“Das Sturmkanönchen, der russische Zar und die Leser”

Spiegel Sturmkanönchen - LogoDas ehemalige Sturmgeschütz der Demokratie schießt ja schon etwas länger vermehrt mit Platzpatronen. Mittlerweile hat man dann sogar die Untiefen der Springerpresse erreicht. Zum Ost-Ukrainischen Konflikt und dem Abschuss des Malaysia-Airlines-Flug 17 gab es ein Spiegel-Titelbild mit den Gesichtern von Opfern des Abschusses mit der Überschrift “Stoppt Putin jetzt!“. Nächste Woche löst der Spiegel sicherlich auf, wer am Nahost-Konflikt Schuld hat.

Spiegel Cover - 31 - 2014 - Stoppt Putin jetztDiese Titelgeschichte kam dann aber doch nicht ganz so gut an, wie man das beim Spiegel erwartet hatte. Der Gegenwind war sogar so groß, dass man sich zu einer ausführlichen Erklärung der eigenen Artikels gezwungen sah. Der aber auch nichts daran ändert, dass sich der Spiegel mit seiner Titelgeschichte lose an die 10 Gebote der Propaganda im Krieg hält: 01. Wir wollen den Krieg nicht, 02. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung, 03. Der Führer des Gegners ist ein Teufel, 04. Wir kämpfen für eine gute Sache, 05. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen, 06. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich, 07. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm, 08. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache, 09. Unsere Mission ist heilig, 10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

In wie weit das nun wirklich propagandistische Absicht oder einfach nur der emotionale Kick-Faktor zur vermeintlichen Verkaufssteigerung ist, sei mal dahingestellt. In beiden Fällen ist es mal wieder kein Glanzstück des deutschen Journalismus.

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“Shadowrun – Novapuls – 7/2076 – Berlin, Boston, Security”

SR5 - Novapuls 2075 DeMeKo - LogoDer novapuls ist ein E-Newsfax, das kontinuierlich monatlich von Pegasus Spiele für Shadowrun herausgebracht wird. Mit Hilfe der deutschen Autoren und Redaktion werden über dieses Medium Metaplots, politische Vorgänge in der ADL, internationale Ereignisse und ähnliches noch stärker zum Leser gebracht, der so die Welt von Shadowrun direkt miterleben kann. Und dies bislang ausgesprochen regelmäßig und mit Vorlauf! Zu besonderen Anlässen gibt es auch den größeren extrapuls. Seit dem Erscheinen der 5. Edition von Shadowrun hat der novapuls einen Sprung ins Jahr 2075 gemacht und ist mittlerweile 2076 angekommen.

SR4 - Sternschutz Security - LogoDer aktuelle novapuls wirft einen Blick auf auf die Folgen des katastrophalen Versagen der Sternschutz-Sicherheitskräfte in Berlin beim Blutbad am Kottbusser Tor. Und es gibt brandheiße News aus Übersee zur Quarantäne in Boston!

>>> Download NOVAPULS 7/2076 <<<

Shadowrun Online01Alle Ausgaben des novapuls  finden sich auf der novapuls-Seite von Shadowrun5.de von Pegasus Spiele! Anmerkung: Mit Shadowrun 5 ändert sich hier im Blog die Nummerierung für den novapuls und neue Ausgaben werden mit einfach Monat und Jahreszahl gekennzeichnet.

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“Review – Godzilla (2014)”

Godzilla (2014) - Logo1954 – Während Operation Castle wird mit Castle Bravo eine 15 Megatonnen Wasserstoffbombe gezündet, welche uralte Kaiju erweckt, die sich aufgrund mangelnder, radioaktiver Strahlung bis ins Erdinnere zurückgezogen hatten. MONARCH wird gegründet um diese Wesen zu erforschen. 1999 – Ein Bergbauunternehmen bricht in den Philippinen eine uralte Kammer auf. Ein Kaiju steigt heraus und saugt sich am nächstgelegenen, japanischen Atomkraftwerk in Janjira fest. Eine totgeglaubte Kaiju-Larve wird im Yucca Mountain Nuclear Waste Repository verstaut.

