig*
    Packt den Purschen und pschleudert ihn zu Poden!

  25. sirdoom schreibt:

    Okay, aber sie war zumindest etwas züchtiger als ihre neue Inkarnation

    Cheetara(old)

    Siehe auch New Cheetara gets a boob job 😉

  26. DarkISI schreibt:

    Also ich fand die ersten zwei Folgen der neuen Serie ziemlich gut. Diesmal hat sie eine echte Story, die Charackter konnten mich überzeugen und das Setting ist besser als das Alte.

  27. sirdoom schreibt:

    Youtube, HULU, Kinox.to oder willst mir eine Email schicken? 😉

  28. Ben Teddy schreibt:

    Sich sexuell zu Katzen und/oder anderen Tieren hingezogen zu fühlen ist Zoophilie! 😉

    *Doomi mit Jedi Geistestrick manipulier*: „Du willst mich nicht zu Poden werfen lassen…“

  29. sirdoom schreibt:

    Alda, seh ich aus wie son geistig degenerierter 08/15 Stormtrooper in Mos Eisley???*g* Aber keine Sorge wegen dem „zu Poden werfen“, da die Schergen gerade Gewerkschaftssitzung haben, kann das noch dauern*sigh* 😉

    Ob Sex mit menschenähnlichen, intellgenten Spezies nicht eher unter Xenophilie fällt?

  30. Pingback: „Battleship – Preview“ |

  31. Sigismund Dijkstra schreibt:

    Da wiederspricht sioch wer selbst … es ist hinlänglich bekannt und wird tagtäglich bewiesen, dass Menschen nicht intelligent sind … menschenähnliche Lebewesen können demnach auch nicht viel cleverer sein ….
    … und wo wir schon mal dabei sind, Gott (also der aus der Biebel) kann dann auch keine Leuchte sein, schuf er den Menschen nach seinem Ebenbild … wenn man sich den scheiß, den er fabriziert hat ansieht, isses mehr als augenscheinlich …

  32. sirdoom schreibt:

    Logisch in sich konsistente Schlußfolgerung, ich zweifele aber die Datengrundlage doch etwas an 😉

  33. Ben Teddy schreibt:

    Ich verstehe das Erschaffen des Menschen nach Gottes Ebenbild eher als streben der Menschen nach Perfektion, vielleicht ähnlich wie aus Platons Höhlengleichnis, wo jedes Huhn ein Abbild des idealen Huhn ist. Kann aber auch sein, dass ich es einfach zu positiv und damit falsch verstanden habe. 😉

  34. Sigismund Dijkstra schreibt:

    @Sirdoom:
    Was gibts da anzuzweifeln? Geh vor die Tür … oder erinner Dich an die Sache in der Tanke …

    @Ben Teddy:
    Hast Du, da bin ich fundamental veranlagt … 😉

  35. Cunningham schreibt:

    Als, Transformers 3…. man war der Film schlecht und irgendwie die 3D-Effekte recht überschaubar.
    Die Höhe war Osama bin Megatron…
    Optimus Primes Siegesrede zum Schluss war zu kurz, die Einstellungen auf zerfetzte, nach hartem Kampf aber noch aufrecht stehende amerikanische Flaggen waren zu kurz…
    Zuwenig Tomahawk Marschflugkörper und andere militärische Hardware…
    Keine Atombomben, hätten sich gut beim Chicago Problem gemacht… wie man bei Knight Errant weiß…

    Storrytechnisch… ähm, da hätten sie gar nicht erst versuchen sollen so was unterzubringen, ist bei Transformers unnötig gewesen und der Versuch ist kläglich gescheitert.

    Alles im allem zuviel unnützes Gelaber und für die Länge viel zu wenig Action.

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