“Shadowrun 5 – Shadowrun 2050, Gestohlene Seelen und Im Fadenkreuz”

SR5 - Logo (full)Mit dem Shadowrun 5 – Update Q3+/2014 gabe es ja schon einen schönen Überblick über die Shadowrunbücher, die demnächst anstehen. Auf einige wollen wir hier mal etwas näher eingehen, mit Klappentexten und Covern. Alle drei sind übrigens schon beim Drucker und sollten somit rechtzeitig zur Spielwarenmesse 2014 in Essen verfügbar sein.

SR 2050 - Cover 2D3DShadowrun 2050: Chromaugen. Messerklauen, klobige Decks mit Kabelverbindung. Buntere Haare, gröbere Cyberware, dickere Kanonen. Dies ist das Jahr, in dem Shadowrun startete. Tritt einen Schritt zurück in der Geschichte und entdecke die Wurzeln der Sechsten Welt in diesem Buch, das die alte Shadowrunwelt mit den neusten Regeln der 5. Edition abbildet. Shadowrun 2050 enthält alles notwendige Material, was Spieler und Spielleiter brauchen, um in den Beginn der Schatten abzutauchen: Informationen zur alten Matrix, Ausrüstung, zu den damaligen Magieregeln und zu den Machtspielern der Welt. Zudem werden einige Settings im Jahre 2050 genauer beschrieben: darunter Seattle und Chicago, um direkt ins Abenteuer einzusteigen. Lediglich das Grundregelwerk ist ansonsten notwendig. Das vollfarbige Buch enthält zudem eine Beschreibung von Berlin im Jahre 2050 mit exklusivem Material aus und zum Computerspiel Shadowrun Returns: Dragonfall – um das Spielerlebnis von der digitalen Welt an den Tisch zu bringen.

Gestohlene Seelen Cover 2D3DGestohlene Seelen – Der Kampf im Inneren: Es kommt aus dem Inneren des Ichs: Der Geist besiegt sich selbst. Bei Opfern überall in der Sechsten Welt erwachen plötzlich neue Persönlichkeiten, die die alten niederzuringen versuchen – und diese merkwürdige Krankheit breitet sich unaufhaltsam aus. Etwas Großes geschieht, während die Zahl der Extraktionen von infizierten Personen auf sensiblen Konzernpositionen dramatisch ansteigt und der Kampf um Hintergrundinformationen über dieses bedrohliche Phänomen beginnt. Es zieht Runner tiefer in das neue Mysterium, als ihnen lieb sein kann. Gestohlene Seelen ist ein Quellenbuch für Shadowrun 5 und beinhaltet den aktuellen Metaplot und Abenteueraufhänger, sowie Informationen, Techniken und Ausrüstung speziell für Extraktionen: inklusive Zauber und Adeptenkräfte. Zudem bietet es eine genauere Beschreibung von Manhattan und wirft im deutschen Add-On einen Blick auf die ADL.

Im Fadenkreuz Cover 2D3DIm Fadenkreuz: Gefahrenzone! In den Schatten unterwegs zu sein, bringt Runner immer wieder an gefährliche Orte, an denen Waffen auf sie gerichtet werden. Sei es bei der Erkundung mysteriöser Inseln vor Seattle, auf Beutejagd in den Straßenschluchten von Manhattan oder im Chaos von Bogotá: Im Fadenkreuz zu stehen, gehört mit zum Job – dafür werden Runner bezahlt. Im Fadenkreuz enthält vier Abenteuer für Shadowrun 5, komplett ausformuliert und inklusive aller notwendigen Werte und Spielinformationen, um direkt in die Action einzusteigen.

>>> Werkstattbericht – Messeneuheiten für die SPIEL 2014

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“CIA – Who watches the Watcher”

Wenn die CIA nicht gerade damit beschäftigt ist Überwachungsprogramme nach Marvel-Bösewichten zu benennen, spionieren sie auch gerne schon mal das United States Senate Select Committee on Intelligence (SSCI) aus, sprich den Kongressausschuss des US-Senats, der die Aktivitäten der US-Geheimdienste überwachen und regulieren soll.