Godzilla (2014) - 012014 – Das Janjira-Kaiju hat alle Reaktoren leergesaugt, verursacht einen riesigen EMP und stößt Paarungsschreie aus. Die hört zum Glück auch Godzilla, der als absoluter Alpha-Predator umgehend auf die Jagd geht. Nachdem Honolulu unterwegs vernichtet wurde, hofft das US-Militär alle drei Kaijus vor San Francisco mit der Bombenlast einer Minuteman III-Interkontinentalrakete ausschalten zu können. Vollkommen überraschend funktioniert das nicht wie geplant und Godzilla muss uns allen den Hintern retten!

Godzilla (2014) - 02Regisseur Gareth Edwards hatte mit Monsters bereits einen schicken und intelligenten Monsterfilm abgeliefert und sich damit für höhere Aufgaben empfohlen. Also hat man ihm einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand gedrückt und gesagt: Mach GODZILLA! Edwards hat sich an zwei Wochenenden nochmal alle bisherigen Godzilla-Filme mit Ausnahme der 1998er-Fassung angeschaut, wobei das eigentlich überflüssig war, da er die Dinger eh alle auswendig kennt.

Godzilla (2014) - 03In wundervollen Bildern bastelt sich Edwards ein nicht so buntes Pacific Rim und ein nicht so wackeliges Cloverfield zusammen, verneigt sich vor den japanischen Originalen und liefert dabei die wohl bislang beste, westliche Interpretation von Godzilla ab. Es spielen übrigens auch Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass und Kick-Ass 2), Ken Watanabe (Inception), die geradeso eben noch erträgliche Elizabeth OlsenJuliette Binoche und ein herrlich overactender Bryan Cranston (u.a. Argo und Total Recall) mit, falls das wen interessieren sollte. Aber der Star sind nunmal die Monster. Wie sie menschliche Städte vernichten. Und da lässt Godzilla ganz viel Konkurrenz hinter sich, packt dazu noch ein angenehmes Tempo und begleitet von einem treibenden Abenteuerfilm-Soundtrack kann der Spaß beginnen! 4 von 5 schuppigen, todbringende Energie speienden Riesenechsen!

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“Shadowrun 5 – Sturmfront”

SR5 - Logo (full)Mit SHADOWRUN STURMFRONT liegt jetzt endlich die deutsche, überarbeitete, gekürzte, ausgebaute, konzentrierte und verbesserte Fassung des englischen “Deep Shadows” – Quellenbuches Stormfront vor. SHADOWRUN STURMFRONT markiert den Übergang von Shadowrun 4 auf Shadowrun 5 und beinhaltet all die wichtigen Informationen zu Metaplots und Geschichten, die das Shadowrun-Universum vorantreiben.

Sturmfront-Cover-bigSturm zieht auf … Es brodelt in den Schatten – schon seit Monaten. Viel ist in der letzten Zeit geschehen, und es lohnt sich, auf dem Laufenden zu bleiben. Sei es in den düsteren Straßenschluchten von Denver, hinter den Konzernschreibtischen von Ares oder sogar in den Gedanken bekannter Deckergrößen wie FastJack: Information ist alles. Immer. Sturmfront ist ein Metaplotbuch für Shadowrun 5, das aktuelle Erzählstränge von Shadowrun aufgreift, weiterführt, einige beendet, andere neu beginnen lässt. Als zusammengefasste Übersetzung des amerikanischen Stormfront gibt es Einblicke in die heißesten Vorgänge der Sechsten Welt und dient als Übergang zwischen den Editionen. Beleuchtet werden unter anderem: der Drachenkrieg, Denver, Vorkommnisse um Ares, der beendete Krieg in Bogotá und neue Gefahren am Horizont. Sämtliche Plotlinien werden dabei durch Chroniken begleitet, um den maximalen Überblick zu behalten und auch bei Shadowrun 5 tief in die Schatten eintauchen zu können. Denn das nächste große Ding lässt sicherlich nicht lange auf sich warten …

>>> Das SHADOWRUN STURMFRONT E-Book/PDF bei PEGASUS DIGITAL

SR5 - Preview2 - motto>>> Shadowrun 5 Grundlagen
- Die Schnellstartregeln [Link]
– Die deutschen Ausgaben und ein kleiner Blick hinter die Kulissen [Link]
– 5er Bundle mit Spielleiterschirm [Link]
– Das deutsche Inhaltsverzeichnis [Link]
– SR5 Preview Kurzgeschichte – Nach der Schlacht [Link]
– SR5 Preview Kurzgeschichte – Aus allen Blickwinkeln [Link]