CIA - Watcher - LogoHintergrund ist der anstehende Folter-Report des SSCI zu den Verhörmethoden der CIA im Rahmen des Kriegs gegen den Terror. Den die CIA natürlich nach allen Möglichkeiten verhindern oder entschärfen möchte. Denn entgegen bisherigen Behauptungen hat man sich anscheinend nicht nur an etwas Waterboarding versucht, sondern die Verdächtigen fast zu Tode gefoltert [Link: CIA tortured al-Qaeda suspects close to the point of death by drowning them in water-filled baths]. Beweise dafür waren aber schwer zu finden, denn: Among the additional difficulties for investigators seeking the truth about what happened is the fact that in November 2005 the CIA destroyed some 92 video tapes of its waterboarding and interrogation of Mohammed and the others. The officer responsible, Jose Rodriquez, was reprimanded but justified his actions by arguing that he feared the tapes would eventually leak to the media, provoking a backlash that would endanger officers’ lives.”

Trotzdem scheinen die Ermittler genug unschöne Beweise gefunden zu haben, genauer gesagt ist die Geschichte so unschön, dass immer noch debatiert wird, ob man den Report überhaupt veröffentlichen könne. Und deshalb wollte die CIA natürlich genauer wissen, was das SSCI da alles ausgegraben hat. Nachdem man dann dabei erwischt wurde, den SSCI abzuhören, musste CIA-Direktor John Owen Brennan vor dem SSCI antanzen, um Rede und Antwort zu stehen. Das lief nicht ganz so ab, wie man sich das beim SSCI vorgestellt hatte, denn Brennan verweigerte die Antwort, wer die Spionageoperation gegen das SSCI abgesegnet hat [Link: New sparks fly between CIA, Senate Intelligence Committee]. Denn wenn der SSCI seine Aufseher-Funktion über die US-Geheimdienste wirklich durchsetzen könnte, wo würden wir da denn hinkommen? Anarchie und Kommunismus drohen dann mindestens. Oder Schlümmeres…

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“Review – RoboCop (2014)”

Robocop - LogoDer multinationale Megakonzern OmniCorp besitzt im Jahr 2028 die globale Vormachtstellung auf dem Markt für Robotertechnologie. Mit dem Verkauf seiner weltweit eingesetzten Drohnen erwirtschaftet der Konzern gigantische Gewinne. Aber im Kernland USA bleibt einem der Zugang und garantierte Milliardengewinne dank Anti-Roboter- und Drohnengesetz, dem Dreyfus-Act, verwehrt. Obwohl man Abermillionen in Marketing, Lobbyismus und ganz offene bestechung investiert hat. Sogar der Dauereinsatz von Talkshow-Star Patrick “Pat” Novak (Samuel L. Jackson) in seiner Hit-Sendung The Novak Element, bringt keine Ergebnisse.

Robocop01OmniCorp sucht deshalb nach einem “menschlichen Gesicht“, um die öffentliche Meinung zu drehen und den Dreyfus-Act zu kippen. Währenddessen wird Alex Murphy (Joel Kinnaman), der versucht die ausufernde Kriminalität in seiner Heimatstadt Detroit zu bekämpfen, bei einem Anschlag so schwer verletzt, dass seine Überlebenschancen gegen Null tendieren. Murphy ist die Gelegenheit für OmniCorps CEO Raymond Sellars (Michael Keaton). Er beauftragt seinen besten Wissenschaftler, Dr. Dennett Norton (Gary Oldman) aus Murphy RoboCop zu machen, der als halb Mensch, halb Maschine nahezu unverwundbar die Straßen Detroits aufräumen soll. Aber wie viel Mensch steckt wirklich noch in Murphy und wer kontrolliert die Maschine wirklich?

Robocop04Nach der ersten Ankündigung, habe ich das Projekt sofort nicht leiden können. Und mit jeder Information über das Remake wurde es nicht besser. Deshalb habe ich RoboCop auch noch mal sacken lassen, bevor ich dazu etwas schreibe. Weshalb wir auch gleich zu den positiven Dingen übergehen: Die Darstellerriege ist nämlich ziemlich gut. Kinnaman gibt einen guten Robo, Keaton spielt den bösen OCP-Exec in der Kalifornien-Steve-Jobs-in-böse-Variante, dazu noch Jackson als Fox News-Propaganda-Onkel und Oldman als ambivalenter Wissenschaftler im moralischen Niemandsland. Dazu gibt man sich wirklich Mühe optische Leckerbissen einzustreuen und etwas politische Relevanz anzustreben. Auch einige Ansätze zu philosophischen Fragen in Richtung Mensch/Maschine sind positiv zu erwähnen. Und dabei kommt dann wohlwollend auch ein durchaus ganz brauchbarer SciFi-Action-Thriller raus.