>>> NOVAPULS – Der Shadowrun Newsletter
>>> Shadowrun bei Pegasus Spiele [Link]
>>> Shadowhelix – Das Shadowrun-Wiki in Zusammenarbeit mit Pegasus Spiele
>>> Shadowiki – Das andere, große deutsche Shadowrun-Wiki
>>> Das Schockwellenreiter-Forum ist ein von Pegasus Spiele betriebenes In-Game-Shadowrun-Forum [Link]

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“Stuttgart 21 – Nachbeben”

Wie schaut es eigentlich mit der Aufarbeitung der Geschehnisse vom Schwarzen Donnerstag aus? Zur Zeit läuft nämlich gerade der Prozess gegen die Polizisten, die damals vor Ort Krieg spielen sollten. Die Highlights sind dabei erschreckend bis absurd und es wird immer klarer, dass sämtliche Schutzbehauptungen der Stuttgarter Polizei damals erstunken und erlogen waren und man ein blutiges Exempel statuieren wollte. Ob und auf wessen Anweisung kann man natürlich nur vermuten…

Stuttgart 21 - Nachbeben - Cover>> Ebenso seien Stumpf und sein Stab dafür verantwortlich, dass vorschriftswidrig keine Rettungskräfte eingeplant und im Vorfeld des Einsatzes angefordert worden seien. Wörtlich dazu: “Das DRK hat sich selbst alarmiert.” <<

>> Erstaunliche Erkenntnis: Beim Workshop der Polizei, der im Auftrag des Innenministeriums für den Untersuchungsausschuss des Landtags nachträglich den Einsatz untersuchte und Empfehlungen ausarbeitete, hätten die Wasserwerfereinsätze keine Rolle gespielt. Die VORGESCHRIEBENE nachträgliche polizeiinterne Aufarbeitung habe es übrigens nie gegeben. <<

>> Und nun der schlagende Beweis: Schon in diesem ersten Video, etliche weitere werden an diesem Tag folgen, ist deutlich zu sehen, dass gegen Dutzende, insgesamt mit den späteren Einsätzen vermutlich gegen Hunderte von Menschen genau auf Kopfhöhe geschossen – und auch getroffen – wurde. <<

>> Allerdings ist deutlich zu sehen, dass Menschen, die ihre Deckung unter Planen oder zwischen anderen Personen verlassen und aus dem Einwirkungsbereich der Wasserkanonen rennen, erst recht – und dann voll – unter Beschuss geraten. Ein junger Mann erleidet auf dieser Flucht einen Kopftreffer. Andere Demonstranten werden von schwarz vermummten Polizisten direkt vor den Wasserwerfer gestoßen. Die Wucht der Treffer ist deutlich zu sehen. Ein Zuschauer, freiwilliger Feuerwehrmann, wird nach der Verhandlung Interessierten vorrechnen, dass ein Treffer mit zwölf Bar (im Schlossgarten war der Druck auch schon mal 16 Bar) eine Krafteinwirkung bedeutet, die dem Faustschlag des Boxers Klitschko entspricht. <<

>> [Oberstaatsanwalt] Häußler habe nicht nur den Einsatz von Wasserstößen gegen Planen, unter denen sich Menschen schützten, als unmittelbaren Zwang gegen Sachen gebilligt, sondern auch der Polizei seine Einschätzung, wann eine Verhinderungsblockade und damit strafbare Nötigung von Demonstranten verübt werde, vorgegeben. Er habe der Polizei auch einen generellen Katalog von Gesichtspunkten an die Hand gegeben für die Unterscheidung, ob es sich um Versammlungen im Schutze des Grundgesetzes handle oder um Menschenansammlungen, die diese Rechte nicht beanspruchen könnten. Bis heute hält sich die Stuttgarter Polizei an diese schriftlichen Anweisungen Häußlers, die in Strafverfahren als Häußlers “Matrix” bezeichnet, aber Gerichten und Verfahrensbeteiligten vom Polizeipräsidium kafkaesk vorenthalten werden. <<

Die ganze, erschreckende Zusammenfassung von bisher sechs Prozesstagen findet sich hier >>> KONTEXT Wochenzeitung – Video-Schocker vom Wasserwerfer

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“Stellvertreterkriege – The Next Generation”

Da die altegediente Kunst der Stellvertreterkriege gerade ein Revival erlebt, kann es ja nicht schaden da mal einen kleinen, informativen Blick drauf zu werfen. Stellvertreterkriege sind Kriege in dem sich zwei oder mehr in Konflikt befindliche Großmächte nicht direkt militärisch auseinandersetzen, sondern diese militärische Auseinandersetzung in einem oder mehreren Drittstaaten austragen. Ursprünglich bezog sich dies nur auf die vermehrt nach dem Zweiten Weltkrieg aufkommenden Kriege während des Kalten Krieges. Darunter fallen u.a. der Koreakrieg, der Vietnamkrieg oder auch der Afghanistankrieg von 1979.