Robocop02Leider muss sich das Remake auch gegen Paul Verhoevens Original von 1987 behaupten und da sieht José Padilhas Fassung leider ganz wenig Land. Statt Up to Eleven – Gewalt gibt es nur blutleeres Rumgeplänkel, statt einer Welt, in der OCP längst gewonnen hat und Horden von moralisch korrupten Konzern-Execs die Welt verschlimmern, gibt es nur ein paar böse Ausnahmen. Augenöffnend ist Samuel L. Jacksons Imitation eines Fox-News-Propaganda-Onkels, die zwar durchaus “witzig” ist, aber ganz oft einfach nicht als Satire zünden will, weil Fox News&co mittlerweile schon in der Realität viel weiter gehen. Statt subtil anzudeuten, dass Murphy doch noch in dem Blecheimer existiert, muss es im Remake mit dem Holzhammer verklickert werden. Statt der ikonischen Musik des Originals von Basil Poledouris gibt es austauschbaren Durchschnitt, was besonders deutlich wird, weil man zu Beginn noch Teile der Originalmusik hört.

Was bleibt da am Ende übrig? Alleine betrachtet rangiert der neue RoboCop durchaus im Bereich von 3 von 5 dystopischen Blech-Cops. Im direkten Vergleich ist es eher so 1 von 5 blutleeren, geradezu feigen Plastik-Cops. Sehr schade… Persönliche Anmerkung: Liebe Hollywood-Studios, hört doch bitte damit auf, Filmklassiker mit erwachsenem Inhalt als unispirierte, blutleere und öde Neuauflagen an die Wand zu fahren. Ob nun der sogar noch etwas gelungenere RoboCop oder das Total Recall-Remake: Es klappt so einfach nicht!

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“NATO – Danke Russland!”

Es bestand mal die Hoffnung, dass nach der Übernahme der Krim der Keks erstmal gegessen ist. Aber das saftige Stück Ost-Ukraine war dann doch zu verlockend und jetzt haben wir den Salat. Russland hat sich in die eine Ecke manövriert und die NATO in die andere und ob und wie man da wieder rauskommt ist von Tag zu Tag ungewisser. Aber einen großen Gewinner gibt es trotzdem schon: Die NATO! Auch wenn sich das zuerst widersprüchlich anhört.

NATO - Danke Russland - LogoMit Ende des Kalten Kriegesböse Zunge behaupten, der habe nur kurz Urlaub gemacht – befand sich die NATO plötzlich in einer Identitätskriese. Was war die neue Aufgabe, wofür war man noch da und wie erklärt man den Menschen, warum man gebraucht wird? Sinkende Investitionen in Rüstung und Truppen, mangelnde Zusammenarbeit und ein allgemeiner Unwille sich auf “militärische Abenteuer” einzulassen, stellten die NATO in Frage, da konnte auch der “Antiterrorkampf” keine Abhilfe schaffen. Aber mit Russland als Big Bad ist man endlich wieder “Im Sturm” und die Falken schlagen freudig mit den Flügeln [Link WELT Online: Jacques Schuster - Schluss mit Leisetreterei. Die Nato - das sind wir!].

Air power flypast - NATO Wales Summit

Neue Geldquellen stehen in Aussicht, man ist sich einig wie lange nicht und man kann endlich wieder pragmatisch reagieren, wie z.B. Kampftruppen in die baltischen Staaten verlegen, was die NATO-Russland-Akte eigentlich ausdrücklich verbietet. Aber das ist ja auch eher eine Absichtserklärung als bindendes Vertragswerk und Putins Russland hält sich ja auch an keine Vereinbarungen. Ist das nicht herrlich? Endlich geht es wieder zur Sache, endlich nehmen die Leute die NATO wieder ernst! Es wäre nun etwas übertrieben, wenn die NATO Putin eine ausufernde, liebevolle Dankesbotschaft schickt, aber ein Strauß Blumen sollte eigentlich schon drin sein! Wenn der nicht unter die Sanktionen fällt…

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“Shadowrun 5 – Update Q3+/2014″

Nachdem 1. Quartal 2014 und dem 2. Quartal 2014 folgt natürlich auch das 3. Quartal+ 2014 und somit wird es Zeit für ein neues Shadowrun Quartals-Update mit lauter leckerem Material, schließlich steht die Spielwarenmesse in Essen vor der Tür.

Shadowrun - Update Q3-2014 - LogoEines der wichtigsten und gespannt erwarteten Bücher erscheint schon vor der Messe in nicht allzuweiter Ferne. Die deutsche Übersetzung von Run&Gun, Shadowrun KREUZFEUER, das Kernregelwerk-Knarrenbuch, wird voraussichtlich ab dem 15. September 2014 erhältlich sein. Zu einem erfreulichen “nice price” von nur 19,95€!

SR5 - Kreuzfeuer Cover 2D3D - fullAber Nichts ist umsonst! Waffen und Munition kosten Geld. Kampfkunsttraining kostet Zeit. Den Umgang mit Sprengstoff zu lernen, ohne sich selbst in die Luft zu jagen, kostet Konzentration. All dies wartet dort draußen auf Runner wie dich. All dies und noch viel mehr. Nur so kannst du noch tödlicher werden, noch schneller, noch gefährlicher und dem nächsten Feind einen Schritt voraus sein. Vielleicht den entscheidenden Schritt – denn wer nicht gewappnet ist, stirbt. Also werde gefährlicher. Und zahl den Preis dafür. Kreuzfeuer ist das vollfarbige Kampfregelbuch für Shadowrun 5, inklusive der neusten Errata und Regelklarstellungen. Es enthält mehr Waffen, mehr Panzerung, mehr Modifikationen und mehr optionale Regeln, darunter Kampfkunstfähigkeiten, Schussmanöver, Taktiken kleiner Einheiten und Sprengstoffe, die dieses Werk höchst explosiv machen.

SR5 - Gestohlene Seelen - Mockup Cover(^^5 mins mock-up Platzhalter Cover)

Aber natürlich ist das nicht alles! Direkt zur Spielwarenmesse in Essen 2014 gibt es gleich drei Neiheiten. Mit dem Quellenband Gestohlene Seelen erscheint die Übersetzung von Stolen Souls, welche natürlich ein fettes ADL Add On erhält, bei dem es ans Eingemachte  geht. Außerdem steht ein neuer Abenteuerband an. Im Fadenkreuz wird die Übersetzung von Firing Line. Und endlich erscheint die lang erwartet, gründlich überarbeitete und umgebaute, deutsche Fassung von Shadowrun 2050. Das limitierte Retro-Shadowrun-Buch für Shadowrun 5 umgesetzt (nicht spielbar ohne SR5 GRW!). Inklusive Beschreibungen von einigen Städten 2050. Darunter auch – als deutsches ADD-ON und in Zusammenarbeit mit Shadowrun Returns: Ein exklusives Berlin-Kapitel mit Personen aus dem Computerspiel für den Spieltischgebrauch und zwei erweiterten Grundrissplänen aus dem Computerspiel für Abenteuer im Rollenspiel! Eventuell(!) gibt es auch noch neue Würfelsets, aber da müsst ihr schon echt lieb sein! ;) Und PDFs gibt es natürlich auch noch: In den nächsten beiden Wochen kommt nämlich noch Kugeln & Bandagen, die Übersetzung von Bullets+Bandages.

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“Review – Guardians of the Galaxy”

GotG - Logo1988, nachdem Tod seiner Mutter, wird der junge Peter Quill von den Ravagers und ihrem Anführer Yondu Udonta (Michael Rooker), einer Bande Weltraumpiraten, von der Erde entführt. Sechsundzwanzig Jahre später ist aus dem jungen Peter Quill der Abenteurer und interstellare Dieb Star-Lord (Chris Pratt, u.a. Zero Dark Thirty) geworden, der sich regelmäßig in Schwierigkeiten bringt. Als Star-Lord auf dem zerstörten Planeten Morag ein Artefakt “birgt“, scheint plötzlich das ganze Universum hinter ihm her zu sein.

GotG - PrisonersAuf Xandar landet er nach einem kleinen Scharmützel mit Gamora (Zoe Saldana, u.a. Star Trek Into Darkness und Avatar – Aufbruch nach Pandora), dem Baumgewächs Groot (Vin Diesel, u.a. Riddick und Fast & Furious 6) und dem genmanipulierten Waschbären Rocket (Bradley Cooper, u.a. American Hustle und Ohne Limit) im Hochsicherheitsknast. Dort schließt sich ihnen nach etwas Überredungskunst noch Drax der Zerstörer (Dave Bautista, u.a. Riddick) an und einem Ausbruch steht nichts mehr im Weg. Denn Ronan der Ankläger (Lee Pace, u.a. Der Hobbit – Eine unerwartete Reise und Smaugs Einöde) setzt alle Mittel in Bewegung um an das Artefakt zu kommen, mit dem er vor hat ganze Planeten reihenweise zu vernichten. Und im Hintergrund lauern noch Bösewichter von ganz anderem Kaliber!