Stellvertreterkrieg - LogoDiese Form der Kriegsführung zeichnet sich dadurch aus, dass ein meist bereits bestehender Konflikt, Bürgerkrieg oder Krieg zu den jeweils eigenen Zwecken der involvierten Großmächte instrumentalisiert und – sofern dieses noch nicht der Fall ist – zu einem militärischen Konflikt ausgeweitet wird. Primäres Ziel der Großmächte ist dabei der Erhalt bzw. die Erweiterung der jeweiligen Interessensphäre auf Kosten der anderen Großmächte. Die Kriegsparteien im Drittstaat erhalten dabei direkte und/oder indirekte Unterstützung mit dem Ziel, der jeweils geförderten Kriegspartei zum Sieg zu verhelfen. Die Unterstützung kann sowohl militärischer als auch logistischer, finanzieller oder anderweitiger Natur sein. Die Hauptursache für einen Stellvertreterkrieg ist im allgemeinen der Umstand, dass die beteiligten Großmächte eine direkte militärische Konfrontation nicht wollen. So sollen mögliche Eskalationsstufen zwischen den eigentlichen Kriegsparteien vermieden werden. Die Stellvertreterkriege ermöglichten eine halbwegs kontrollierte, konventionelle Kriegsführung, ohne die Gefahr nuklearer Eskalation.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion ging man eigentlich davon aus, dass diese Praxis der Vergangenheit angehört. Allerdings ging es auf einem kleineren Niveau, meist unterhalb der Wahrnehmungsschwelle der Weltöffentlichkeit, natürlich weiter. Erst mit Beginn der Wiedererstarkung, manch einer sagt auch gestiegenem Größenwahn, Russlands und dem Arabischen Frühling drang diese Praxis annähernd wieder in Größenordnungen vergangener Zeiten vor. Schon Libyen kann man zur neuen Welle der Stellvertreterkriege zählen, aber der wirklich große Testfall war und ist der Fleischwolf Syrien. In der Ukraine fand hingegen jahrelang ein diplomatischer Schatten-Stellvertreterkrieg statt, bei dem Russland und die USA/EU Millionen für Propaganda und Aufbau von Strukturen bereitgestellt haben. Und mittlerweile ist dieser dieser Schattenkrieg in Richtung heißer Krieg eskaliert. Am anderen Ende der Welt stellt sich die Frage, wann China sich für imperiale Abenteuer bereit hält. Denn auch hier stünde eine Welle an neuen Stellvertreterkriegen an. Was für die Mode gilt, gilt auch für Konfliktmodelle: Kommt alles wieder…

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“Legenden der Elben – Verbannt – Mega-Snippet-Alarm”

Der Kollege Daniel Isberner (Schattengalaxis, /me hatte da etwas beim Coverdesign mitgeholfen) hat einen neuen Roman am Start. Mit Legenden der Elben – Verbannt gibt es den ersten Roman aus dem Foresun-Universum und die volle Ladung Fantasy.

Die Legenden der Elben - Verbannt (Facebook)“Legenden erzählen davon, dass vor tausenden von Jahren Magie in der Welt von Foresun existierte. Doch, um die kriegstreibenden Völker der Welt zu strafen, verbannten die Drachen die Magie und so war sie für immer verloren. Aber sind es wirklich nur Legenden? Als der Elb Aregas aus seinem Dorf verbannt wird, fällt ihm eine seltsame Schriftrolle in die Hände, auf der eine Karte eines lange vergessenen Drachenhorts gezeichnet ist. Verstoßen und allein zieht er los, um herauszufinden, ob die Karte echt ist. Schon bald stellt sich heraus, dass finstere Machenschaften hinter seiner Verbannung stecken und Furcht einflößende Wesen den jungen Elb jagen. Doch sind die Kreaturen, die ihn verfolgen, oder die Verschwörer seine gefährlichsten Widersacher? Sie haben eine Macht losgelassen, die sie nicht kontrollieren können und die nicht nur sie selbst, sondern auch Aregas vernichten könnte.”