GotG - GroupMarvels Multimilliarden-Comic-Franchise tuckert wohlgenährt mit Iron Man, Captain America, Thor und den Avengers durch die Landschaft. Ein multimediales Perpetuum mobile. Jede Firma würde da normalerweise als Devise “Weiter so! Genauso wie bisher, keine Veränderungen! Nichts Unbekanntes! Kein Risiko!” ausgeben. Bei Marvel sieht man das glücklicherweise anders.

GotG - DraxDie greifen tief ins Archiv und holen mit Guardians of the Galaxy ein weniger bekanntes Team hervor, engagieren mit James Gunn jemanden, der sich bislang “nur” durch bissige Genre-Ware ausgezeichnet hat und beim Gedanken an übliche Blockbuster-Budgets eher Albträume bekommt und lässt ihn dann einen Science Fiction Film drehen, der die warme Atmosphäre der 70er und 80er austrahlt, mit einem Helden, der als Mischung aus Han Solo – der ZUERST geschossen hat – und dem jungen Indiana Jones auf dem Weg zum Superstar ist. Und die anderen Hauptrollen haben ein Ex-Wrestler, der erstaunlich überzeugend spielt, eine grüne Killerin, ein genetisch aufgebohrter, notorisch grummeliger Waschbär und ein Baum, der von Vin Diesel gesprochen wird.

GotG - RocketBei jedem anderen Produktionsstudio wäre der Verantwortliche dafür gehängt worden und der Film ein Desaster. Bei Marvel wird sowas begeistert vorangetrieben und der Film ein Megaerfolg. Gunn und seinem Team gelingt es ein rasantes, liebenswertes und spannendes Gefühl von Vertrautheit und Neuem zu schaffen, sprich alles was den Star Wars Prequels komplett abgeht. Dazu kommt eine wunderbare Detailverliebtheit und Kinetik der Szenen. Wenn der Held mit langen Schritten flüchtet, die Kamera aber trotzdem auf dem Gerangel vor Ort bleibt, man ihn im Hintergrund immer noch sehen kann, bis dann doch noch wer mit einem Betäubungsblaster hinterherschießt, dann macht das einfach unglaublich Laune.

GotG - Star-LordWenn man überhaupt Kritik anbringen kann, dann bei den Bösewichten, die im Vergleich zu der wundervollen Heldentruppe etwas blass bleiben. Auch der Soundtrack ist im Vergleich zu den herrlich eingearbeiteten 70er Jahre Poprock-Songs eher Stangenware. Aber mehr gibt es auch nicht zu meckern. Guardians of the Galaxy ist DER SciFi-Film, den man seit Jahren sehen wollte und wahrscheinlich der bislang beste Marvel-Film. Und wenn auf Metacritic schon mal UNIVERSAL ACCLAIM vorkommt, dann muss man eigentlich eh nichts weiter sagen, sondern schaut sich einfach den Film an und genießt! 5 von 5 grummeligen Weltraumwaschbären! :)

P.S.: Ich empfehle stark die englische Fassung. Auch wenn die deutsche Synchro jetzt nicht wirklich schrecklich ist, O-Ton lohnt sich alleine wegen Bradley Cooper/Rocket!

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“Steampunk – Voll Dampf – Rezis und die Afrika-Mission”

Voll Dampf - Natürliche Auslese - LogoNach Fieberglasträume habe ich mich kurzzeitig mal einem anderen Genre zugewandt. Bei Voll Dampf gibt es dann auch gleich die ganze Bandbreite an Steampunk. Mein Beitrag Natürliche Auslese handelt von der Schottischen Antarktis-Expedition, die in Zeiten des Aufruhrs in Lateinamerika mitten in eine Verschwörung platzt, von der die Zukunft des Empires und der Kolonien abhängen könnte. Voll Dampf ist ab sofort erhältlich im Amrûn – Verlag.

> Voll Dampf beim Amrun Verlag
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Mittlerweile sind auch genug Rezensionen erschienen, um mal drauf hinzuweisen, damit der noch unsichere, potentielle Käufer sich ein Bild machen kann.

Volldampf - Steampunk-Anthologie - Cover Jasmin Krieger schreibt auf Schwestern-Rezensionen: “Unterhaltsam sind die dampfenden Kurzgeschichten alle und jede zeichnet auf ihre eigene Art und Weise ein ganz bestimmtes Bild im Kopf des Lesers. Alles in allem absolut empfehlenswert für Leser, die einen Zugang zu dieser literarische Kunstrichtung gefunden haben. Allen anderen würde ich eher davon abraten.”

Uwe Taechl schreibt auf TVSC’s kleine Welt: “Neun unterschiedliche Geschichten, die ein breites Spektrum abdecken und alle auf ihre eigene Art glänzen können. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, sie zu lesen und in die unterschiedlichen Szenarien einzutauchen, hinter denen Welten stecken, die es sich zu entdecken lohnt. [...] Ein Buch, das Lust auf mehr macht und hoffentlich viele Leser dazu anregt, mehr Steampunk zu lesen.”

Fabian Mauruschat schreibt auf  Fischpott – Dem Kulturblog ohne Gnade: “Natürliche Auslese von Peer Bieber kombiniert Kraken, Katholizismus und Kanonenbootpolitik mit einer schottischen Polarexpedition. Bei letzterem scheint sich ein ganzer ausgearbeiteter Dampfkosmos hinter den Kulissen zu verbergen und man hat das Gefühl, nur ein Kapitel eines größeren Werkes zu lesen.

Insbesondere “Kraken, Katholizismus und Kanonenbootpolitik” muss ich mir merken und es erinnert mich daran, dass immer noch ein paar unveröffentlichte Abenteuer aus der Schreibphase von Natürliche Auslese übrig sind. Nachdem man bereits einen Blick auf die Seitenabenteuer der Matrosen Wellington, Sterling, Bear Braddock und Oberbootsmann Incestershire werfen konnte – Neben dem explodierten Lagerhaus – geht es diesmal in einem etwas “steampulpigeren” Stil nach London und dann nach Afrika, genauer gesagt Ägypten, wo Captain Draper, seiner Majestät treuer Anführer eines Luftjägerkommandos, wieder mal den Ausputzer spielen darf. Am Ende des Artikels findet sich natürlich noch eine runterladbare PDF-Version!Voll Dampf - Natürliche Auslese - Die Afrika-Mission - LogoDer dichte Verkehr und das hektische Treiben in Whitehall unterschieden sich eigentlich recht wenig von anderen Tagen, abgesehen davon, dass eine dunkle Vorahnung über der Straße zu liegen schien, so als ob demnächst Dinge geschehen würden, die so ganz und gar nicht unter “business as usual” zu verbuchen wären.

EXTRABLATT, EXTRABLATT, lesen sie alles über den neuen Papst aus den Spanischen Kolonien in Amerika! Konflikte in Afrika weiten sich aus! Unruhe in den Britischen Kolonien über neue Steuern! Bombenattentat auf das Gouvernor’s House. Gouverneur Samuel Murray, 4ter Earl of Dunmore unverletzt! Reichskanzler von Bülow hält erneute Granitbeißer-Rede und kündigt Flottenausbau an!

Captain Francis Draper wunderten die Schlagzeilen, die der eifrige Zeitungsjunge lauthals anpries, nicht allzu sehr. So wie die globale Lage das “Empire” bedrohte, konnte man eigentlich davon ausgehen, dass es bald Ungemach hageln würde. Nur das Per ardua ad astra (“Durch Härte zu den Sternen“) über dem Eingang des Royal Air Corps Hauptquartiers, welches sich im neuen Whitehall Palace befand, strahlte eine gewisse Beruhigung aus. Denn niemand auf der Welt konnte es mit der RAC aufnehmen. Abgesehen von einem Haufen Transport-Dampfwagen, die es geschafft hatten, einen riesigen Stau direkt vor dem Eingang zu fabrizieren, während sich die Fahrer gegenseitig anschrien und sich für das Malheur verantwortlich machten. Zum Glück war er zu Fuß hier. Draper ordnete seine Uniform, seinen zeremoniellen Säbel und fuhr sich noch einmal durch sein braunschwarzes Haar, bevor er das Hauptgebäude betrat.

Vor nicht mal fünf Jahren noch waren die Wachen in Gardeuniform Teil der Tradition und des Ansehens von Whitehall. Heute waren sie eine bittere Notwendigkeit und sichtlich mehr auf Sicherheit als auf Pomp bedacht. Obwohl alle Draper kannten musste auch er seine Taschen leeren. Immerhin durfte er im Gegensatz zu zivilen Besuchern seinen Säbel und seinen Revolver behalten. Zivilisten war dies natürlich nicht mehr gestattet, obwohl bei einem Lord schon mal eine Ausnahme gemacht wurde. Nach einer nicht enden wollenden Anzahl an ehemaligen Befehlshaben und Würdenträgern des RAC, die in Büstenform einen langen Korridor schmückten gelangte Draper endlich in das Reich von Anita Hanjaab, der Sekretärin des Admirals und Herrin seines Terminplanes. Die kleine und flinke Frau gehörte zu den vielen aufstrebenden Mitgliedern der indischen Kolonien, die in Sprache und Bildung außerordentlich von der Gnade der Bildungsreformen seiner Majestät Eduard des VII., König von Großbritannien und Irland sowie Kaiser von Indien, profitiert hatten. Natürlich gab es immer noch Widerstand gegen die volle Einbindung der indischen Untertanen seiner Majestät, aber beim Militär reagierte man auf die hinter vorgehaltener Hand vorgetragenen “Affen“-Ausrufe ungehalten, da Kameraden nun mal Kameraden waren und es dazu im Mutterland schwieriger und schwieriger wurde die Menschen für eine Karriere im Dienste seiner Majestät zu begeistern. Die Sterblichkeitsquote war den meisten doch etwas zu hoch.