Da musste ich Daniel Isberner doch auch gleich mal erfolgreich eine exklusive Textprobe aus dem Rücken leiern. Viel Spaß!

Legenden der Elben - VerbanntDer Warg folgte Aregas aus dem Stollen heraus und der Elb nahm sich einige Sekunden, um sich im Krater umzuschauen. Sie hatte es am Tag vorher beinahe bis auf den Grund geschafft. Er konnte ihn vielleicht hundert Meter unter sich sehen. Überall lag Schutt, der durch lange und zum Teil spitze Gesteinsbrocken durchbrochen wurde, die sich gen Himmel reckten. Die Brocken wirkten geschliffen, wie die Wände des Stollens und stachen dadurch aus dem restlichen Schutt hervor. Hatten die Zwerge sie geschaffen? Zwischen mehreren der lose liegenden Brocken konnte Aregas Gerippe erkennen, die zum Teil unter ihnen hervorkamen oder auf ihnen lagen. Aus der Entfernung konnte er die meisten der Gerippe nicht klar erkennen, nur eines war groß genug, damit Aregas es hätte identifizieren können, wenn er die Spezies gekannt hätte. Das Wesen musste einst über zehn Meter groß gewesen sein. Auf dem Rücken konnte er die Reste von Flügeln erkennen und aus seinem Kopf kamen vier Hörner hervor. Wie können die Knochen über so lange Zeit unangetastet liegen geblieben sein? Wildtiere hätten sie längst davontragen müssen. Dann erinnerte er sich, dass Agumewt zuerst nicht in den Krater gewollt hatte, als wenn ihm etwas Angst gemacht hätte. Ging es den anderen Tieren genauso? Aber wenn ja, was konnte selbst einen Warg verängstigen?

Als wenn es auf diese Frage gewartet hätte, durchbrach ein markerschütterndes Brüllen den Morgen, das selbst Agumewt zusammenzucken und winseln ließ. Aregas schwang sich auf den Sattel und sofort rannte der Warg, in bisher ungeahnter Geschwindigkeit, den Pfad entlang auf die andere Seite zu. Den Befehl zum Loslaufen hatte der Elb nicht einmal geben müssen. Als sie den Grund des Kraters erreicht hatten, donnerte das Brüllen erneut über sie hinweg, lauter diesmal. Aber wo auch immer es herkam, Aregas konnte weder den Ort noch das Wesen ausmachen. Er spürte, wie der Warg unter ihm versuchte, schneller zu laufen, es aber nicht konnte. Schon jetzt konnte er Schweiß auf dem Fell des Tieres erkennen – etwas, dass er in den Tagen zuvor nie hatte beobachten können, ganz egal, wie schnell sie geritten waren. Ist er angestrengt oder hat er Angst? Oder war es eine Kombination von beidem?

Auch Boo schien verängstigt und befand sich nicht mehr auf dem Kopf des Wargs sondern in Aregas‘ Tasche, wo er sich zusammengekauert hatte. Nur eine zitternde Beule an der Brust des Elbs zeugte von dem Ort, an dem die Rehmaus sich versteckt hatte. Er selbst hatte seinen Bogen in einer Hand, während er sich mit der anderen an Agumewts Zügeln festkrallte, um nicht rücklings von dem panisch galoppierenden Tier geschleudert zu werden. Wie er die Sehne spannen sollte, wenn er die Zügel nicht loslassen konnte, wusste er nicht – aber die Waffe in seiner Hand gab ihm ein Gefühl der Sicherheit. Hinter ihnen krachte es und das Brüllen erklang lauter als zuvor. Hastig warf Aregas einen Blick nach hinten und starrte der Kreatur aus der Hölle direkt in das aufgerissene und geifernde Maul. Fünfzehn Meter hoch, mit einer fuchsähnlichen Schnauze, ledrigen, im Vergleich zum restlichen Körper, winzig wirkenden, Flügeln und vier spitzen Hörnern auf dem Kopf thronte die Kreatur über dem Pfad und brüllte sie an. In ihrer rechten Hand hielt sie ein riesiges, pechschwarzes Schwert, das der Farbe ihrer Haut glich und aussah, als wäre es ein Teil von ihr. Mit ihrer Linken hielt sich die Kreatur an der Wand des Kraters fest und es sah so aus, als hätte sie ein Loch in das Gestein geschlagen, um dort Halt zu finden.