Guten Tag Miss Anita, ich hoffe ich bin rechtzeitig eingetroffen und bringe ihnen nichts durcheinander!” Draper wusste natürlich dank seiner ausgezeichneten Aircorps-Taschenuhr, dass er absolut im Rahmen war, aber er hielt sich an die ungeschriebene Etikette.

Captain Draper, ich will zumindest behaupten, dass ihr Eintreffen im akzeptablen Rahmen liegt. Gehen sie gleich zu ihm rein und seien sie vorsichtig, es ist wieder einer dieser Tage.” Draper waren die zahlreichen offenen Akten auf Anitas Schreibtisch schon aufgefallen und er fragte sich, welcher Kreis der Hölle davor stand sich aufzutun. “Zu Befehl, Miss Anita!” Draper schickte noch ein gewagtes Augenzwinkern hinterher und Anita Hanjaab konnte ein Lächeln nicht verbergen. Irgendwann würde er auch den Mut aufbringen, sie auf einen Tee einzuladen, aber wie so oft war das nicht heute und Draper schritt zügig in Admiral Taggarts Büro. Der Alte saß leicht angespannt hinter seinem riesigen Schreibtisch und hatte einen Fernhörer am Ohr und nickte angestrengt und mit stetig schneller pochender Halsschlagader, während er dem Gesprächspartner zuhörte, bis er tief durchatmete und antwortete. “Wenn Lord Cecil Hardboners Schergen mal wieder Drecksarbeit des Außenministeriums ohne offizielle Anfrage direkt an mich weiterreichen, ist es mir wie üblich eine Ehre, mich um den Haufen Scheiße zu kümmern. Ich hoffe wir hören nicht so bald wieder voneinander und sagen sie Cecil, er soll demnächst besser auf seinen Laden aufpassen, verstanden?!” Ohne auf die Antwort zu warten legte Admiral Taggart, von Freund und Feind liebevoll bis ängstlich “Onkel Bob” genannt, einfach auf ohne auf eine Antwort zu warten. Onkel Bob war nicht für allzu ausgeprägte Umgangsformen bekannt, aber da er seinen Job ansonsten anstandslos erledigte, neigten die oberen Zehntausend dazu, es ihm als exzentrischen Wesenszug durchgehen zu lassen. Draper war schlau genug darauf zu warten, dass sich Taggarts Halsschlagader etwas beruhigte und dieser ihn ansprach, was zum Glück nicht zu lange auf sich warten ließ.

Da sie den Abschluss des Gespräches mitbekommen haben Draper, fasse ich mich mal kurz. Den Pygmäen im Außenministerium ist ein Lord Unterhändler in Afrika abhanden gekommen. Laut Geheimdienst wollte er sich noch etwas vergnügen, bevor er sich in die Verhandlungen in Südafrika reinknien wollte. Leider hat er sich zum Abstürzen Kairo ausgesucht!

Draper zog gepflegt eine Augenbraue hoch. Ägypten war eigentlich ein Gemeinschaftsprojekt des Osmanischen Reiches mit der Krone. Aber die Ottomanen hatten sich letztes Jahr mit dem Deutschen Reich verbündet und seitdem war Ägypten ein Haufen Chaos. Bislang hatten sich die Deutschen und die Krone zurückgehalten und nur Truppen in Stellung gebracht, was dazu geführt hatte, dass in Ägypten ein Machtvakuum entstanden war und Anarchie Kairo in ein Tollhaus verwandelt hatte.

Genau Draper, ein Haufen Kamelscheiße, noch richtig schön warm. Die Lage ist instabil und wir können da nicht einfach Truppen hinschicken, um den Idioten rauszuholen. Weshalb sie und ihre Männer es wie mit einer Whitechappel-Nutte halten werden. Schnell rein, schnell raus und halten sie sie Abstand zu Jack, dem alten Schlitzer, verstanden?