Daniel Isberner Elben Drache_Buchanfang_BildAregas versuchte einen Pfeil in den Bogen zu bekommen, während er die Zügel mit dem Ellenbogen hielt, aber der Pfeil entglitt ihm, als Agumewt zum Sprung über eine abgebrochene Stelle des Pfads ansetzte. Der Elb musste sich hastig mit beiden Händen an den Zügeln festkrallen, um nicht heruntergeschleudert zu werden. Sein Bogen baumelte an der Sehne über seinem Unterarm und nur die dünne Lederrüstung bewahrte ihn davor, dass er sich in sein Fleisch schnitt. „Lauf, Agumewt, Lauf!“, befahl er seinem Reittier mit Panik in der Stimme. Hinter ihnen hörte er schnelle, schwere Schritte, die immer wieder von einem Krachen unterbrochen wurden, wenn die Kreatur sich einen neuen Halt in die Kraterwand schlug. Das ständige Brüllen ließ Aregas das Blut in den Adern gefrieren. Ein Blick nach hinten zeigte ihm, dass die Kreatur sich ihnen bis auf wenige Schritte genähert hatte – und der Kraterrand war immer noch einige hundert Meter entfernt. Sie würden es niemals schaffen. „Stopp!“, befahl Aregas und riss an den Zügeln. Agumewt bellte wütend, aber gehorchte. Mit einer flüssigen Bewegung zog er einen Pfeil aus seinem Köcher, legte ihn in den Bogen, spannte die Sehne, die er von den Motoren verstärken ließ, und schickte sein todbringendes Geschoss auf den Weg – nur, um es an der pechschwarzen Klinge der Kreatur zerbersten zu sehen.

Fluchend ließ Aregas den Bogen auf den Pfad fallen und riss den Dolch aus seiner Scheide, um sich der riesigen Kreatur zu stellen. Das Morgenlicht brach sich an den Runen in der Klinge, die dadurch zu glühen schien. Plötzlich blieb die Kreatur, vielleicht zwei Meter von dem Elb entfernt, stehen. Ihr Blick schien vom Dolch gefangen und Aregas konnte sich irren, aber… Sah er Furcht auf ihrem Gesicht? Ohne nachzudenken preschte Aregas vor und wich einem Schwerthieb der Kreatur aus, der den Pfad hinter ihm zerschmetterte. Er rammte den Dolch in das Kniegelenk seines Feindes, was dieser mit einem lauten Schmerzensschrei beantwortete, der beinahe noch furchterregender war als das wütende Brüllen zuvor. Bevor die Kreatur reagieren konnte riss Aregas den Dolch heraus und wollte ihn genauso in das andere Knie rammen, doch sie trat mit ihrem unverletzten Bein nach ihm und ließ ihn mehrere Meter rückwärts über den Pfad fliegen.

Als er wieder aufkam, schlitterte er mehrere Meter über das raue Gestein und kam erst zum Stillstand, als seine Beine bereits über dem Abgrund baumelten. Unter Aufbietung all seiner Kräfte zog Aregas sich nach vorne und in die relative Sicherheit des Pfads. Sein Körper schmerzte von dem Tritt und dem Schlittern über den Steinboden. Die Rüstung hatte ihn glücklicherweise vor größeren Verletzungen bewahrt, aber er hatte dennoch das Gefühl, jeden Knochen einzeln zu spüren. Die Kreatur hatte sich umgedreht und humpelte mit einem wütenden Brüllen auf ihn zu. Aregas riss seinen Dolch hoch, um in Verteidigungsposition zu gehen – und bemerkte erst jetzt, dass seine Hand leer war. Der Dolch lag zwei Meter entfernt auf dem Pfad zwischen ihm und seinem Gegner. Wenn die Kreatur ihn vor Aregas erreichte, wäre sein Leben vorbei. Als sein Blick auf die Waffe fiel, schien die Kreatur ebenfalls auf sie aufmerksam zu werden. Sie unterbrach ihr Brüllen, um die Waffe zu betrachten, dann begann sie sich schneller zu bewegen – auch wenn es ihr auf dem Verletzten Bein sichtlich schwer fiel. Der Elb rappelte sich auf alle Viere auf und sprang beinahe auf den Dolch zu…

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