Verstanden Sir! Ich nehme an ich soll trotzdem versuchen den Wonneproppen in einem Stück zurückzubringen?” Onkel Bob musterte ihn etwas genervt. “Wenn es sich nicht vermeiden lässt, Draper, dann ja. Miss Hanjaab hat die Einsatzbefehle schon fertig und lassen sie sich vor Ort nicht auf der Nase rumtanzen. Auch wenn dieser Job scheiße ist, so hat er doch eine gewisse Priorität. Also lassen sie sich nicht von einem der Hosenscheißer vor Ort aufhalten. Vize-Admiral Lord Kensington könnte sich da als störrisch erweisen. In zwei Monaten soll er nämlich in den Verteidigungsausschuss des Oberhauses einziehen und alles, was dies behindern könnte, also sowas wie ein kleiner Krieg, stört ihn ganz gewaltig. Wobei sich Kensington sogar halbwegs gut hält, vor seiner Nominierung war ich davon ausgegangen, dass er die Nerven verliert und einen Angriffskrieg gegen das Reich startet, weil ihm gemeldet wird, dass in Bremerhaven ein Marine-Ruderboot ausgelaufen ist, dass eventuell gen Mittelmeer unterwegs ist. Versauen sie das nicht, Draper!

Draper lächelte “Onkel Bob” an. “Ich werde mir größte Mühe geben Kairo so zurückzulassen, wie ich es vorgefunden habe, Sir!” Taggart und Draper schüttelten sich freundschaftlich die Hand. In diesem Moment detonierten die zehn Tonnen TNT in den Transport-Dampfwagen, die es so wunderbar zufällig geschafft hatten einen riesigen Stau direkt vor dem Hauptquartier der RAC zu produzieren. Draper und Taggart wurde von den Füßen gerissen, als ob sie gewichtslos wären und die Splitter der großen Panoramafenster flogen quer durch den Raum.

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Alfred beobachtete die Explosionswolke vom Hafen aus. Schien alles so zu laufen, wie sein Chef, Außenminister Lord Cecil Hardboner, es gewollt hatte. Angestrengt humpelte er in die Geschäftsstelle der Telegraphengesellschaft und sandte den vereinbarten Code ab. Nun waren die Leute in Kairo dran.

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Captain Francis Draper, seiner Majestät treuer Anführer eines Luftjägerkommandos wusste genau, wann er knietief in der Scheiße steckte. Ein Mitglied des imperialen Hochadels aus einer umkämpften Großstadt in Afrika zu evakuieren war an sich schon eine Aufgabe, die nicht allzu viel Platz für Romantik bot, auch wenn die Propagandaplakate des Personalbüros von Baron Darkmoore das natürlich anders darstellten . Dass die Deutschen sich ausgerechnet den jetzigen Zeitpunkt für eine neue Großoffensive ausgesucht hatte machte die Sache auch nicht besser. Großadmiral Gabriel von Stahl zu Zupcanow und sein verspiegeltes Reinhard Benn Monokel hatten schon immer ein bemerkenswertes Gefühl für den richtigen Zeitpunkt gehabt. Und sein Zielobjekt, Lord Hamish Cockwood machte seinem Namen alle Ehre. Cockwood lag weggetreten auf einem Haufen versiffter Kissen, die Opiumpfeife baumelte locker aus seinem Mund, während ihm ein Sklavenmädchen die Eier lutschte. Als die halbe Häuserfront des Bordells weggesprengt worden war, hatte er nicht mal gezuckt. “Sergeant Holland, machen sie seine Lordschaft reisefertig!” Der Sergeant salutierte, aber man ihm den zweifelnden Blick an. “Und Sergeant, wenden sie alle notwendigen Mittel an, alle! Das ist ein Befehl, verstanden?” Das “Yessir” klang schon wesentlich erfreuter. “Captain, wir sollten vielleicht in Deckung gehen!” brüllte Lieutenant Sir William Baldridge, der für seinen Adelstitel erstaunlich kompetent war, vom Ausguck. Draper rannte zum Ausguck. HMS Executioner, das Flagg-Luftschiff des Schlachtverbandes seiner Majestät hatte sich zu einem Frontalangriff auf die Feinde des Empires entschlossen und als Nebenprodukt presste sich eine Feuerwalze durch die Straßen des Slums. “DECKUNG!” war alles was Draper brüllte, als sich seine Einheit die Kellertreppe hinunterwarf.

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